Vom gelungenen Bahnüberbau zum Grundwasser-Frust
Die Bahnbrücken sind lange fertig. Doch beim Straßenbau geht es nicht voran. Foto: Leifeld
Ein hoher Grundwasserspiegel verhindert seit Jahren den Straßenausbau an den Ringelheimer Bahnbrücken. Nun nennt die DB Infra Go einen neuen Termin.
Nordharz. Für Einwohner der Ortschaften Alt Wallmoden, Sehlde und Ringelheim ist die Brückenbaustelle an der L498 zwischen Ringelheim und Sehlde ein Ärgernis – doch nun scheint Schwung in die Sache zu kommen.
Zur Erinnerung: Seit Januar 2023 schritt der Neubau der zwei Bahnbrücken als Baustelle der Bahn AG, bewegt von vielen technischen Superlativen, zunächst gut voran. Die Brücke der Bahnverbindung Ringelheim–Baddeckenstedt wurde im Oktober 2023 mithilfe mehrerer Modulfahrzeuge „eingefahren“. Bei der zweiten Brücke (Ringelheim-Seesen) war das Verfahren etwas anders: Die zwei Widerlager wurden parallel zum neuen Standort gebaut und eingeschoben – und der Stahlüberbau im Juli 2024 durch einen 750-Tonnen-Mobilkran aufgelegt. Beide Bauverfahren waren besonders und wurden gewählt, um die Beeinträchtigungen für Bahnreisende auf ein Minimum zu beschränken.
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Das klappte gut. Aber auch die Bautätigkeiten an der L498 liegen in den Händen der Bahn AG, da es sich um einen Kreuzungsbereich von Bahn und Straße handelt. Doch dort, wo technische Superlative beim Brückenbau geboten wurden, zeigt sich die Straßenbaustelle schleppend.
Grundwasser ist das Problem
War das Projektende in den ersten Planungen für Ende 2024 terminiert, verzögerte es sich immer wieder – seit vielen Monaten waren nicht einmal mehr Bauarbeiter oder Maschinen vor Ort. Bürger und Autofahrer schimpften, Ratsmitglieder zeigten sich ratlos. Sogar das NDR-Regionalfernsehen drehte im Sommer 2025 einen Kurzbeitrag über die verwaiste Baustelle und den Frust der Anwohner und Pendler.
Mit dem Bau der neuen Straße soll in der Unterführung ein seit vielen Jahren gewünschter Fuß- und Radweg entstehen. Bisher glich die enge und für alle Verkehrsteilnehmer sehr unübersichtliche Durchfahrtsbreite immer einem Nadelöhr. Die Brücken wurden entsprechend breiter gebaut, um selbst Lkw-Begegnungsverkehr und einem Fuß- und Radweg den erforderlichen Platz zu bieten. Von der Bahn AG selbst gab es hingegen lange Zeit gar keine Informationen.
Sorgen und Bauverzögerungen entstanden durch die erforderliche Durchfahrtshöhe der Bahnbrücken. Ein überraschend hoher Grundwasserspiegel und die damit verbundene, erforderliche Entwässerung der Landstraße im Bereich der Unterführung bremsten das Projekt aus.

Ein hoher Grundwasserspiegel bereitet Probleme. Foto: Leifeld
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Die Landesstraße 498 soll im Bereich der Brücke in der Höhe und Breite weiterhin angepasst werden. Der bestehende Straßenverlauf bleibt dabei grundsätzlich erhalten. Um die erforderliche Durchfahrtshöhe (4,70 Meter) unter den Brücken zu gewährleisten, wird die Fahrbahn innerhalb des Bauabschnitts abgesenkt. Sobald konkrete Auskünfte über genaue Termine gegeben werden können, will die DB Infra Go AG informieren.
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