Zähl Pixel
Verkaufen und zurückmieten

GZ Plus IconBBS Seesen: Landkreis Goslar liegt ein konkretes Angebot vor

Zwei Männer stehen vor dem Gebäude der BBS Seesen.

Oliver Göcke, der sich schon 2025 mit der Stadt zusammengesetzt hat zu dem Thema, hat ein konkretes Angebot zum Kauf der BBS Seesen abgegeben. Foto: Heinemann

Ein konkretes Kaufangebot, ein weiterer Interessent: Der Landkreis Goslar prüft derzeit das einzige vorliegende Angebot für das Gebäude der BBS Seesen.

author
Von Ronja Heinemann
Donnerstag, 22.01.2026, 10:00 Uhr

Seesen. Die Zukunft des Gebäudes der Berufsbildenden Schulen (BBS) Seesen bleibt weiterhin offen. Wie der Landkreis Goslar auf Anfrage mitteilte, liegt im laufenden Interessenbekundungsverfahren bislang lediglich ein konkretes Kaufangebot vor. Dieses werde derzeit ausgewertet, zu inhaltlichen Details äußert sich die Kreisverwaltung jedoch nicht.

Damit konkretisieren sich die monatelangen Spekulationen rund um den möglichen Verkauf der Immobilie, über die die GZ bereits mehrfach berichtet hatte. Hintergrund ist die Absicht des Landkreises, das Schulgebäude für mindestens eine Million Euro zu veräußern und anschließend einen Teil der Flächen – rund 1300 Quadratmeter – zurückzumieten, um den Schulbetrieb fortzuführen.

Nach Angaben des Landkreises hat sich ein weiterer potenzieller Interessent gemeldet, bislang jedoch noch kein Angebot abgegeben. Ob und wann dies geschehen wird, ließ die Verwaltung offen.

Ein konkretes Angebot

Zu den Eckdaten des bislang vorliegenden Angebots – etwa zum Kaufpreis oder zur Identität des Bieters – machte der Landkreis keine Angaben. Auf Nachfrage bestätigte jedoch Oliver Göcke aus Seesen gegenüber der GZ, dass er das Angebot abgegeben hat.

Der Bauunternehmer und Zweiradmeister hatte sich bereits vor rund einem Jahr mit dem Standort beschäftigt, als eine Verlagerung der BBS nach Goslar diskutiert wurde. Damals kam er zu dem Schluss, dass der Standort Seesen die kostengünstigste Lösung sei.

In einem früheren Gespräch mit der GZ erklärte Göcke zudem, dass sich das Gebäude grundsätzlich in einem besseren Zustand befinde als vielfach angenommen. Dringend sanierungsbedürftig seien jedoch die Elektroinstallation, die Heizung sowie der Brandschutz. Die dafür notwendigen Investitionen schätzte er auf rund zwei Millionen Euro.

Wer der neue Interessent ist, wisse er nicht, so Göcke. Er sei überrascht gewesen, dass sich noch jemand gemeldet habe. Die ursprüngliche Frist zum 31. Dezember 2025 habe er selbst verpasst und eine Fristverlängerung bis zum 15. Januar erhalten. „Ich war also schon spät dran. Der andere Interessent hat bislang nicht einmal ein Angebot abgegeben“, so Göcke. Eine Begehung habe es für diesen nach seinem Kenntnisstand ebenfalls noch nicht gegeben. Für die Ausarbeitung seines Angebots habe er rund ein Jahr und etwa 2000 Arbeitsstunden investiert. „Mal schauen wie lange das jetzt dauern wird. Hat man überhaupt Zeit zu warten?“, stellt der Seesener die Frage in den Raum.

Weiteres Verfahren

Zur Frage, ob das geforderte Mindestgebot von einer Million Euro erreicht oder überschritten wird, wollte sich der Landkreis nicht äußern. In der offiziellen Bekanntmachung heißt es jedoch, dass Angebote unterhalb dieser Summe nicht berücksichtigt werden.

Göcke erklärt, er habe alle geforderten Kriterien erfüllt. Auch eine Rückanmietung der benötigten Schulflächen durch den Landkreis sei Bestandteil seines Angebots.

Das weitere Verfahren sieht vor, dass Landrat Alexander Saipa den Kreisausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung über den aktuellen Stand informiert. Erst danach dürfte sich abzeichnen, ob und wann eine Entscheidung über den Verkauf getroffen wird.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region