Lüneburg vor Werder-Spiel: „Im Elfmeterschießen Favorit“
Das vorerst letzte DFB-Pokalspiel: 2017 traf der Lüneburger SK auf Mainz 05. Foto: picture alliance / Peter Steffen/dpa
Auf dieses Spiel fiebert man beim Lüneburger SK Hansa seit Wochen hin. Der Fünftligist trifft im DFB-Pokal auf Werder Bremen. Die große Aufgabe nimmt man mit Humor.
Lüneburg. Der krasse Außenseiter Lüneburger SK Hansa geht bestens gelaunt in das wohl größte Spiel seiner 125-jährigen Vereinsgeschichte. In der ersten Rundes des DFB-Pokals trifft der Fußball-Oberligist am Samstag (15.30 Uhr/Sky) auf den sechsmaligen Pokalsieger Werder Bremen.
„Ich habe beim Vorstand tatsächlich noch einmal nachgehorcht, ob wir den Transfermarkt vielleicht noch einmal sondieren müssen. Ich war schon etwas brüskiert, weil wir Reis, Dinkci und Füllkrug nicht auf dem Zettel hatten“, sagte LSK-Trainer Tarek Gibbah (38) bei seiner Pressekonferenz über die jüngsten Neuverpflichtungen der Bremer.
Einmal in Fahrt, scherzte der frühere Jugendtrainer von Hannover 96 weiter: „Wenn wir es ins Elfmeterschießen schaffen, kann ich besten Gewissens sagen, dass wir der Favorit sind!“ Hintergrund dieser Aussage ist, dass sich die Lüneburger auf bemerkenswerte Weise für den DFB-Pokal qualifizierten: Im Finale des Niedersachsen-Pokals der Amateure lagen sie bereits mit 0:3 gegen TuS Bersenbrück zurück, ehe sie es noch ins Elfmeterschießen schafften und dort mit 10:9 gewannen.
Seit 2014 ohne eigenes Stadion
Weil der frühere Drittligist seit dem Abriss 2014 kein eigenes Stadion mehr hat, wird das Pokalspiel gegen Werder am Hamburger Millerntor ausgetragen. „Meine Jungs werden sich beim Aufwärmen an diese imposante Kulisse gewöhnen müssen“, sagte Gibbah.
„Man muss sehen, dass wir vor 14 Monaten noch in der Landesliga gespielt haben. Dann sind wir als Aufsteiger in der Oberliga Niedersachsen Sechster geworden und spielen nun vor knapp 30.000 Fans im DFB-Pokal gegen Werder Bremen.“
Für die Lüneburger ist es das vierte DFB-Pokalspiel der Vereinsgeschichte. 1992 gab es ein 0:3 gegen den Karlsruher SC, 2008 ein 0:5 gegen den VfB Stuttgart und 2017 ein 1:3 gegen Mainz 05.