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Sieben Baustellen

GZ Plus IconAuf der B 498 zwischen Oker und Altenau herrscht Ampelfrust

Siebenmal stehen Autos auf der Strecke zwischen Oker und der Altenauer Brauerei an Baustellenampeln.

Siebenmal stehen Autos auf der Strecke zwischen Oker und der Altenauer Brauerei an Baustellenampeln. Foto: Raksch

Sieben Baustellen und Ampeln behindern auf der B 498 zwischen Oker und Altenau den Verkehr. Bis zu zehn Minuten länger brauchen Einwohner und Pendler mit dem Auto für die Strecke. Was passiert auf all diesen Baustellen?

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Von Robin Raksch
Mittwoch, 16.10.2024, 16:00 Uhr

Altenau. Sieben Baustellenampeln und teils mehrere Minuten Wartezeit pro Halt: Für Autofahrer ist die Strecke auf der B 498 von Oker bis nach Altenau Tag für Tag ein Geduldsspiel. Um was für Bauvorhaben handelt es sich? Wie lange stehen Pendler genau? Die GZ wagt den Selbstversuch.

Los geht es mit dem Auto in Oker noch recht entspannt: Immerhin sind die Mitarbeiter der Bergsicherung Ilfeld am Montagmorgen gegen 11 Uhr gerade dabei, die Baustellenampeln auf der B 498 nahe Hallesche Höhe außer Betrieb zu nehmen. Dabei handele es sich um Felsberäumungen im Auftrag der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, erklärt der Goslarer Geschäftsbereichsleiter Günter Hartkens später.

Nahe der Marienwand stehen Autofahrer länger als eine Minute. Und das ist noch nicht die größte Baustelle.

Nahe der Marienwand stehen Autofahrer länger als eine Minute. Und das ist noch nicht die größte Baustelle. Foto: Raksch

Zehn Minuten Rotphase

Wer ganz viel Pech hat, verbringt auf der Strecke von Oker nach Altenau trotz der einen abgeschalteten Ampel auch mal neun bis zehn Minuten vor roten Ampeln.

Zum ersten Stopp kommt es nahe der Marienwand. Weiße Planen und Baugerüste bedecken große Teile des Damms. Auf der Straße: Baufahrzeuge und Container.

Dort sanieren die Harzwasserwerke die Maschinenhäuser und die Straße ist einseitig gesperrt: Mehr als eine Minute stehen Autofahrer an der Ampel, bevor sie sich auf den Weg zur nächsten Baustelle machen können.

Baugerüste verdecken im Okertal derzeit die Sicht.

Baugerüste verdecken im Okertal derzeit die Sicht. Foto: Raksch

Schutthaufen und Geröllfangzaun

Zahlreiche weitere Hindernisse folgen auf der Strecke: Kurz vor Romkerhall, ist die Straße bereits seit einem Jahr halbseitig gesperrt: Trümmer der am 20. Oktober 2023 abgebrannten „Villa Helene“ vor Romkerhall blockieren die Fahrbahn. Da Teile des Gebäudes direkt an der Straße einzustürzen drohten, musste der Feuerwehrchef anordnen, vordere Teile der „Villa Helene“ einzureißen. Und die liegen noch immer auf der Fahrbahn. Die Zuständigkeit liegt laut Altenaus Ortsbürgermeister Alexander Ehrenberg (SPD) bei der Stadt Goslar. Aber: „Da passiert seit einem Dreivierteljahr gar nichts“, ärgert er sich. Auch für die Pendler ist es ein Ärgernis, denn bis der Schutthaufen entfernt worden ist, regelt eine weitere funkgesteuerte Ampel den Verkehr – eine weitere Verzögerung von 35 Sekunden.

Der Bauschutt der Villa Helene liegt nunmehr ein Jahr auf der B 498 und behindert den Verkehr.

Der Bauschutt der Villa Helene liegt nunmehr ein Jahr auf der B 498 und behindert den Verkehr. Foto: Raksch

Das allein mag nicht nach viel klingen, aber die Extraminuten auf der sonst relativ kurzen Strecke summieren sich schnell: Nur eine Kurve und wenige Meter weiter kommt das Auto erneut zum Halten – kurz nach dem Parkplatz am Romkerhaller Wasserfall.

Für 500.000 Euro baut die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr dort im oberen Bereich des Abhangs einen weiteren Geröllfangzaun auf, um die darunter liegende Straße zu schützen. Voraussichtlich bis zum 15. Februar 2025 werden Autofahrer noch an der Baustelle stehen müssen. Im weiteren Verlauf der Bauzeit wird es auch eine kurzfristige Vollsperrung der Strecke geben. Denn für den Einsatz eines Krans ist die gesamte Breite der Straße notwendig.

Der Stillstand an der roten Ampel zieht sich, langsam fährt der Gegenverkehr vorbei, bis die Ampel nach zwei Minuten auf Grün springt.

Abwasserleitung für die Bramkebrücke

Vorbei an der gesperrten Bramkebrücke mündet die Straße anschließend in die längste der sieben Baustellen: Um voraussichtlich im nächsten Jahr mit dem Neubau der Bramkebrücke zu beginnen, verlegen die Harzwasserwerke derzeit eine neue Abwasserleitung. Bis Ende des Jahres wollen sie die Leitung fertig verlegt haben, sagt Norman Droste, Referent der Harzwasserwerke.

Auf der davor liegenden Straße kehrt im noch immer stehenden Auto Ungeduld ein. Als die Ampel auf Grün schwenkt, zeigt die Uhr 3,5 Minuten Wartezeit an.

Zwei Baustellen innerorts

Ein Lichtblick: Wer danach in Richtung Clausthal-Zellerfeld abbiegt, hat jetzt alle Baustellenampeln der B 498 hinter sich. Weiter durch den Ort in Richtung Altenauer Brauerei warten indes aber noch zwei weitere: Die Harzenergie lässt kurz hinter dem Ortseingang die Wasserhauptleitung erneuern und die Stadt Clausthal-Zellerfeld saniert in der Ortsdurchfahrt den Gehweg. Nach nochmal jeweils einer Minute Wartezeit ist die Odyssee durch das Nadelöhr B 498 nach Altenau überstanden.

In Altenau wird der Gehweg saniert.

In Altenau wird der Gehweg saniert. Foto: Raksch

„Die Leute sind genervt“, und würden sich über die Verkehrssituation beschweren, sagt Ortsbürgermeister Ehrenberg. Genehmigungen für die vielen gleichzeitig aufgestellten Ampeln stelle jedoch nicht die Stadt selbst aus, sondern der Landkreis. Dass an so vielen Stellen gleichzeitig gebaut werde wie in letzter Zeit, habe der Ur-Altenauer auch selbst in den vergangenen 30 bis 40 Jahren bisher nicht erlebt, sagt er. So oder so müssen sich Pendler bei all den Baustellen wohl auch in den nächsten Monaten noch auf lange Fahrten gefasst machen.

Nahe der Altenauer Ortseinfahrt erneuert die Firma Circet K & R Eilers die Hauptwasserleitung.

Nahe der Altenauer Ortseinfahrt erneuert die Firma Circet K & R Eilers die Hauptwasserleitung. Foto: Raksch

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