Goslar sagt Danke: 400 Helfer feiern nach Waldbrand-Einsatz
Insgesamt kamen rund 400 Waldbrand-Helfer in den "Lindenhof". Foto: Epping/Feuerwehr Goslar
Nach dem verheerenden Waldbrand am Steinberg sagt Goslar Danke: 400 Helfer folgten der Einladung zum großen Fest im Lindenhof. Insgesamt kämpften 1500 Einsatzkräfte gegen die Flammen – und wurden nun für ihren Einsatz gefeiert.
Goslar. Auch wenn die geplante Dia-Show wegen technischer Schwierigkeiten im „Lindenhof“ nicht über die Leinwand flimmerte, dürften sich viele der 400 anwesenden Helferinnen und Helfer noch gut an diese Bilder erinnern. Ende Juni hatte ein riesiger Waldbrand am Steinberg die Einsatzkräfte eine Woche lang in Atem gehalten. Über acht Hektar erstreckten sich die Flammen auf abschüssigem Gelände und wurden immer wieder durch den Wind angefacht.
Christian Hellmeiner (l.), Urte Schwerdtner und Meinhard Fulst begrüßen die Helferinnen und Helfer. Foto: Epping
Mehr als 1500 Helfer
1541 Menschen kämpften laut Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner im Laufe der Tage gegen das Feuer, unterstützten sich, machten sich nützlich, wollten helfen. Darunter befanden sich nicht nur die 55 Feuerwehren aus dem Landkreis Goslar, sondern auch Katastrophenschutz, Bergwacht, Rotes Kreuz, THW, Stadtforstmitarbeiter oder auch, wie Schwerdtner betonte, 60 ehrenamtliche Spontanhelfer, die sich bei der Stadt Goslar registriert haben und bei Notlagen unterstützend zur Seite stehen. Ihnen allen wurde nun mit einer großen, gemeinsamen Feier im „Lindenhof“ Danke gesagt.

Im Dauereinsatz: Insgesamt helfen mehr als 1500 Personen beim Feuer am Steinberg. Foto: Epping
Die Idee zum großen Fest entstand kurz nach dem großen Feuer. Die Bürgerstiftung initiierte eine Spendensammlung, um den Waldbrand-Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz am Steinberg etwas Gutes zukommen lassen zu können.
Bloß keine Anstecknadel
Aber was? „Bloß nicht noch eine Anstecknadel“, das seien damals seine Gedanken gewesen, erinnerte sich Stadtbrandmeister Christian Hellmeier. Stattdessen organisierten die Verantwortlichen ein unkompliziertes Dankesfest für alle, die mit angepackt hatten.
Statt salbungsvoller Lobeshymnen sollte es bei einem gemütlichen Beisammensein kurze Dankesworte, kalte Getränke und etwas Warmes auf den Teller geben. Knapp 400 Helfer aus dem ganzen Landkreis folgten schließlich der Einladung in den proppenvollen „Lindenhof“.
Spendenaktion bringt 7000 Euro
Laut Bürgerstiftung-Vorstand Meinhardt Fulst hat die Spendenaktion rund 7000 Euro eingebracht, die zur Finanzierung der Feier genutzt werden. „Aber das reicht ja nicht“, stellte Schwerdtner bei der Begrüßung fest. Doch sie hatte ein Ass im Ärmel. Oder besser gesagt: einen spendablen Goslarer an ihrer Seite. Thadaeus Otto hat der Stadt Goslar vergangenes Jahr 100.000 Euro für gemeinnützige Zwecke gespendet und nun abgenickt, dass 7500 Euro davon für das Dankesfest abgezweigt werden können.

Auf einer Fläche von acht Hektar abschüssigem Waldboden brennt es Ende Juni eine Woche lang. Foto: Epping
„Sehr unbürokratisch“
Ein kurzer Blick zurück musste dann aber doch noch sein: Schwerdtner erinnerte sich an eine „sehr unbürokratische Zusammenarbeit“, auch etwa mit dem Nachbarkreis Harz, der ein Löschflugzeug zum Waldbrand schickte.
Für Stadtbrandmeister Hellmeier war es wegen der Folgen des Klimawandels nicht so sehr die Frage, ob ein Feuer dieser Größe den Goslarer Stadtwald einmal heimsuchen wird, sondern eher wann. Er sprach von einer „extremen Leistung“ der Einsatzkräfte, aber auch der Erkenntnis, „dass wir in der Lage sind, so etwas zu meistern“. Und natürliche lerne man durch solche Großeinsätze auch immer etwas dazu.
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