Zwischen Polarlichtern und Uni-Alltag: Harzer Studentin in Norwegen
Studentin Sophie Wiedehage teilt ihre Erfahrungen aus Norwegen, ein besonderes Highlight sind für sie die Nordlichter. Foto: TU Clausthal, Montage: Müller
Anderthalb Wochen im Wohnmobil, ein Semester in Norwegen: Sophie Wiedehage, Studentin der TU Clausthal sammelt Auslandserfahrungen in Trondheim. Was bleibt in Erinnerung?
Clausthal-Zellerfeld. Als Sophie Wiedehage Ende Juli in ein Wohnmobil stieg, begann ihr Auslandssemester. Die Studentin der TU Clausthal reiste gemeinsam mit ihrem Freund anderthalb Wochen in Richtung Norden. Ihr klares Ziel lautete Trondheim in Norwegen.
HINTERGRUND
Mit einem internationalen Netzwerk und einer großen Auswahl an Partnerhochschulen eröffnet die TU Clausthal ihren Studierenden zahlreiche Wege für Auslandserfahrungen. Dazu zählen Auslandssemester, Austauschprogramme wie Erasmus+ für Praktika sowie Winter- und Sommerschulen.
Das Internationale Zentrum Clausthal (IZC) begleitet Studierende von Anfang an mit individueller Beratung und unterstützt bei der Suche nach dem passenden Standort sowie bei organisatorischen Fragen. Viele der Partnerhochschulen weltweit – etwa in Japan, Finnland, Albanien, Ägypten oder Chile – bieten englischsprachige Lehrveranstaltungen an, sodass das Studium auch im Ausland nahtlos fortgeführt werden kann.
Die 28-Jährige studiert laut einer Mitteilung der TU eigentlich Materialwissenschaften und Werkstofftechnik an der Oberharzer Universität. Sie wollte aber neue Erfahrungen sammeln, ihre Englischkenntnisse vertiefen und ein unbekanntes Land entdecken. Letztendlich fiel die Wahl auf die Norwegian University of Science and Technology (NTNU) – einerseits wegen der faszinierenden Natur in Skandinavien und andererseits wegen der exzellenten Englischkenntnisse der norwegischen Bevölkerung.
Wohnungssuche ist eine Herausforderung
Im August kam Wiedehage pünktlich zum Semesterstart in Trondheim an. In der ersten Zeit ging es vor allem ums Ankommen, sagt sie rückblickend. Und um die Suche nach einem Zuhause. Einen Platz im Wohnheim hatte sie nicht ergattert, stattdessen fand sie schließlich ein Zimmer in einer Vierer-WG auf dem privaten Wohnungsmarkt. Dort lebte sie gemeinsam mit anderen internationalen Studentinnen.

Die NTNU in Trondheim ist deutlich größer als die TU Clausthal, auch wenn es viele inhaltliche Parallelen gibt. Foto: TU Clausthal
Der erste Eindruck von der NTNU stimmte: „Die ersten Tage vor Ort waren geprägt von einer großen Kennenlernwoche inklusive Eröffnungszeremonie und vielen Events, um andere internationale Studierende zu treffen.“ Sprachbarrieren? Fehlanzeige. In Norwegen spreche fast jeder perfektes Englisch, auch die Lehrveranstaltungen im Masterbereich fänden überwiegend auf Englisch statt, erzählt Wiedehage.
Viele Parallelen zwischen Trondheim und Clausthal
Die NTNU ist mit ihren 44.000 Studierenden deutlich größer als die TU Clausthal, doch inhaltlich entdeckte die 28-Jährige viele Parallelen. Beide Hochschulen verbinde ein aktives Campusleben, ein Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Werkstoffforschung sowie ein hoher Praxisbezug im Studium. „An der NTNU ist fast jedes naturwissenschaftliche Fach mit einem integrierten Labor verknüpft, sodass die Theorie sofort praktisch angewendet wird“, hebt sie hervor.

Sophie Wiedehage verbringt in Norwegen viel Zeit in der Natur. Foto: Privat
Neben dem Studium prägte vor allem das Leben außerhalb der Hörsäle ihr Auslandssemester. Wiedehage nutzte das umfangreiche Sportangebot der Universität. Ihr persönliches Highlight waren zwei Ausritte auf Islandpferden durch die norwegische Landschaft. „Die Natur ist dort einfach allgegenwärtig“, sagt sie. „Man tritt aus der Tür und ist quasi schon im Wanderparadies.“

Die idyllische Natur in Norwegen bleibt der Oberharzer Studentin noch lange in Erinnerung. Foto: Privat
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein Abend hoch über der Stadt, an der Festung Kristiansten. Dort konnte sie erstmals die Polarlichter beobachten – grüne Schleier, die sich über den Nachthimmel zogen.
Im Dezember ging es mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland. Die Natur vermisse sie jetzt schon. „Ganz besonders fehlen mir aber die Menschen. Mit ihrer herzlichen und unkomplizierten Art haben sie mein Auslandssemester unvergesslich gemacht.“ Anderen Studierenden rät sie: „Traut euch, das Abenteuer Auslandssemester zu wagen.“
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