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Zirkus Charles Knie zu Gast in Goslar

GZ Plus IconOsterfeld: Nach Neptuns Catwalk geht es zum Unterwasserball

Mehrere Artisten in gelb-schwarzen Kostümen führen eine akrobatische Show mit einem Tisch und einem Artist in der Luft auf einer Bühne mit bunten Scheinwerfern auf.

Die Kolfe Troupe aus Äthiopien überzeugt mit guter Laune und einer tollen Artistik. Foto: Sowa

Die Premiere begeistert auf dem Osterfeld mit Artistik, Humor und starken Bildern. 40 Künstler aus zwölf Ländern sorgen im Zirkus Charles Knie für Staunen.

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Von Sebastian Sowa
Freitag, 20.03.2026, 14:00 Uhr

Goslar. Mit einer eindrucksvollen Premiere ist der Zirkus Charles Knie auf dem Osterfeld in seine Gastspielreihe gestartet. In knapp drei Stunden boten rund 40 Artistinnen und Artisten aus zwölf Nationen ein abwechslungsreiches, modernes Zirkusprogramm, das mit Tempo, Ästhetik und internationalem Flair überzeugte.

Bereits der Auftakt setzte ein starkes Zeichen: Veronika eröffnete den Abend mit ihrer faszinierenden Waterbowl-Darbietung. In einer gläsernen Schale verband sie Eleganz, Körperbeherrschung und fließende Bewegungen zu einer poetischen Inszenierung, die das Publikum sofort in ihren Bann zog.

Nevernkitzel beim Todesrad

Für Nervenkitzel sorgte im weiteren Verlauf das Duo Shock. Mit ihrem rotierenden „Todesrad“ lieferten die beiden eine spektakuläre Performance, bei der Präzision, Mut und perfektes Timing über den Atem des Publikums entschieden. Hoch oben in der Manege zeigten sie waghalsige Sprünge und riskante Laufpassagen – ein klassischer Zirkusmoment, der für gespannte Stille und tosenden Applaus zugleich hervorrief. Immer wieder aufgelockert wurde das Programm durch Clown Michael Cadima. Mit viel Charme, Witz und spontanen Interaktionen suchte er die Nähe zum Publikum, bezog Zuschauer in seine Nummern ein und sorgte für zahlreiche Lacher.
Zwei Männer auf einer Bühne vor rotem Vorhang, einer kniet in einem bunten Anzug neben einem kleinen Wagen mit einem bunten Kasten, der andere steht in Jeans und Pullover

Lachen garantiert: Clown Michael Cadima nimmt sein Goslarer Publikum bei seiner Nummer mit. Foto: Sowa

Tierische Momente brachte Laura Uranovo in die Manege. Mit ihren Pudeln und einer farbenfrohen Papageien-Show präsentierte sie eine Darbietung, die vor allem aufgrund der sichtbaren Harmonie zwischen Mensch und Tier Gefallen fand.
Person mit ausgestreckten Armen trägt farbenfrohes Kostüm mit Federn und hält auf jedem Arm einen großen Papagei

Tierisch gut: Laura Urunova hat ihre Papageien im Griff. Foto: Sowa

Leidenschaft und Tempo

Ein energiegeladener Kontrast folgte mit der Gruppe Argendance. Mit südamerikanischem Flair, rhythmischer Musik und ausdrucksstarken Choreografien brachten sie das Zelt zum Beben. Leidenschaft, Tempo und präzise Bewegungen machten ihren Auftritt zu einem der mitreißendsten des Abends. Einen außergewöhnlichen Akzent setzte die Kolfe Troupe aus Äthiopien.
Ihre kraftvolle Akrobatik, geprägt von spektakulären Menschenpyramiden und dynamischen Sprungkombinationen, unterschied sich deutlich von klassischen Zirkusnummern und verlieh dem Programm eine internationale, moderne Note.

Für Staunen und ungläubiges Raunen sorgte zudem Lorenzo Bernardi. Als „Schlangenmensch“ demonstrierte er eine nahezu unglaubliche Beweglichkeit und brachte das Publikum mit seinen extremen Körperverrenkungen immer wieder zu „Oh“- und „Ah“-Momenten.

Musikalisch begleitet wurde der Abend von Katie Capri, die mit starker Bühnenpräsenz und gefühlvoller Stimme den Darbietungen zusätzliche emotionale Tiefe verlieh.

Blickfang: Show-Ballett

Ein besonderer Blickfang war das aufwendig inszenierte Show-Ballett. Vor allem die fantasievollen Kostüme setzten visuelle Highlights: Mal präsentierten sich die Tänzerinnen und Tänzer auf „Neptuns Catwalk“, dann verwandelte sich die Manege in einen schillernden Unterwasserball, bevor eine farbenprächtige Darstellung den Schlusspunkt setzte. Die opulenten Bilder verliehen der Show einen fast revueartigen Charakter und rundeten das Gesamterlebnis eindrucksvoll ab.
Gruppe von Personen in aufwendigen Piratenkostümen mit Schatztruhen und eine Sängerin in einem hellen, verzierten Kleid auf einer Bühne.

Bei der Kreativität der Kostüme gibt es beim Zirkus Charles Knie kaum Grenzen. Das Show-Ballett mit Sängerin Katie Capri ist bester Beleg dafür. Foto: Sowa

Insgesamt zeigte sich der Zirkus Charles Knie bei seiner Premiere modern, vielseitig und publikumsnah – eine gelungene Mischung aus klassischer Zirkuskunst und zeitgemäßer Inszenierung, die mit langanhaltendem Applaus belohnt wurde.

Weitere Vorstellungen gibt es am Samstag (15.30 Uhr und 19.30 Uhr) und Sonntag (11 Uhr und 15 Uhr).

Akrobat in Goldkostüm balanciert kopfüber an einer Stange auf einer Säule mit Netz im Zirkus mit Bühnenbeleuchtung und Schriftzug 'CHARLES' im Hintergrund

Einer der besten Handstand-Artisten der Welt: Devin de Bianchi kommt aus Italien. Foto: Sowa

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