Grönemeyer bei der Eröffnung in Clausthal-Zellerfeld
Nach seinem Vortrag ist Dietrich Grönemeyer in der Akademie des Sports bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern für Fotos und Widmungen in seinen Büchern sehr begehrt. Foto: LSB Niedersachsen
Der Mediziner und Autor Professor Dietrich Grönemeyer kehrt in seine Geburtsstadt zurück. Er gibt Tipps für die Gesundheit.
Das dürfte runtergegangen sein wie Öl. Sportvereine, sagte Professor Dietrich Grönemeyer, leisten die beste Vorsorge und fügte an. „Sie können das alle besser als wir Ärzte.“
Der Mediziner, Medizinunternehmer und Autor war wieder einmal in seiner Geburtsstadt Clausthal-Zellerfeld zu Gast und eröffnete mit einem Vortrag das zweitägige Forum „Gesundheit in Bewegung“ in der Akademie des Sports. Zunächst entlockte Moderator Eike Bruns dem 73-Jährigen, der im Alter von fünf Jahren den Oberharz verließ, dass der Sport ihn geprägt habe, Jüngere mitzunehmen und für Bewegung zu begeistern. Seine Brüder und er seien früher zu jeder freien Minute draußen gewesen und hätten sich bewegt.
Die neue Lust auf Bewegung im Landkreis Goslar
Für Grönemeyer war das eine perfekte Vorlage für seinen Vortrag, der breit gefächert war. Wir Menschen seien gebaut, um uns zu bewegen, leitete der prominente Referent ein. Oder anders formuliert. „Das beste Medikament auf der Welt ist Bewegung“. Die aber gebe es nun mal nicht in der Packung. Dabei gehe es auch um die innere Haltung, die die äußere stärke und umgekehrt.
Mehr Sport in der Schule
Wichtig sei vor allem, die Kinder wieder in Bewegung zu bringen, so Grönemeyer weiter. Er appellierte dabei an die Sportvereine, sich mit den Schulen zu verbinden, um im zunehmenden Ganztag Bewegung in den Schulalltag zu bringen und stellte die Forderung, mehr als zwei Stunden Sport in der Woche in Schulen zu verankern. Nicht nur das: Er plädierte für einen Gesundheitsunterricht, in dem unter anderem Ernährung ein Thema sein sollte. Das alles sei in besonderem Maße wichtig für Kinder, „die nicht gesehen werden“, bei denen ADHS oder andere psychische Herausforderungen diagnostiziert wurden. Grönemeyer appellierte an die Vereinsvertreter aber auch, sich mit therapeutischen Einrichtungen zu verbinden und den Kontakt zu Seniorenheimen zu suchen.
85 Jahre im selben Verein
Der Mediziner hatte zudem ganz praktische Tipps auf Lager. „Dehnen ist ein wesentlicher Aspekt für die Behandlung von Schmerzen“, sagte Grönemeyer. Es sei wichtig, eine Dehnung auch mal 90 Sekunden zu halten, denn das setze Endorphine frei und mache glücklich. Rund 80 Prozent von Rückenschmerzen seien im Übrigen eigentlich Muskelverspannungen. Wichtig sei, nicht zu spät Sport zu treiben. Das verschlechtere vor allem bei Männern den Schlaf, insbesondere wenn intensiver Sport getrieben wird. Grönemeyer betonte auch die Bedeutung eines guten Schlafs und einer antientzündlichen, sprich zu 50 Prozent pflanzlichen Nahrung. Letztlich gehe es bei allem, was wir tun, um Lebensfreude, was der Autor vieler Sach- und Kinderbücher so zusammenfasste: „Genuss muss, turne bis zur Urne, entspanne dich, guter Schlaf, gemeinsam statt einsam.“ Die Schritte müssten nicht einmal groß sein, denn jeder mache seine eigenen Schritte, „aber man muss sie tun“.
Fußballverrückte Oberharzer fiebern dem Bundesligastart entgegen
Am zweiten Tag des Forums hatten die knapp 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, in vier verschiedenen Phasen aus 18 Workshops zu Themen wie Atemtechniken, Core-Training, Slow Jogging oder verschiedenen Yoga-Formen zu wählen. Diese neuen Impulse sollen für die eigenen Übungsstunden genutzt werden. red/bga
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