Metropolregion Hamburg droht wachsende Beschäftigungslücke
In der Metropolregion Hamburg liegt das Verhältnis älterer Beschäftigter über 55 Jahre zu jungen Arbeitnehmer bis 25 Jahren bei mehr als 2,6 zu 1, wie es in einer Untersuchung der Koordinierungsstelle Fachkräftesicherung der Metropolregion Hamburg heißt. (Symbolbild) Foto: Patrick Pleul/dpa
Fast 560.000 Beschäftigte in der Metropolregion Hamburg gehen bald in Rente. Nachwuchs fehlt – Fachleute warnen vor einer wachsenden Beschäftigungslücke.
Hamburg. Die Metropolregion Hamburg steuert auf ein erhebliches Arbeitskräfteproblem zu. Von den knapp 2,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind fast 560.000 Frauen und Männer älter als 55 Jahre und werden in den nächsten Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden, wie es im zweiten Bericht der Koordinierungsstelle Fachkräftesicherung der Metropolregion Hamburg heißt. Dem gegenüber stünden aber nur etwa 212.000 Beschäftigte unter 25 Jahre.
Es droht eine spürbare Beschäftigungslücke
„Ohne Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung, Ausbildungsförderung und Zuwanderung von Fachkräften droht der Metropolregion eine spürbare Beschäftigungslücke“, warnen die Fachleute.
Für die Untersuchung hat die Koordinierungsstelle nach eigenen Angaben Daten der Bundesagentur für Arbeit vom Juni 2025 ausgewertet. Nicht betrachtet worden seien Beamte, Selbstständige und mithelfende Familienangehörige. Die Metropolregion Hamburg mit ihren rund fünf Millionen Einwohnern reicht um die Hansestadt herum weit in die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hinein.
Bereits einen erheblichen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs leisteten ausländische Beschäftigte, heißt es in der Untersuchung. Mit mehr als 340.000 Männern und Frauen stellten sie inzwischen 14,8 Prozent aller Arbeitnehmer. Bundesweit sei der Schnitt noch zwei Prozentpunkte höher. Auffällig sei aber, dass von den mehr als 330.000 Arbeitssuchenden mehr als 37 Prozent eine ausländische Staatsangehörigkeit hätten. „Diese Diskrepanz gibt Anlass, Ursachen und Hemmnisse bei der Arbeitsmarktintegration gezielt zu analysieren und Unterstützungsmaßnahmen weiterzuentwickeln.“
Schwerin hat geringsten Anteil an ausländischen Beschäftigten
Innerhalb der Metropolregion bestehen den Angaben zufolge deutliche regionale Unterschiede beim Anteil ausländischer Beschäftigter. Den höchsten Anteil weise der Landkreis Harburg mit 18,5 Prozent auf, gefolgt von Hamburg mit 17,7 Prozent und dem Kreis Stormarn mit 15,4 Prozent. Am anderen Ende der Skala liegen der Koordinierungsstelle zufolge Schwerin mit 6,7 Prozent, Nordwestmecklenburg mit 7,1 Prozent und der Landkreis Lüchow-Dannenberg mit 7,8 Prozent.
Mit rund 1.085.000 Beschäftigten entfällt den Angaben zufolge knapp die Hälfte aller fast 2,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Metropolregion auf die Stadt Hamburg. Dahinter folge Lübeck mit rund 106.800 sowie der Kreis Segeberg mit rund 99.500 Frauen und Männer. Die wenigsten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gebe es mit knapp 15.000 im Landkreis Lüchow-Dannenberg.
Mehr als die Hälfte der Frauen arbeitet in Teilzeit
Von den 2,3 Millionen Beschäftigten seien 52,5 Prozent Männer und 47,5 Prozent Frauen. Etwas mehr als die Hälfte der Frauen arbeite in Teilzeit – bei Männern seien es dagegen nur 15,5 Prozent. Die höchste Teilzeitquote bei Frauen gebe es mit 65,6 Prozent im Landkreis Lüchow-Dannenberg, die niedrigste mit 45,6 Prozent in Hamburg und mit 45,5 Prozent in Schwerin.