Dreharbeiten in Langelsheim für eine märchenhafte Walpurgisnacht
Hexenidylle im Knusperhaus. Die erste Szene ist im Kasten. Foto: Leifeld
Bei Dreharbeiten im Langelsheimer Heimatmuseum entsteht eine Walpurgis-Vorgeschichte. Hier geht es zu den Geheimnissen von Oberhexe und Wolf...
Wolfshagen. „Großmutter, warum hast du so…?“ - „Jetzt nicht!“ – Schroff weist der böse Wolf das so zögerlich fragende Rotkäppchen zurück. Mit einem mächtigen Satz springt das Untier hektisch aus dem Bett und stürmt mit großen Sprüngen davon… Nanu, war das im bekannten Rotkäppchen-Märchen der Gebrüder Grimm nicht irgendwie anders? Was kann passiert sein, das den gierigen Großmutter-Verschlinger derart zur Verzweiflung und Eile treibt?
Der böse Wolf im Bett der Großmutter. Foto: Leifeld
„Wunderbar!“ ertönt nun des Oberteufels Stimme: „Prima. Die Szene ist im Kasten.“ Welch seltsame Vorgänge – sind am Samstagvormittag im Langelsheimer Heimatmuseum in der Mühlenstraße etwa alle durcheinander? „Wir drehen hier deine kleine Vorgeschichte, eine Pre-Show zur Walpurgis-Show auf der Wolfshöhe“, erklärt die Stimme des Teufels,
doch ist der stets düster Gehörnte in diesem Moment gar nicht mehr teuflisch, sondern zeigt sich in der Gestalt von Jan Abraham als Kameramann. Er schrieb auch das Skript für die merkwürdigen Vorkommnisse. Was gab den Anlass?
„Tödlicher Knoblauch“
Jan Abraham leiht dem Teufel im neuen Hörspiel seine Stimme
Pre-Show zur Einstimmung
Wahre Kenner und eingefleischte Gäste der Walpurgisnacht auf der Wolfshöhe wissen: Wenn die Show beginnt, machen sich die düsteren Weiber der Hexenbrut, angeführt von der Oberhexe (Antje Wedde), und dem Wolfshäger Wolf (Ralf Bongartz) mit einem Motorradkorso auf den Weg zum Festplatz-Plateau, gelegen hoch über den Dächern der Ortschaft.

Sprecherprobe in der Hexenküche. Foto: Leifeld
Bis zum Eintreffen der Hexenbrut auf dem Festgelände vergehen dann immer mehrere Minuten, die sich für die wartenden Festbesucher des verhexten Abends gefühlt stark in die Länge ziehen. „Diese Minuten wollen wir mit einem kurzen Film überbrücken, den wir auf der großen Leinwand zeigen werden“, fasste Abraham erklärend zusammen.

Rotkäppchen und der Wolf - beste Freunde im wahren Leben. Foto: Leifeld
Ein vielköpfiges Team hat das Drehbuch ausgetüftelt, aber zum Inhalt soll hier nicht allzu viel verraten werden. In das düstere Spiel eingeweiht sind natürlich auch Marco Assmann als Moderator der Walpurgisnacht und Rotkäppchen (Eileen Wedde), bei der es sich tatsächlich um die leibhaftige Schwiegertochter der Oberhexe handelt. Natürlich wird auch der Oberteufel in einer besonderen Szene einen überraschenden Auftritt haben…. Zu den Dreharbeiten jener satanischen Szene wurde die lokale Pressevertreterin dann aber ausgeschlossen. Mystisch, mystisch… Was mag da los sein? Kurzum: Die rätselhaften Ereignisse treiben alle Protagonisten gemeinsam zur Eile.
„Es ist einfach wunderbar hier.“, schwärmte Rotkäppchen während einer Drehpause zur so zauberhaften Kulisse im Heimatmuseum. Problemlos wurden die historischen Küchenmöbel zum Bühnenbild im heimeligen Hexenhaus und auch Großmutters Bett war im Obergeschoss des Hauses schnell gefunden.
Wolfshäger Hexenbrut besucht Salem
Düstere Delegation aus dem Harz
Binnen drei Stunden sind alle Szenen im Kasten und die Filmcrew richtete ihren Dank für die unkomplizierte Umsetzung an Beate Lehmann, Museumsbeauftragte der Stadt Langelsheim und ihr Team, angeführt vom Förderverein-Vorsitzenden Stefan Wiechmann. Nur ein Telefonanruf war erforderlich, um diese lustige Idee zur Walpurgisnacht voller Tatendrang und Lebendigkeit wahr werden zu lassen.
Alte Location für neue Ideen
„Das Heimatmuseum bietet eine ideale Location für uns!“, schwärmt Jan Abraham, während im Hintergrund die Oberhexe kichert – und die heckt schon wieder eine neue Idee aus:

"Jahaaa..." Noch ist die Oberhexe entspannt. Das wird sich gleich ändern. Foto: Leifeld
„Die Hexenbrut könnte sich doch ab und an im Museum tummeln und vielleicht sogar Führungen anbieten“, machte sie als Vorschlag, verzaubert von dem historischen Ort. Wichtig sei die gegenseitige Hilfe unter den Langelsheim Vereinen. Schließlich seien sie ja gute Hexen! Möglicherweise könne die Idee schon ab Sommer umgesetzt werden, freut sich Beate Lehmann auf eine verhexte Zusammenarbeit.
Aber wie sieht es nun aus, mit dem Inhalt des, nur wenige Minuten umfassenden Filmchens? Verraten wird an dieser Stelle dazu nichts, um allen leidenschaftlichen Walpurgisnacht- Besuchern diesen Spaß nicht vorab zu nehmen.
Liebevoll: Teufelstrank und Steinpilze für die Großmutter. Foto: Leifeld
Gezeigt wird das Werk am Donnerstag, 30. April gegen 19.30 Uhr als „Opener“ für die dann beginnende Walpurgis-Show auf dem Festplatz. Da heißt es für alle Besucher: Pünktlich erscheinen, um den verhexten Start in den mystischen Abend nicht zu verpassen…
Walpurgisnacht in Wolfshagen
Verhexte Nacht erweckt viele Freundschaften
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