Das Böse lauert auch vor Bad Harzburgs Haustüren
Die Betrüger von heute bedienen sich auch der Technik von heute: Sie versuchen ihre Opfer mit dem Smartphone über das Ohr zu hauen. Foto: dpa
Unbekannte Anrufer, Menschen in einer Notlage, Taschendiebe in der Stadt: Dieter Inert klärte bei einem Vortrag im Bad Harzburger Mehrgenerationenhaus darüber auf, wie man sich vor Betrüger schützen kann, bevor es zu spät ist.
Bad Harzburg. Menschen über gängige Maschen aufzuklären und so Verbrechen vorzubeugen – dieser bedeutenden Aufgabe hat sich der pensionierte Polizeibeamte Dieter Inert angenommen. Mittwochabend klärte er im Mehrgenerationenhaus die Teilnehmer über den Enkeltrick sowie Taschen- und Trickdiebstahl auf.
Dieter Inert klärt die Teilnehmer über die verschiedenen Betrugsmaschen auf. Foto: Jenzora
In der heutigen Zeit ist es keine Seltenheit mehr, dass vor allem ältere Menschen Opfer von Betrügereien werden, insbesondere des sogenannten Enkeltricks. Laut Inert ist es daher wichtig, über die verschiedenen Formen des Betrugs aufgeklärt zu sein, damit solche Verbrechen gar nicht erst passieren. „Ich halte sehr viel von Prävention. Sie gibt einem das Gefühl, dass man nicht hilflos ist“, erzählte Inert. Hellhörig sollte man laut Inert werden, wenn unbekannte Anrufer ein Ratespiel beginnen und sich nicht selbst vorstellen oder Unbekannte eine Notlage über das Smartphone oder Handy vorspielen und schließlich Geld fordern. Die beste Lösung sei in dem Fall immer, das Telefonat zu beenden oder die Nachricht zu blockieren.
Man solle sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und niemals persönliche Daten von sich preisgeben. „Wenn sich jemand als ein Verwandter ausgibt, der in einer Notlage ist, rufen Sie denjenigen unter der richtigen Nummer an und vergewissern Sie sich“, riet der ehemalige Polizeibeamte. Auch der Anruf bei der Polizei sei wichtig: „Die Kollegen brauchen einen Anhaltspunkt, damit sie verstärkt in eine Richtung ermitteln können.“
Betrüger spielen meist eine Notlage vor
Die Details der Geschichten variieren, mit denen Betrüger das Vertrauen ihrer Opfer gewinnen. Im Kern sei es jedoch immer das gleiche: Eine Person befindet sich in einer Notlage. Das Ziel der Täter sei häufig, die Opfer in eine Stresssituation zu versetzen, in der sie manipulierbar und bereit sind, den Forderungen nachzugehen. „Manche Verbrecher kommen bis vor Ihre Haustür. Gucken Sie also vor dem Öffnen der Tür immer durch den Türspion“, erinnerte Inert. Der ehemalige Polizeibeamte riet den Teilnehmern, Unbekannten die Tür gar nicht erst zu öffnen und Nachbarn oder Verwandte zur Hilfe zu rufen.
Inert gab noch weitere Tipps zum Thema Taschendiebstahl: Größere Geldsummen nicht beim Schalter holen, sondern sich in einem Büro der Bank übergeben lassen. Größere Menschenmengen in der Öffentlichkeit meiden. Die Tasche nah am Körper halten. Geld lose in der Hosentasche tragen und wichtige Ausweise sowie Dokumente als Kopie mit sich tragen.