Initiative sammelt Spenden gegen Clausthaler Windkraft-Pläne
Ob und wie viele Windräder in welcher Höhe bei dem ehemaligen Werk Tanne gebaut werden, ist noch völlig offen. Das Ursprungsbild ist mithilfe Künstlicher Intelligenz bearbeitet. Es ist nicht maßstabsgetreu und dient nur zur Veranschaulichung. Foto: Neuendorf/KI-Montage
Die Bürgerinitiative für einen lebenswerten Oberharz wehrt sich weiterhin gegen die Idee, bei Werk Tanne Windräder errichten zu lassen. Jetzt ruft sie zu Spenden auf.
Clausthal-Zellerfeld. Aktuell dreht sich im Gebiet der Berg- und Universitätsstadt kein einziges Windrad. Die Halali-Verwaltungsgesellschaft will das, wie mehrfach berichtet, ändern, das entsprechende Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans läuft bekanntlich seit vergangenem Jahr, das Ergebnis ist noch offen. Die Bürgerinitiative für einen lebenswerten Oberharz indes meldet sich erneut zu Wort und sammelt Spenden, um möglicherweise Gegengutachten beauftragen zu können.
Debatte um Vorhaben im Oberharz
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Doch von vorn: Die Halali-Gesellschaft plant als Eigentümerin der NS-Rüstungsaltlast Werk Tanne, dort Windräder zu errichten. Bis zu einer möglichen Umsetzung ist es allerdings noch ein weiter Weg, denn das Projekt muss zahlreiche Hürden nehmen. Derzeit stehen noch Fachgutachten aus, die nach Aussage der Halali-Geschäftsführer im Sommer vorgelegt werden sollen. Zudem regt sich Widerstand in der Bevölkerung. Die Bürgerinitiative für einen lebenswerten Oberharz hatte im vergangenen Jahr mehr als 1000 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt und in der Dezember-Sitzung des Rates an Bürgermeisterin Petra Emmerich-Kopatsch (SPD) überreicht.
Was wird aus der Petition?
In der jüngsten Ratssitzung wiederum nutzte Bente Buchenauer von der Bürgerinitiative die Einwohnerfragestunde, um nachzuhaken, ob nach Eingang der Petition eigentlich noch jemand Stellung dazu nehmen würde. „Das wäre unüblich“, meinte die Verwaltungschefin und erklärte, die Unterschriftenliste sei wie in solchen Fällen üblich zu den Unterlagen des Vorgangs hinzugefügt worden.

Ein stellvertretender Teil der Interessengemeinschaft (v.l.): Monika Rembe, Carmen Klingebiel, Christine Ludwig, Bente Buchenauer und Torsten Gewehr. Foto: Privat
Jetzt gibt die Bürgerinitiative für einen lebenswerten Oberharz via Pressemitteilung bekannt, Spenden sammeln zu wollen, um „sehr kostenintensive Maßnahmen zu finanzieren, wie zum Beispiel rechtliche Beratung, Gegengutachten oder weitere wichtige Informations- und Recherchearbeit“, wie Torsten Gewehr von der Initiative mitteilt. Jede Spende, versichert die Gruppierung, soll „direkt und zweckgebunden“ in Maßnahmen fließen, „die dem Widerstand gegen das geplante Windparkvorhaben dienen.“ Mithilfe der Spenden wolle man „rechtzeitig handlungsfähig sein und schnell reagieren können“, wenn die ersten Gutachten vorliegen.
Sorge um Natur und Trinkwasser
„Viele Bürgerinnen und Bürger wollen sich engagieren, wissen aber nicht genau, wie sie konkret helfen können“, erklärt Bente Buchenauer in der Pressemitteilung. „Mit der Spendenaktion bieten wir eine weitere Möglichkeit, zu unterstützen.“ Die Spendensammlung selbst laufe über das Konto des Naturschutzbundes (Nabu) Goslar, „der als gemeinnütziger Verein für Transparenz und eine ordnungsgemäße Verwendung der Mittel sorgt“. Der Nabu hatte sich schon früh den Interessen der Bürgerinitiative angeschlossen, verwies beispielsweise auf Ruheräume für Fledermäuse und befürchtete ein Gefahrenpotenzial für die umliegenden Gewässer.
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Sollten nicht alle Spendengelder für die Aktionen gegen das Windrad-Vorhaben benötigt werden, verbleiben die überschüssigen Mittel laut Bürgerinitiative für „lokale Projekte im Bereich Natur-, Landschafts- und Umweltschutz“ beim Nabu. „Damit ist sichergestellt, dass jede Spende sinnvoll eingesetzt wird – entweder unmittelbar zur Verhinderung des Windparks oder langfristig für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen“, erklärt Buchenauer. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.lebenswerter-oberharz.de.
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