Parteiausschluss: Bisheriger Vorsitzender Müller darf nicht rein
AfD-Generalsekretärin Sonja Nilz begrüßt mit Gernot Ludwig, Mitglied des AfD-Kreisvorstands Goslar, Gäste einer Versammlung in Clausthal. Foto: Stade
Bei einem AfD-Treffen in Clausthal geht es auch um das Parteiausschlussverfahren gegen den bisherigen Kreischef Main Müller. Der kommt auch, darf aber nicht in den Saal.
Clausthal-Zellerfeld. Im AfD-Kreisverband Goslar bleibt es unruhig: Dass es in der Partei weiter gärt, zeigte sich während einer Versammlung, zu der der Clausthal-Zellerfelder Gernot Ludwig als Mitglied des im Dezember gewählten Kreisvorstands für Samstag in den Oberharz eingeladen hatte. Während des Treffens vor rund 30 Mitgliedern ging es munter bis turbulent zu.
Zoff um “Ehrenmann“ aus Seesen
Landesvorstand will AfD-Kreisvorsitzenden Müller aus der Partei werfen
Die aus dem Kreis Peine angereiste niedersächsische Generalsekretärin Sonja Nilz bestätigte das Parteiausschlussverfahren gegen den bisherigen Kreisvorsitzenden Main Müller aus Seesen und dass der Landesvorstand diesem die Mitgliedsrechte entzogen hat. Mehr sagte sie unter Verweis darauf, dass die Angelegenheit beim Landesschiedsgericht liegt, nicht. Nilz beantwortete geduldig Fragen, aber eben nicht zum beabsichtigten Rauswurf Müllers. Stattdessen lenkte sie den Blick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen, für die gelte es, Mitglieder aufzustellen.
AfD-Kreisparteitag
Main Müller unter Ausschluss der Presse in Seesen wiedergewählt
Müller, der im Clinch mit Vorstandsmitgliedern, Ex-Vorstandsmitgliedern sowie Mitgliedern des AfD-Stadtverbandes Bad Harzburg liegt, war auch nach Clausthal gekommen, aber an der Tür zum Versammlungsort abgewiesen worden. Im Saal gab es indes Mitglieder, die in seinem Sinne Fragen stellten.
Ein Gast aus Lüneburg
So wies Nilz einen Fragesteller zurecht, als der immer wieder auf Main Müller und den „Restvorstand“ zu sprechen kam. Die Situation spitzte sich zu, als sich Simon Arndt aus Lüneburg zu Wort meldete, um „seine Geschichte“ zu erzählen. Nilz wies Arndt aus dem Saal, als er einige Minuten geredet hatte. Er sträubte sich zunächst, forderte dann aber Gäste der Versammlung auf, ihm nach draußen zu folgen. Etwa die Hälfte der Besucher verließ vorübergehend den Saal, um ihm zuzuhören.Kreisverband Goslar
AfD-Vorstand: Nach dem Rücktritt bleibt vieles unklar
Gegen Arndt hatte es ebenfalls ein Parteiausschlussverfahren des AfD-Landesvorstands unter dem Vorsitzenden Ansgar Schledde gegeben. Das Bundesschiedsgericht hob im Juli 2025 ein Urteil des Landesschiedsgerichts auf und sprach Arndt seine Mitgliedsrechte wieder zu, er erhielt indes eine Abmahnung. Arndt gehört einem Verein an, der aktuell Spenden für den Rechtsstreit zwischen dem Landesvorstand und Main Müller sammelt.
Mehrere Niederlagen
Die Niederlage des Landesvorstands im Streit mit Arndt ist nicht die einzige Schlappe. Das Bundesschiedsgericht bezeichnete auch die Absetzung des früheren Goslarer Kreisvorstands um Dirk Straten und Oliver Hachmeister im Sommer 2024 als rechtswidrig. Und das Landesschiedsgericht rügte im Oktober 2025 die Absetzung des AfD-Kreisvorstands Salzgitter durch den Landesvorstand als rechtswidrig.
Arndt riet Mitgliedern des AfD-Kreisvorstands, einen außerordentlichen Parteitag einzuberufen. Nicht nur dies zeigt, dass es unruhig bleiben dürfte. Ein AfD-Mitglied beklagte, dass es derzeit viel Unruhe und eine unübersichtliche Zahl von AfD-Gruppen gebe, in denen Nachrichten ausgetauscht würden.
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