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Stimmungswandel in Schulenberg

GZ Plus Icon„Endlich passiert etwas“: Abriss der Bramkebrücke macht Hoffnung

Der Abriss der Bramkebrücke geht gut voran, ganz zur Freude der Schulenberger. Bei einer Baustellenführung erhalten sie einen Einblick in die Arbeiten.

Der Abriss der Bramkebrücke geht gut voran, ganz zur Freude der Schulenberger. Bei einer Baustellenführung erhalten sie einen Einblick in die Arbeiten. Foto: Privat

Die Umleitungen nerven noch immer, doch in Schulenberg wächst wieder Zuversicht. An der Bramkebrücke, die aktuell abgerissen wird, ist endlich ein Fortschritt sichtbar.

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Von Corinna Knoke
Dienstag, 31.03.2026, 19:45 Uhr

Schulenberg. Die Nachricht traf die Schulenberger wie ein Schlag: Ende 2023 wurde die Bramkebrücke von einem Tag auf den anderen voll gesperrt. Die Zweifel an der Verkehrssicherheit waren zu groß. Seitdem ist der Ort nur noch aus einer Richtung erreichbar, die Menschen müssen kilometerlange Umleitungen auf sich nehmen, wenn es nach Oker oder Bad Harzburg geht. Nach Monaten voller Frust spüren viele zum ersten Mal seit Langem, dass es vorangeht: Die alte Brücke verschwindet Stück für Stück, die Baustelle ist sichtbar in Bewegung.

Der Schulenberger Rüdiger Wiemann, der seit 26 Jahren in dem Ortsteil wohnt, hat die Entwicklung in den vergangenen Jahren eng verfolgt. Er organisierte gemeinsam mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mehrere Informationsveranstaltungen in der St.-Petrus-Kapelle, um die gebeutelten Einwohner in Sachen Brückenabriss und -bau auf dem neuesten Stand zu halten. Er erinnert sich, dass gerade zu Anfang die Kommunikation mit der zuständigen Behörde nicht immer reibungslos verlaufen sei. Umso mehr lobt Wiemann nun die aktuelle Arbeit: „Man merkt, dass offen kommuniziert wird.“ Ulf Balandis, der vonseiten der Behörde den Neubau koordiniert, habe etwa auch darüber berichtet, dass es mit den vorbereitenden Arbeiten vor Weihnachten langsamer vonstatten gegangen sei als geplant. Weil die Winterpause allerdings früher beendet werden konnte, liege die Firma sogar ein wenig vor dem Zeitplan.

Großes Lob für die Idee der Baustellenführung

In der vergangenen Woche führte Balandis interessierte Einwohner über die Baustelle, erklärte Schritt für Schritt, wie die Brücke abgerissen und später wieder aufgebaut wird. Wiemann hob hervor, wie positiv diese Führungen in der Bevölkerung ankamen. Der Schulenberger, der ein Interesse für Technik hat, fand es faszinierend, dabei einen Blick ins Innere der Brücke zu werfen und die einzelnen Schichten zu begutachten. Für Wiemann ist vor allem eins wichtig: „Die Leute sehen, dass wirklich etwas passiert.“

Aktuelles Bild von der Baustelle: Stück für Stück wird die Bramkebrücke über der Okertalsperre abgerissen.

Baustellenidylle: Die Bramkebrücke aus den 1940er-Jahren verschwindet derzeit. Foto: Neuendorf

Auch Dr. Clara Hoppenau, Vorsitzende des Kirchenfördervereins in Schulenberg, nimmt diese Veränderung deutlich wahr. Für sie hat der sichtbare Fortschritt einen „psychologischen Effekt“. Die Menschen, die sich früher stark aufgeregt haben, scheinen ihrer Auffassung nach aktuell etwas besänftigt. Hoppenau selbst und ihr Mann gehörten schon zu Beginn zu den eher positiv gestimmten Einwohnern. Natürlich sei es unschön, dass die Lehrerin auf dem Weg nach Braunlage nicht direkt über Altenau fahren kann. Aber sich jeden Tag aufs Neue über die Umleitung zu ärgern, bringe nichts. Hoppenau habe sich damit abgefunden.

Menschen teilen Fotos und Videos vom Kran

Die Schulenbergerin hatte schnell akzeptiert, dass der Neubau der Brücke alternativlos sei. Sie wollte auch nicht, dass es zu solch einem Unglück wie vor anderthalb Jahren in Dresden kommt, wo ein etwa 100 Meter langer Abschnitt der Carolabrücke in die Elbe gestürzt ist. Hoppenau hofft, dass es noch einmal eine Baustellenführung gibt, da sie bei der letzten nicht teilnehmen konnte. Insgesamt habe sie den Eindruck, dass sich die Stimmung im Ort merklich verbessert habe, weil die Arbeiten im Zeitplan liegen und das Vertrauen in die Baufirma groß sei.

Aktuelles Bild von der Baustelle: Stück für Stück wird die Bramkebrücke über der Okertalsperre abgerissen.

Aktuelles Bild von der Baustelle: Stück für Stück wird die Bramkebrücke über der Okertalsperre abgerissen. Foto: Neuendorf

Altenau-Schulenbergs Ortsbürgermeister Detlef Henke (SPD) sieht denselben Effekt: Die Umleitungen bleiben für viele eine Belastung, doch das Vorankommen auf der Baustelle macht den Unterschied. „Als vor Kurzem der Kran aufgestellt wurde, spürten die Menschen erstmals: Hier passiert wirklich etwas“, sagt Henke. Fotos und Videos vom Kran gingen schnell durch den Ort, und die Bewohner konnten fast täglich die Veränderungen an der Brücke begleiten.

Ende 2027 ist Fertigstellung der Brücke geplant

Der Ortsbürgermeister ist erleichtert, dass es in Schulenberg so gut und verhältnismäßig schnell vorangehe – vor allem, wenn er mit Blick nach Salzgitter sieht, wie lange Brückenprojekte anderswo dauern und wie lange dort Straßen teilweise gesperrt sind oder Geschwindigkeitsbegrenzungen bestehen. Nach aktuellem Stand ist für die Bramkebrücke Ende 2027 mit der Fertigstellung zu rechnen. Henke hofft, dass sie so lange halten wird wie ihre Vorgängerin, die aus den 1940er-Jahren ist. Gleichzeitig freut er sich, dass dann beide Brücken über die Okertalsperre, also Bramke- und Weißwasserbrücke, erneuert sind und in den kommenden Jahrzehnten einer ungehinderten Fahrt in die Ortsteile der Berg- und Universitätsstadt eigentlich nichts im Wege stehen sollte.

Der Kran hilft beim Abriss der Brücke und sorgt für Faszination bei den Schulenbergern.

Der Kran hilft beim Abriss der Brücke und sorgt für Faszination bei den Schulenbergern. Foto: Neuendorf

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