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GZ Plus IconBahnanschluss Braunlages: Machbarkeitsstudie noch nicht finanziert

Fährt die Harzer Schmalspurbahn bald auch bis Braunlage? Das soll in einer Machbarkeitsstudie geprüft werden, die aber noch nicht finanziert ist.

Fährt die Harzer Schmalspurbahn bald auch bis Braunlage? Das soll in einer Machbarkeitsstudie geprüft werden, die aber noch nicht finanziert ist. Foto: Eggers

Die Machbarkeitsstudie, mit der die Harzer Schmalspurbahnen prüfen wollen, ob ein Bahnanschluss Braunlages möglich ist oder nicht, ist noch nicht finanziert. Woran das liegt, darüber informierte jetzt auf Anfrage der Regionalverband Braunschweig.

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Von Michael Eggers
Freitag, 30.08.2024, 16:00 Uhr

Braunlage. Damit Braunlage an das Netz der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) angeschlossen werden kann, muss zunächst überprüft werden, ob das überhaupt möglich ist. Dazu will die HSB eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Die Kosten für diese Untersuchung wollten sich die HSB, der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt und der Regionalverband Großraum Braunschweig teilen. Weil diese Kosten aber höher sind, als zunächst geplant, haben die Niedersachsen das Thema erst einmal geschoben, wie auf Anfrage Pressesprecherin Gisela Noske bestätigte. Jetzt soll die Verbandsversammlung am nächsten Donnerstag entscheiden, ob der Regionalverband seinen Anteil zahlt und wie hoch er ist. Wie unter der Hand zu hören ist, gilt die Zustimmung aber als sicher.

Später als gedacht

Bürgermeister Wolfgang Langer jedenfalls gibt sich auf GZ-Anfrage entspannt. Er hatte bereits im Vorfeld Gespräche geführt und nach Rücksprache mit den Ratsmitgliedern angekündigt, dass sich Stadt Braunlage und Braunlage-Tourismus-Gesellschaft zur Not mit jeweils 6000 Euro an den Kosten für die Machbarkeitsstudie beteiligen. Das scheint nach GZ-Informationen auch nötig zu sein, denn in dem Antrag der CDU zur Verbandsversammlung heißt es: „Unter Berücksichtigung weiterer Kostenbeteiligungen von Dritten, übernimmt der Regionalverband Großraum Braunschweig ein Drittel der verbleibenden Kosten für die Studie zur Anbindung der Stadt Braunlage an das Netz der Harzer Schmalspurbahnen.“

Eigentlich sollte der Beschluss dafür bereits in der Ausschusssitzung am 21. August fallen. Doch die Verwaltung des Regionalverbandes hatte den Kommunalpolitikern vor etwas mehr als einer Woche vorgeschlagen, nicht mehr als die zunächst avisierten 50.000 Euro zu der Machbarkeitsstudie dazuzugeben. Das aber sahen die Mitglieder des Gremiums aber offenkundig anders und schoben den Beschluss in die Verbandsversammlung nächsten Donnerstag.

Angespannte Haushaltslage

Wie HSB-Pressesprecher Dirk Bahnsen auf Anfrage mitteilte, habe das Ergebnis der Ausschreibung deutlich über den Kosten gelegen, mit denen die HSB zunächst gerechnet hatte. Er wollte keine Zahlen nennen, aber in der öffentlich zugänglichen Verwaltungsvorlage des Regionalverbandes steht folgendes: „Das niedrigste bezuschlagungsfähige Angebot ist mit 230.500 Euro jedoch teurer als in der Prognose angenommen wurde. Sowohl die HSB als auch die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) halten es für sinnvoll, den Zuschlag dennoch auf das Angebot zu erteilen und ihren Finanzierungsanteil entsprechend aufzustocken. Aufgrund der angespannten Haushaltslage hat sich die Verwaltung (des Regionalverbandes) dazu entschieden, ihren Kostenanteil nicht um die im Raum stehenden anteiligen 27.000 Euro zu erhöhen. Der Verwaltung ist nicht bekannt, ob diese Entscheidung dazu führt, dass die Machbarkeitsstudie nicht beauftragt wird.“

Von Elend kommend

Dass dieses Thema so für Diskussionen sorgen wird, damit hatte Mitte Juni bei der Vorstellung des Projektes bei der HSB-Gesellschafterversammlung in Braunlage niemand gerechnet. HSB-Geschäftsführerin Katrin Müller hatte seinerzeit gesagt, der Auftrag für die Machbarkeitsstudie sei nur noch Formsache. Und der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Balcerowski, der auch Landrat des Kreises Harz ist, betonte, der Bahnanschluss soll kein Schnellschuss werden, vielmehr sollen Machbarkeitsstudie, Wertschöpfungsanalyse und Trassenführung fundiert geprüft werden.

Im Heimat- und Skimuseum in Braunlage ist eine historische Fahrkarte aus der Zeit zu sehen, in der die Bahn noch von Braunlage auf den Brocken gefahren ist. Noch ist fraglich, ob das bald wieder möglich ist.

Im Heimat- und Skimuseum in Braunlage ist eine historische Fahrkarte aus der Zeit zu sehen, in der die Bahn noch von Braunlage auf den Brocken gefahren ist. Noch ist fraglich, ob das bald wieder möglich ist. Foto: Eggers

In der Studie, die in Auftrag gegeben werden soll, wollen die HSB unter anderem prüfen, wie teuer der Anschluss und welche Strecke sinnvoll ist. Nach den Vorstellungen von HSB und Stadt soll die Trasse von Elend über die Wiese am Gieseckenbleek, auch Trabi-Wiese genannt, an der B 27 entlang nach Braunlage führen, dann im Bereich des ehemaligen Forstamtes die B 27 kreuzen, über Glashüttenweg und Verlobungswiese in Richtung Talstation der Wurmbergseilbahn laufen.

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