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Afrika-Projekt von Abiturientin Saupe

GZ Plus IconGoslarer CvD-Gymnasium erläuft 8500 Euro für „Girls in Action“

Fünf Menschen stehen auf einem Schulhof, einer trägt eine gelbe Warnweste, vier halten Plakate mit Musik- und Veranstaltungsmotiven

Stolz auf Spendensumme und sportlichen Einsatz (v.l): Joel Kutsch für die Helfer aus den zehnten Klassen, Sportlehrerin Stefanie Zepezauer, die beiden Abiturientinnen Lena Schlüter und Enna Seidel sowie Jens Vogel von den Yellow Jockeys. Foto: Privat

Vorbildlicher Einsatz in Goslar, große Freude in Sambia: 8500 Euro kommen beim CvD-Spendenlauf zusammen. CvD-Abiturientin Amalia Saupa hat schon Pläne für die Verwendung.

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Von Frank Heine
Dienstag, 17.03.2026, 14:00 Uhr
Riesige Freude in der Goldenen Aue in Goslar und 8000 Kilometer südlich an der Mukuni Primary School in Sambia: Rund 8500 Euro haben in der Vorwoche knapp 350 Schülerinnen und Schüler des CvD-Gymnasiums bei einem Spendenlauf zusammengebracht. Das erlaufene Geld fließt direkt an das Projekt „Girls in Action“, das CvD-Absolventin Amalia Saupe (19) aus Hahndorf über das entwicklungspolitische Freiwilligenprogramm „Weltwärts“ wie berichtet seit dem vergangenen Sommer in Afrika betreut.
Jugendliche Fußballspieler in lila Trikots sitzen im Kreis auf einem Spielfeld, während zwei Trainer daneben stehen und eine Taktiktafel halten.

Dankesworte und Grüße aus Sambia: Trainerin Amalia Saupe inmitten ihrer Schützlinge. Foto: Privat

Von dort kam prompt die Nachricht, dass mit dem Erlös ein Vereinsheim gebaut werden soll. Und die Botschaft von Amalia Saupe an alle CvD-Akteure: „Ein einfaches Danke reicht eigentlich nicht aus für das, was ihr da auf die Beine gestellt habt. Aber wir sind von ganzem Herzen dankbar für eure Unterstützung.“

„Überhaupt keine Vorstellung“

Als sie im Dezember die Nachricht von Abiturientin Enna Seidel bekommen habe, dass ein solcher Spendenlauf geplant sei, habe sie sich riesig über die Idee gefreut. „Gleichzeitig hatte ich überhaupt keine Vorstellung davon, was daraus am Ende werden würde“, schreibt Amalia Saupe, „allein zu wissen, dass meine ehemalige Schule so hinter mir und unserem Projekt steht, hat mich damals schon unglaublich gefreut.“ Als sie nun das Ergebnis erfahren habe, habe sie vor Schreck erstmal ihr Handy fallen lassen. „Wir haben uns nur angeschaut und mussten das Ganze erstmal kurz sacken lassen“, erklärt sie. Denn: „Mit so einer Summe hat wirklich niemand von uns gerechnet.“ Was genau soll passieren? „Wir wollen etwas schaffen, das langfristig bleibt“, betont Saupe. Ein Vereinsheim soll ein Ort für die Jugendlichen hier nicht nur für den Fußball sein, sondern auch darüber hinaus. Ein Ort, an dem sie sich treffen, Billard oder Dart spielen, Zeit miteinander verbringen und einfach zusammen sein können.
Gruppe von neun Personen auf einer Wiese, einige halten oder sitzen neben Fußbällen, im Hintergrund Bäume und bewölkter Himmel.

Aufnahme mit Team: Amalia Saupe liegt ihre Aufgabe in Afrika sehr am Herzen. Foto: Privat

Ein Raum für viele Themen

Dort soll auch das Programm „Girls in Action“ Platz finden. „Ein Raum, in dem wir mit jungen Mädchen über Themen sprechen, über die hier oft viel zu wenig geredet wird – über Selbstbewusstsein, ihre Zukunft, Verhütung oder auch Schwangerschaft“, erläutert die junge Hahndorferin. Gleichzeitig soll das Heim dem Verein auch ein kleines Stück Selbstständigkeit ermöglichen – zum Beispiel, indem an Spieltagen Getränke verkauft werden können. „Vor allem aber wünschen wir uns, dass dieses Vereinsheim ein Ort wird, an dem die Kinder und Jugendlichen wissen: Hier sind wir willkommen.“
Gruppe von Kindern und Erwachsenen steht hinter einem Maschendrahtzaun, ein Mädchen hält ein Schild mit der Zahl '5.4'

Anfeuern vom Rand aus: Die CvD-Klassen leisten ihren Einsatz auch neben der Bahn. Foto: Privat

Für Amalias Projekt ins Zeug gelegt

Zurück auf die Nordhalbkugel: Durch den direkten Draht zur jungen Goslarerin ist aus CvD-Sicht garantiert, dass die Spenden ohne Umwege exakt dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden. Die CvD-Schülervertretung (SV) und der 13. Jahrgang stellten deshalb ein beachtliches Sportevent auf die Beine. Runde um Runde drehten die Jugendlichen unermüdlich auf der hervorragend präparierten Laufstrecke. Freiwillige Helfer sorgten als Streckenposten für einen reibungslosen Ablauf. „Es ist unglaublich schön zu sehen, wie viele sich heute für Amalias Projekt ins Zeug gelegt haben“, freute sich Mitorganisatorin Enna Seidel. Die sportliche Leitung lag in den Händen der beiden Sportlehrerinnen Stefanie Zepezauer und Saskia Buning.

Dickes Lob von Lehrerseite

Das Spendenprinzip verlangte den Jugendlichen dabei im Vorfeld einiges ab: Es mussten familiäre oder unternehmerische Sponsoren gefunden werden, die sich verpflichteten, für jede erfolgreich absolvierte Runde einen festen Betrag zu spenden. „Dass wir bei diesen fast frühsommerlichen Temperaturen so viele Runden zählen durften, zeigt den tollen Sportsgeist unserer Schülerschaft“, lobte Zepezauer den enormen Einsatz auf dem Lauftrack. Auch Direktor Holger Ritzke spart nicht mit Dankesworten: „„Ein Erlös von 8500 Euro ist ein herausragendes Ergebnis, das nachhaltig in Afrika helfen wird. Mein großer Dank gilt dem Organisationsteam, allen Sponsoren und ganz besonders unserer Schülerschaft, die sportlich über sich hinausgewachsen ist.“
Menschenmenge vor einem Zelt mit Personen in gelben Warnwesten, die an Tischen sitzen und mit anderen sprechen, vor einem Backsteingebäude

Organisation gefragt: Fleißige Helfer führen die Meldelisten. Foto: Privat

Karten von den „Yellow Jockeys“

Zusätzlicher Lohn für alle Läufer: Dank einer Kooperation mit dem „Yellow Jockey Open Air“ bekommt jed(e)r eine Freikarte für ein Konzert nach Wahl. Ob Dick Brave, Johannes Oerding oder Matthias Reim: Im Sommer warten musikalische Erlebnisse auf der Galopprennbahn in Bad Harzburg auf die CvD-Laufhelden.

P.S: Amalia Saupes gebrochener Knöchel ist gut verheilt. Kleines Update aus Sambia: Kein Humpeln, keine Schmerzen mehr. „Ich bin wieder 100 Prozent im Einsatz, kann zwar noch kein Fußball spielen, aber sonst läuft alles supi.“

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