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Um Kosten zu sparen

Lkw-Hersteller Daimler Truck plant neues Werk in Tschechien

Daimler Truck: Konzern plant neues Werk in Tschechien. (Archivbild)

Daimler Truck: Konzern plant neues Werk in Tschechien. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Daimler Truck will mit einem Sparprogramm wettbewerbsfähiger werden. Dafür soll ein Teil der Lkw-Produktion in ein Land mit Kostenvorteilen wandern. Nun präsentiert der Nutzfahrzeughersteller Details.

Von dpa Dienstag, 31.03.2026, 15:40 Uhr

Leinfelden-Echterdingen. Um Kosten zu sparen und sich wettbewerbsfähiger aufzustellen, will der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck künftig einen Teil seiner Lkw-Produktion nach Tschechien verlagern. Die Geschäftseinheit Mercedes-Benz Trucks wolle ihr europäisches Produktionsnetzwerk zum Ende dieses Jahrzehnts mit einem Montagestandort in Cheb, im Westen Tschechiens und in Grenznähe zu Deutschland, erweitern. Das teilte der Dax-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit.

Ausgelegt sei der neue Standort auf eine Produktionskapazität von rund 25.000 Einheiten pro Jahr. Gut 1.000 Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Daimler Truck werde einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag in den neuen Standort investieren. Dieser biete „sowohl bei der Logistik als auch bei den Kostenstrukturen überzeugende Voraussetzungen“, hieß es laut Mitteilung.

Was das für das Werk in Wörth am Rhein bedeutet

Das Unternehmen wolle effizienter, resilienter und flexibler angesichts einer steigenden Komplexität durch zunehmende Variantenvielfalt bei den Fahrzeugen werden. Der Standort Wörth am Rhein (Rheinland-Pfalz) bleibe Leit- und Volumenwerk im Produktionsverbund.

„Wir stoßen hier ständig an Grenzen, auch räumlicher Natur“, sagte Jürgen Distl, Leiter Operations bei Mercedes-Benz Trucks, der Deutschen Presse-Agentur. Ein Teil des Volumens werde an den neuen Standort gehen. Wie viel genau, sagte Distl nicht. Das werde dazu führen, „dass wir in Wörth in einem normalen Jahr weniger Lkw bauen werden“. Gleiches gelte für das Werk im türkischen Aksaray. Aber: „Der Löwenanteil wird immer noch aus Wörth kommen.“

Werk von Daimler Truck in Wörth am Rhein. (Archivbild)

Werk von Daimler Truck in Wörth am Rhein. (Archivbild) Foto: Uli Deck/dpa

Zur Einordnung: In Wörth ist dem Unternehmen zufolge eine Produktion von etwa 100.000 Fahrzeugen möglich. 2025 seien es rund 66.000 Fahrzeuge gewesen, 2023 rund 97.000. In Aksaray seien gut 30.000 Einheiten pro Jahr möglich.

Der neue Standort in Cheb verschaffe Wörth „die dringend benötigte Luft zum Atmen“, sagte Distl laut Mitteilung. Der Standort Wörth werde so weiterentwickelt, dass er auch unter sich verändernden Marktbedingungen in Zukunft dauerhaft wirtschaftlich fertigen könne.

Sparprogramm „Cost Down Europe“

Dass ein Teil der Produktion in ein Land mit Kostenvorteilen verlagert werden soll, war schon länger bekannt. Im vergangenen Jahr hatte Daimler Truck das Sparprogramm „Cost Down Europe“ ausgerufen. Bis 2030 sollen die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken und in Deutschland ungefähr 5.000 Stellen wegfallen.

Von dem Werk in Tschechien profitierten auch die deutschen Standorte mit ihren Beschäftigten, teilte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht mit. Die Arbeitnehmervertreter hätten bei den Verhandlungen zu „Cost Down Europe“ darauf gedrängt, dass der Fokus nicht nur auf Effizienz und Sparen liegen dürfe. Es brauche auch eine Wachstumsstrategie. Da das Werk in Wörth aufgrund der hohen Komplexität in seiner Entwicklung limitiert sei, sei das Werk in Tschechien Teil der geforderten Wachstumsstrategie, sagte Brecht laut Mitteilung.

Daimler-Truck-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht: Fokus nicht nur auf Effizienz und Sparen. (Archivbild)

Daimler-Truck-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht: Fokus nicht nur auf Effizienz und Sparen. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Bei Daimler Truck war der Gewinn 2025 um 34 Prozent eingebrochen. Auch der Absatz ging zurück. Bereits 2024 waren das Konzernergebnis und der Absatz gesunken.

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