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Keine Folklore mehr am Molkenhaus

GZ Plus IconNach 35 Jahren: Bad Harzburgs Harzklub sagt das Maisingen ab

Im vergangenen Jahr feiert der Harzklub mit seinem Vorsitzenden Uwe Siebels (r.) noch fröhlich das Maisingen. Es war dies die 35., aber auch letzte Veranstaltung ihrer Art.

Im vergangenen Jahr feiert der Harzklub mit seinem Vorsitzenden Uwe Siebels (r.) noch fröhlich das Maisingen. Es war dies die 35., aber auch letzte Veranstaltung ihrer Art. Foto: Knoke

35 Jahre lang sind die Menschen zum Harzklub-Maisingen aufs Molkenhaus gekommen, um Folklore zu genießen. Eine 36. Auflage wird es aber nicht geben. Das sind die Gründe.

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Von Holger Schlegel
Donnerstag, 12.02.2026, 17:00 Uhr

Bad Harzburg. 35 Mal, bis auf die Corona-Zeit in jedem Jahr, hatten sich die Freunde der Harzer Folklore auf Einladung des Harzklubs zum Maisingen am Molkenhaus getroffen. Eine 36. Auflage wird es jedoch nicht geben. Der ausrichtende Harzklub hat aus vielen Gründen die Reißleine gezogen und die Veranstaltung begraben.

Eigentlich waren für 2026 schon die Eckdaten festgelegt: Am Muttertag, dem 10. Mai, sollte wieder auf dem großen Platz am Molkenhaus Folklore in allen Spielarten geboten werden. Später schon als sonst, normal wäre das erste Maiwochenende gewesen. Doch da hatte in der Vergangenheit gelegentlich das Wetter nicht mitgespielt.

Aber Bad Harzburgs Harzklub-Chef Uwe Siebels hat noch viele andere Argumente, weswegen die Sache dann doch abgeblasen wurde. Zum einen rennen dem Harzklub, wie vielen Veranstaltern, die Kosten davon. Technik und Bühne sind teurer geworden. Auch die auftretenden Gruppen wollen laut Siebels mittlerweile mindestens Fahrtgeld haben. Dann sprangen auch noch Sponsoren ab. Großartige Einnahmen kann der Verein nicht gegenrechnen, der Eintritt war stets frei. Trotzdem habe die Zuschauerresonanz immer mehr nachgelassen, führt Siebels als weiteren Grund an. Gerade die älteren Besucher, und die bildeten die Mehrheit, scheuten mehr und mehr den Weg hinauf zur Waldgaststätte. Egal, ob zu Fuß oder mit dem Bus. „Es wurde auch immer schwieriger, die Veranstaltung personell zu stemmen“, so Siebels.

Trotz all dieser Bedenken hatte der Harzklub die Sache noch nicht ganz aufgegeben und startete eine Umfrage unter dem Motto „Was wünscht Ihr Euch vom Maisingen?“. Das Ergebnis sei ernüchternd gewesen, bedauert der Vorsitzende. Ältere können gesundheitlich kaum noch kommen, Jüngere interessiert die Veranstaltung schlichtweg nicht. Vielen sei das Maisingen altbacken vorgekommen. Jetzt das Programm komplett neu aufzustellen, sei schwierig, so Siebels, teuer zudem auch noch. Und: „Wir sind keine Eventmanager.“ Der Harzklub stehe für Wandern. „Tradition in allen Ehren, aber die Zeit war reif, eine harte Entscheidung zu treffen.“ Also: Das Maisingen wird begraben.

Dennoch möchte der Harzklub wieder etwas Geselliges und Unterhaltsames anbieten: Durch die Fusion mit dem Harlingeröder Zweigverein gehört der Bad Harzburger Gruppe auch die Harzer-Roller-Hütte mit einem großen Freigelände. Und dort, so kündigt Uwe Siebels an, könnte es demnächst eine größere Veranstaltung speziell auch für Familien geben.

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