Marke von zehn Gigawatt Windkraft auf See überschritten
Die Nutzung der Windenergie auf See kommt in Deutschland voran. (Archivbild) Foto: Stefan Sauer/dpa
Wind und Sonne sind schon jetzt das Rückgrat der Stromversorgung. Der Ausbau von Offshore-Windenergieanlagen hat eine wichtige Marke übersprungen. Viele Projekte sind in Planung.
Berlin. Der Ausbau der Windenergie auf See kommt voran. Mit 1.077 Megawatt neu installierter Leistung gab es im ersten Halbjahr einen besonders starken Zuwachs, wie der Bundesverband Windenergie Offshore mitteilte. Zum Stichtag 30. Juni wurde damit in Deutschland erstmals die Marke von zehn Gigawatt (GW) überschritten. Auf Nord- und Ostsee waren demnach 1.764 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 10,8 GW im Betrieb. Ein Gigawatt entspricht 1.000 Megawatt.
Weitere 22 Anlagen mit einer Leistung von 323 Megawatt sind den Angaben zufolge in den Offshore-Windparks Borkum Riffgrund 3, He Dreiht sowie im Nordseecluster A bereits errichtet, aber bislang nicht in Betrieb. Für Projekte mit einer Gesamtleistung von 2,6 GW seien bereits die finale Investitionsentscheidung getroffen worden. Bei weiteren Offshore-Windprojekten mit 17,5 GW fehle bislang noch die finale Investitionsentscheidung. Nach aktueller Planung könnten bis 2032 insgesamt 30 GW Offshore-Windleistung in Deutschland installiert sein.
Windenergieanlagen auf See erzeugen im Durchschnitt mehr Strom als vergleichbare Anlagen an Land. Auf See werden nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft 3.500 bis 4.500 Vollaststunden erreicht, an Land 2.000 bis 3.000 Stunden. Konventionelle Kraftwerke, die etwa mit Kohle befeuert werden, können höhere Werte erreichen. Daher ist die installierte Leistung von Windenergieanlagen nicht direkt mit der Leistung anderer Kraftwerke vergleichbar.
2025 produzierten die deutschen Offshore-Windenergieanlagen nach Angaben des Bundesverbands Windenergie rund 26,1 Millionen Megawattstunden Strom. Das reichte rechnerisch, um den Bedarf von 8,7 Millionen Haushalten mit einem Jahresverbrauch von 3.000 Kilowattstunden abzudecken.