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Gesundheit

Weniger Jugendliche wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus

Alkoholhaltige Getränke können schmecken ‒ aber in hohen Mengen auch gefährlich werden. (Symbolbild)

Alkoholhaltige Getränke können schmecken ‒ aber in hohen Mengen auch gefährlich werden. (Symbolbild) Foto: Gerald Matzka/dpa

Weniger Jugendliche landen laut einer Krankenkasse wegen Alkohol im Krankenhaus. Entwarnung gibt sie dennoch nicht: Soziale Medien könnten das Konsumverhalten von Jugendlichen zunehmend beeinflussen.

Von dpa Donnerstag, 29.01.2026, 15:10 Uhr

Hannover. Die Zahl der wegen exzessiven Alkoholkonsums im Krankenhaus behandelten Jugendlichen ist weiter gesunken. Bundesweit wurden im Jahr 2024 hochgerechnet rund 6.600 Heranwachsende zwischen 12 und 18 Jahren wegen einer akuten Alkoholvergiftung stationär aufgenommen, wie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) mitteilte.

Keine Hilfe aus Scham oder Angst vor Konsequenzen

Das entspricht 120 Fällen je 100.000 Jugendliche – gut 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2019 habe sich die Zahl sogar um mehr als 60 Prozent verringert. Die Zahl ist laut KKH das fünfte Mal in Folge gesunken – und nun auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006. Den Höchstwert registrierte die KKH demnach im Jahr 2012 mit insgesamt hochgerechnet rund 20.500 Fällen.

Die Krankenkasse wertet den Rückgang grundsätzlich als positives Signal, warnt jedoch vor falschen Schlüssen. Weniger Klinikaufenthalte bedeuteten nicht zwangsläufig, dass Jugendliche insgesamt deutlich weniger Alkohol konsumierten, erklärte KKH-Psychologin Franziska Klemm.

Häufig spielten Scham oder die Angst vor Konsequenzen eine Rolle, weshalb medizinische Hilfe nicht in Anspruch genommen werde. Die Dunkelziffer bleibe daher hoch, sagte Klemm.

Andere Substanzen wie Nikotinbeutel auf dem Vormarsch 

Zugleich sieht die KKH soziale Medien als wachsenden Risikofaktor. Plattformen wie TikTok oder Instagram beeinflussten das Konsumverhalten von Jugendlichen zunehmend, teilte die Krankenkasse mit.

Dort würden Alkohol und andere Substanzen wie Nikotinbeutel häufig verharmlost oder als erstrebenswert dargestellt. Diese sogenannten Pouches könnten ein Vielfaches des Nikotingehalts einer Zigarette enthalten und seien wegen ihrer unauffälligen Nutzung besonders attraktiv für Jugendliche.

Bewusster Umgang mit sozialen Medien sei wichtig

Aus Sicht der KKH müsse die Präventionsarbeit deshalb weiter verstärkt werden. Neben der Aufklärung über die gesundheitlichen Risiken von Alkohol und Nikotin gehe es auch darum, Kinder und Jugendliche für einen bewussten Umgang mit sozialen Medien zu sensibilisieren, sagte Klemm.

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