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Modernes Fahrzeug

GZ Plus Icon110.000 Euro: Die neue Eismaschine ist endlich da

Ein Mann steuert die neue Eismaschine über das Eis im Eisstadion.

Julian Gamper aus Südtirol zeigt den Braunlagern, wie ihre neue Eismaschine funktioniert. Foto: Eggers

Die Arbeit im Eisstadion wird einfacher. Dafür ist die neue Eismaschine verantwortlich. Was das 110.000 Euro teure Fahrzeug alles kann, erklärt jetzt der Hersteller.

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Von Michael Eggers
Freitag, 28.11.2025, 10:00 Uhr

Braunlage. Der „Eisbär“ hat ausgedient und wird durch den „Eiswolf“ ersetzt. „Eiswolf“ heißt die neue Eismaschine des Eisstadions, die am Donnerstag am Wurmberg eingetroffen ist. Sie war 110.000 Euro teuer, stammt von der Firma Engo aus Brixen in Südtirol und soll künftig die Arbeit der Stadionmitarbeiter erleichtern.

Ein Mann fährt rückwärts mit der neuen Eismaschine durch einen engen Tunnel.

Zwar nicht Millimeterarbeit, aber schon eng ist die Durchfahrt mit der neuen Eismaschine durch den Stadiontunnel auf die glatte Fläche. Foto: Eggers

Die neue Maschine wurde schon lange erwartet. Eigentlich sollte sie bereits im September in Braunlage eintreffen, dann im Oktober, und zuletzt war sie für den 18. November avisiert worden. Jetzt kam sie am Donnerstag.
Ein Mann erklärt zwei weiteren etwas.

Julian Gamper erklärt den Mitarbeitern des Eisstadions die Funktionen der neuen Eismaschine. Foto: Eggers

Die bisherige Maschine vom Typ „Eisbär“ werde aber erst einmal noch als Reserve behalten, „zumindest so lange, wie es geht“, sagt Dirk Becker, der Geschäftsführer der Braunlage-Tourismus-Gesellschaft (BTG). Für die mehr als 20 Jahre alte Maschine gab es keine Ersatzteile mehr, und weil so manches Eishockey-Spiel beinahe ausgefallen wäre, habe sich das kommunale Unternehmen, dem das Stadion gehört, zum Neukauf entschlossen.

Ein scharfes Messer

Die BTG hat das Fahrzeug europaweit ausgeschrieben und mit Kosten von 140.000 Euro gerechnet. Weltweit gibt es etwa fünf Unternehmen, die diese Eismaschinen herstellen, so Dirk Becker, und die Südtiroler gaben mit 110.000 Euro das beste Angebot ab.

Das Cockpit der neuen Eismaschine ist zu sehen.

Modernes Display, mehrere Hebel und ein Knauf am Lenkrad: Die neue Eismaschine lässt sich gut über die glatte Fläche im Wurmbergstadion steuern. Foto: Eggers

So eine Eismaschine wird genutzt, um das Eis zu präparieren. Dabei hobelt ein scharfes Messer die Unebenheiten im Eis glatt. Das Gefährt bringt anschließend Wasser auf das Eis, um die Furchen, aber auch die Spuren der Spikes zu beseitigen. Denn um die Eismaschine sicher über das gefrorene Nass zu lenken, werden Reifen mit Spikes und Allradantrieb benötigt.
Ein Mann schiebt eine Art Rasenmäher unter den Anweisungen eines anderen Mannes an der Bande des Eisstadions entlang.

Der Eisdingo, eine Art Rasenmäher, sorgt an der Bande im Eisstadion für glatte Flächen. Foto: Eggers

Beide Kriterien liefert der fünf Tonnen schwere „Eiswolf“ aus Südtirol. Es handelt sich zudem wie auch schon beim „Eisbären“ um ein Elektrofahrzeug. Weil die Maschine moderner ist, verfügt sie über eine größere Akku-Leistung, einen größeren Wassertank (1400 zu 800 Liter) und ist bedienungsfreundlicher. Mit Peter Lercher und Julian Gamper sind zudem zwei Mitarbeiter der Firma Engo aus Südtirol in den Harz gekommen, um den BTG-Mitarbeitern die Funktionen der neuen Eismaschine zu erklären. Vieles geht nun einfacher. Während beispielsweise bei dem „Eisbären“ das Wechseln der Messer eine halbe bis Dreiviertel-Stunde gedauert hatte und nicht ungefährlich war, dauert das bei der neuen Maschine laut Peter Lercher nur eine Minute und ist völlig ungefährlich.

Ein „Dingo“ für die Bande

Dieses Gerät sei zwar vom Typ „Eiswolf“, „wir haben aber auch einige Sonderanfertigungen für die Braunlager getätigt“, sagt Peter Lercher. Unter anderem erhielt die Maschine eine spezielle Seitenfräse, mit der bis zur Bande für glattes Eis gesorgt werden kann. „Das ist gerade beim Eishockey wichtig“, erklärt er.

Dieses Extra hatte auch schon der „Eisbär“, wie Dirk Becker betont. Allerdings war es zuletzt defekt. „Und da hat uns die Firma Engo eine Seitenfräse unkompliziert zugeschickt“, berichtet er. Dieses Gerät, das an der Bande entlanggeschoben wird, einem Rasenmäher ähnelt und „Eisdingo“ heißt, hat die BTG nun übernommen.

Erst einmal sechs BTG-Mitarbeiter haben Peter Lercher und Julian Gamper am Donnerstag für die Nutzung des „Eiswolfs“ ausgebildet, beziehungsweise werden noch ausgebildet. Neben Dirk Becker sind das auch Thorben Schmidt, Alexander Deibert, Christian Baumann, Sven Jakubczik und Cyrus Neugebohrn.

Einer von ihnen wird jetzt auch stets das Eis bei den Heimspielen der Harzer Falken aufbereiten. Mit dem „Eiswolf“ sind die Braunlager dabei in guter Eishockey-Gesellschaft. Wie Peter Lercher mitteilt, ist auch ein „Eiswolf“ in der SAP-Arena in München oder bei den Eisbären in Berlin im Einsatz.

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