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Olympische Winterspiele

„Mittleres Desaster“: Russin nimmt Skier von Hennig Dotzler

Katharina Hennig Dotzler wurde Opfer einer Ski-Verwechslung.

Katharina Hennig Dotzler wurde Opfer einer Ski-Verwechslung. Foto: Daniel Karmann/dpa

Das sieht man auch nicht oft: Beim Skiwechsel im olympischen Langlauf greift eine Konkurrentin zu den Skiern der einzigen deutschen Starterin. Teamchef und Techniker schildern die Situation.

Von dpa Sonntag, 22.02.2026, 11:40 Uhr

Tesero. Die unter neutraler Flagge startende Russin Darija Neprjajeva hat beim Olympia-Abschluss der Langläuferinnen versehentlich die Skier von Katharina Hennig Dotzler genommen. „Sowas habe ich auch noch nicht erlebt“, kommentierte Teamchef Peter Schlickenrieder den ungewöhnlichen Fauxpas im ZDF. Wenn die Skier von der Konkurrentin genommen werde, sei das „ein mittleres Desaster“.

Im Rennen über 50 Kilometer ist es üblich, dass die Sportlerinnen die Skier zwischendurch wechseln. So machte es auch Neprjajeva, nutzte aber die falsche Wechselbox und griff daher zum falschen Material. Die deutschen Skitechniker bemühten sich um schnellen Ersatz. Rund 20 Kilometer vor dem Ende des Rennens konnte Hennig Dotzler dann ihre Skier wechseln. „Katha hat nichts mitbekommen. Das war just in time“, sagte Schlickenrieder.

Schlickenrieders Vergleich mit der Formel 1

Aus Sicht des 56-Jährigen müsse der Zwischenfall für Neprjajeva Konsequenzen haben. „Meiner Meinung nach muss man sie disqualifizieren. Das geht nicht. Das wäre ja dann die nächste Taktik: Dass ich mir ausgucke, wer hat denn in der ersten Runde den besten Ski und nehme mir dann den Ski von der Konkurrentin“, sagte Schlickenrieder. „Das ist, wie wenn man bei der Formel 1 in die falsche Boxengasse fährt, wenn der Ferrari beim McLaren reinfährt.“

Cheftechniker Lukas Ernst schilderte die Situation aus seiner Sicht. „Das Problem war, dass es der letzte Wettkampftag ist. Irgendwann ist einfach Schluss, und das war in diesem Fall fünf Minuten vor dem Start“, sagte er. „Zu diesem Zeitpunkt war das Technikerteam bereits in der Mittagspause, der Wachstruck war im Prinzip heruntergefahren. Wir mussten also alles wieder hochfahren, einen halben Truck neu aufbauen.“

Ernst ergänzte: „Jedes Bügeleisen, jede Wanne, jede Rotorbürste war bereits eingepackt. Da braucht man erst einmal Rüstzeit, bevor man überhaupt wieder anfangen kann, einen Ski zu wachsen. Das war schon eine echte Herausforderung.“

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