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Neues Amt

GZ Plus IconSaskia Löhr kümmert sich in Braunlage um Belange von Behinderten

Saskia Löhr ist die erste Behindertenbeauftragte der Stadt Braunlage und lebt in St. Andreasberg. 

Saskia Löhr ist die erste Behindertenbeauftragte der Stadt Braunlage und lebt in St. Andreasberg. Foto: Nachtweyh

Nun hat auch die Stadt Braunlage eine Behindertenbeauftragte: Saskia Löhr aus St. Andreasberg hat das Ehrenamt übernommen. Der GZ erzählt die 37-Jährige, was sie vorhat.

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Von Berit Nachtweyh
Sonntag, 25.01.2026, 04:00 Uhr
Mitte Dezember war Saskia Löhr vom Rat der Stadt Braunlage offiziell zur Behindertenbeauftragten der Stadt ernannt worden, inzwischen ist sie für ihr Ehrenamt von der Stadtverwaltung mit einer eigenen Mobilnummer und einer eigenen E-Mail-Adresse ausgestattet worden. „Jetzt kann es richtig losgehen“, freut sich die 37-jährige St. Andreasbergerin. Fußstapfen, in die sie treten könnte, gibt es nicht: „Das ist jetzt für alle Seiten Neuland“, sagt Saskia Löhr. Denn das Amt des Behindertenbeauftragten gab es in der Stadt bisher nicht.

Seit sechs Jahren ist Saskia Löhr krankheitsbedingt auf einen Rollstuhl angewiesen. Ihre Erfahrungen, die sie seitdem im Alltag sammelt, will sie nun in das Ehrenamt einbringen. „Es gibt viele Punkte, wo man ansetzen kann“, weiß sie. Bei anderen Menschen den Blick zu schärfen für die unterschiedlichen Belange von Menschen mit Beeinträchtigungen ist eines ihrer Hauptanliegen. Und natürlich wolle sie auch anderen Menschen Mut machen, mit (und trotz) einer Beeinträchtigung am Leben teilzunehmen und ihre Bedürfnisse zu artikulieren.

Blick für Kleinigkeiten

„Wesentliche Aufgabe der Behindertenbeauftragten ist es, die Stadtverwaltung und den Stadtrat über die besonderen Belange und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung zu informieren und zu beraten sowie Impulse für eine Fortentwicklung der Behindertenpolitik auf kommunaler Ebene zu geben“, beschreibt die Stadtverwaltung das neu geschaffene Amt. Genau das hat sich Saskia Löhr vorgenommen: Sie will an den Ratssitzungen teilnehmen und als beratendes Mitglied auch an den Sitzungen des Bau-, Verkehrs- und Tourismusausschusses. Die Belange von Behinderten bei Vorhaben und Planungen von Anfang an mitzudenken – darum will sie sich kümmern. Oft seien es ja nur Kleinigkeiten, die den Alltag mit Rollstuhl, Rollator oder Blindenstock erschweren, weiß Saskia Löhr. Doch für diese Kleinigkeiten gelte es, eine Sensibilität und einen Blick zu entwickeln.
Fehlende Behindertenparkplätze im Stadtgebiet von Braunlage ist ein Thema, um das sich Saskia Löhr kümmern will.

Fehlende Behindertenparkplätze im Stadtgebiet von Braunlage ist ein Thema, um das sich Saskia Löhr kümmern will. Foto: dpa

Kontakte erwünscht

Dass in Braunlage, St. Andreasberg und Hohegeiß schon allein wegen der topographischen Gegebenheiten eine barrierearme Gestaltung von Gehwegen und Zugängen schwerer ist als anderswo, weiß Saskia Löhr ebenfalls aus eigener Erfahrung. Daher müsse sie sehen, was machbar und wie es umsetzbar ist. Beispielsweise mehr Behindertenparkplätze einzurichten, sollte nicht so schwierig sein, meint sie. Im Blick hat Löhr dabei durchaus auch den Tourismus. „Das ist für Braunlage ein wichtiger Faktor und deshalb sollte man ihn nicht außer Acht lassen“, meint sie.

Freuen würde sich Saskia Löhr, wenn sich Menschen mit Beeinträchtigungen mit ihren Anliegen bei ihr melden. Denn auch als Ansprechpartnerin für Einzelne ist die Behindertenbeauftragte zuständig. „Je mehr wir werden, desto mehr können wir vor Ort vielleicht auch gestalten“, wünscht sie sich. Zu erreichen ist Saskia Löhr unter Telefon (01520) 6366478 oder per E-Mail unter behindertenbeauftragte@stadt-braunlage.de. Ob sie in Zukunft auch feste Sprechzeiten anbieten wird, steht noch nicht fest.

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