Der Weltspartag feiert Geburtstag
100 Jahre Weltspartag: Spardosen mit Kleingeld können an diesem Tag kostenlos zur Bank gebracht werden. Symbolfoto: dpa
Der Weltspartag feiert 100. Geburtstag: Ist so ein Tag heute noch sinnvoll, und wollen die Banken überhaupt noch volle Spardosen mit Kleingeld annehmen? Die GZ hat bei den Banken im Nordharz nachgefragt.
Nordharz. Eine Spardose mit Kleingeld zur Bank bringen und im Gegenzug ein kleines Geschenk erhalten: So erinnern sich viele an den Weltspartag. 100 Jahre nach der Entstehung wird der Tag noch heute in vielen Banken gefeiert und mit Präsenten und attraktiven Konditionen geehrt. Ist so ein Tag heute noch sinnvoll, und wollen die Banken überhaupt noch volle Spardosen mit Kleingeld annehmen? Die GZ hat bei den Banken im Nordharz nachgefragt.
Sparsames Wirtschaften
Im Jahr 1924 riefen Delegierte aus 27 Ländern beim 1. Internationalen Sparkassenkongress in Mailand den Weltspartag ins Leben. Hierbei wurde der letzte Werktag im Oktober für den Weltspartag festgelegt. Aufgrund des Feiertags am 31. Oktober, wird der Tag in Deutschland seit einigen Jahren einen Tag früher, am 30. Oktober, gefeiert. Mit dem Weltspartag sollte vor allem das sparsame Wirtschaften in der Bevölkerung gefördert werden. Der Tag wird in zahlreichen Ländern rund um den Globus.
War, ist und bleibt sinnvoll
Welche Bedeutung hat der Weltspartag 100 Jahre später? „Auch wenn Sparen inzwischen etwas anders aussieht als früher und sich die Priorisierung der Sparziele verändert hat – die finanzielle Vorsorge war, ist und bleibt sinnvoll“, erklärt Elke Brandes von der Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine. Der Weltspartag fördere das Bewusstsein für finanzielle Bildung und Sparstrategie. Der Tag biete außerdem eine Gelegenheit, das Thema Sparen an die nächste Generation weiterzugeben.
Marion Thomsen von der Braunschweigischen Landessparkasse: „Auch nach 100 Jahren hat der Weltspartag nichts von seiner Bedeutung und Attraktivität verloren“. Thomsen bestätigt weiterhin die Bedeutung der „finanziellen Bildung“, denn durch den Weltspartag könne auch den Jüngsten der Wert des Sparens nähergebracht werden.

Im Zeichen der Hundert: In Lutter erwarten Dorothee Spandau und Niklas Goldschmidt bei der Volksbank die Kunden zum Weltspartag. Foto: Gereke
Und wie sieht es mit Sparschweinen voller Kleingeld aus? „Selbstverständlich dürfen Kunden, egal welchen Alters, am Weltspartag ihre Sparschweine zu uns bringen“, erklärt Thomsen. Auch bei der Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine ist das noch so. Am Weltspartag nehmen die Banken das Kleingeld kostenlos entgegen, an allen anderen Tagen im Jahr fällt eine Gebühr an.
Zwar kann bei der Volksbank Seesen ebenfalls die Spardose mit Kleingeld abgegeben werden, allerdings gibt es hier mit einem Gewinnspiel im Internet auch eine digitale Variante. „Seit der Corona-Pandemie feiern wir den Weltspartag hybrid“, erklärt Monika Zieschank von der Volksbank Seesen. Ob diese Entwicklung in Zukunft auch bei den anderen Banken zu sehen sein wird, bleibt aktuell noch offen.
Sparen oft nicht möglich
Ist Sparen bei den aktuell immer weiter steigenden Kosten überhaupt noch möglich? Eine Analyse des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken gibt Antwort: Demnach sollen die privaten Haushalte zwar 2,3 Prozent mehr sparen als im Vorjahr. Viele Bundesbürger seien allerdings nicht in der Lage, so viel Geld zurückzulegen, wie sie gerne würden. Von 253 Euro, die jeder Sparende durchschnittlich pro Monat zurücklegen möchte, seien es im Schnitt nur 176 Euro und damit eine Sparlücke von 77 Euro. Keine Aussage gibt die Analyse allerdings über die Haushalte, die gar nichts sparen können.