Kfz-Versicherung: Wo es bald teurer werden könnte
Für viele Autofahrer in Niedersachsen und Bremen ändern sich die Regionalklassen. (Symbolbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Regionalklassen entscheiden mit über die Höhe der Kfz-Versicherung. Nun wurden sie für Niedersachsen und Bremen neu berechnet. In diesen Regionen könnte es teurer werden - oder günstiger.
Hannover/Bremen. Für Hunderttausende Autofahrer im Nordwesten ändern sich die Regionalklassen in den Kfz-Versicherungen. Das geht aus einer neuen Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Entsprechend dürften die Beiträge künftig steigen oder sinken. Der Versicherungsbeitrag bei Haft- und Kaskoversicherungen wird zwar noch von vielen weiteren Parametern bestimmt. Ganz grundsätzlich gilt aber: Je besser die Einstufung, desto günstiger sind die Folgen für den Beitrag.
Voll- und Teilkaskoversicherung
In der Kaskoversicherung wurden laut GDV acht der 47 Zulassungsbezirke in Niedersachsen höher - und damit schlechter - eingestuft. Betroffen von dem Schritt seien mehr als 360.000 Autofahrerinnen und Autofahrer. Bei der Vollkaskoversicherung verschlechterten sich die Klassen in Hannover (Stadt), im Heidekreis sowie im Bezirk Nienburg (Weser). In den beiden letzteren Bezirken fielen außerdem die Teilkasko-Klassen schlechter aus - so wie in Cloppenburg, Emden, Harburg, Rotenburg (Wuemme) und Wilhelmshaven.
Von den rund 3,9 Millionen Kaskoversicherten in Niedersachsen rutschen aber auch rund 210.000 in eine für sie vorteilhaftere Regionalklasse. Das ist der Fall in Göttingen (Stadt), Osnabrück, Uelzen und Wolfsburg.
Außerdem werden nach Angaben des Verbands alle Teilkaskoversicherten in Bremerhaven in eine höhere Regionalklasse eingestuft. In Bremen ändert sich nichts. Teil- oder Vollkaskoversicherung sind - im Gegensatz zur Kfz-Haftpflicht - freiwillig und kommen beispielsweise für Diebstahl oder Schäden durch Feuer, Sturm und Wildunfälle auf.
Haftpflichtversicherung
Bei der Haftpflichtversicherung erhöhten sich laut GDV die Regionalklassen in Niedersachsen in sechs Bezirken für rund 450.000 Menschen. Zugleich sank die Einstufung für rund 600.000 Versicherte in sieben Bezirken. Die Klassen verschlechterten sich demnach in Delmenhorst, Emden, Hannover (Stadt), Oldenburg (Stadt), Peine und Wolfsburg. Besser eingestuft wurden Aurich, Cuxhaven, Gifhorn, Grafschaft Bentheim, Rotenburg (Wuemme), Schaumburg und Wilhelmshaven. Außerdem rutschen alle 250.000 Autofahrer in Bremen und Bremerhaven in der Kfz-Haftpflichtversicherung in eine höhere Regionalklasse.
Was sind Regionalklassen genau?
Der Branchenverband errechnet jedes Jahr die Schadenbilanzen der mehr als 400 Zulassungsbezirke in Deutschland. Je höher die Unfallschäden in einem Bezirk ausfielen, umso schlechter ist dessen Einstufung. Ausschlaggebend ist dabei nicht, wo der Schaden entstand, sondern wo das Fahrzeug registriert ist.
Insgesamt liegen die Schadenbilanzen in 41 der 47 niedersächsischen Bezirke unter dem Bundesdurchschnitt. Die besten Werte erreichte demnach Lüchow-Dannenberg, in Hannover war die Bilanz am schlechtesten. In Bremen fiel die Schadenbilanz im Gegensatz zu anderen deutschen Großstädten nach GDV-Angaben ebenfalls vergleichsweise gut aus.
Die Regionalstatistik ist für die Versicherer unverbindlich. Anwenden können sie diese ab sofort für Neuverträge und ab dem nächsten Versicherungsjahr für bestehende Verträge. Versicherte können die Regionalklassen mithilfe ihrer Postleitzahl auf der GDV-Website abfragen.