Stress im Tierheim: Gefeuerte Belegschaft und ein toter Welpe
Im Tierheim Eckertal gibt es derzeit ein Donnerwetter nach dem Rausschmiss der ganzen Belegschaft und dem Tod eines Welpen. Auf diesem Bild wurde es aber nur symbolisch mit künstlicher Intelligenz eingefügt. Foto: Schlegel
Haben Streit und Stress im Tierheim einen Hundewelpen das Leben gekostet? Und was hat die Personalpolitik des Tierschutzvereins damit zu tun? Die GZ hat nachgefragt.
Bad Harzburg. Im Tierheim Eckertal, das vom Tierschutzverein Bad Harzburg, Oberharz und Umgebung betrieben wird, gibt es Zoff. Fünf der sechs hauptamtlichen Kräfte haben zu Weihnachten wegen eines, laut Vorstand, massiven Vertrauensproblems ihre Kündigung bekommen, die sechste eine Abmahnung. Resultat in den Augen der Kritiker: Zu Silvester wurden die Tiere angeblich nicht adäquat betreut. Auch ein Hundewelpe ist gestorben.
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Polizei und Veterinäramt sind involviert. Der Vorstand des Tierschutzvereins steht massiv in der Kritik, wehrt sich aber vehement gegen die Vorwürfe. Die Affäre kocht in erster Linie in den sozialen Netzwerken hoch. Was ist da los? Die GZ hat versucht, der Sache auf den Grund zu gehen.
Kündigung zu Weihnachten
Die gekündigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchten sich öffentlich nicht zu der Sache äußern. Sie haben die Langelsheimer Tierfreundin Maren Reese, die nicht Mitglied im Verein ist, zu ihrem Sprachrohr erkoren. Und Reese hat in den vergangenen Tagen schon ordentlich Wind gemacht. Der GZ gegenüber berichtet sie, dass der Belegschaft des Tierheimes teilweise an Heiligabend, spätestens aber an den Weihnachtsfeiertagen die Kündigungen in die Briefkästen geworfen worden waren, einmal blieb es bei einer Abmahnung. Viele von ihnen hatten sich im Vorfeld krankgemeldet.
Maren Reese hält sich in der Beurteilung der Kündigungen zurück, sie prangert in erster Linie die Konsequenzen an, die dieses Vorgehen zuungunsten der Tiere gehabt habe. Denn ein Tierheim müsse zwingend von Menschen mit entsprechender Sachkunde betreut werden. Ehrenamtliche seien gut und wichtig. Sie könnten jedoch nur unterstützen und niemals alleinverantwortlich arbeiten.
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Die Vorwürfe gehen noch weiter: Ein Welpe ist tot, bei der Geburt gestorben. Weil sich niemand um die trächtige Hündin gekümmert hat? Maren Reese hält sich mit Mutmaßungen zurück, aber sie unterstellt eine gewisse Unkenntnis seitens der ehrenamtlichen Betreuer.
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Vorstand: „Schmutzkampagne“
Aber, was sagt der Tierschutzverein zu der ganzen Misere? Die Vorsitzende Doreen Lüders sieht sich und ihre Vorstandskollegen Klaudia Klensmann und Michael Prinz sowie die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer einer üblen Schmutzkampagne ausgesetzt. Ja, die Kündigungen seien ausgesprochen worden. Dass dies ausgerechnet zu Weihnachten geschehen sei, wäre Zufall. Ohne auf die genauen Gründe einzugehen, spricht der Vorstand von einem massiven Vertrauensproblem, das zu der Maßnahme geführt habe. Unter anderem hätte sich das Team der Hauptamtlichen geschlossen krankgemeldet, und das an ein und demselben Tag.
Die Tiere im Stich gelassen?
Auch ohne die Hauptamtlichen sei der Betrieb des Tierheimes sichergestellt, auch wenn zunächst erst einmal vieles geregelt werden musste. Beispielsweise musste die Aufnahme von Pensionstieren abgesagt werden, was bei deren Besitzern nicht immer gut angekommen sei. Klaudia Klensmann bescheinigt den geschassten Hauptamtlichen eine gute Arbeit, allerdings hätten sie letzten Endes nicht dem Vorstand geschadet, sondern die Tiere im Stich gelassen.
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Das nächtliche Video
Aber was war jetzt in der Silvesternacht los? Da hätten sechs Ehrenamtliche nach einem Aufruf von Klaudia Klensmann die Tiere betreut. „Das sind mehr, als in früheren Jahren“, sagt Doreen Lüders. Das kurze Video, das vor der Tür aufgenommen wurde, sei im Nachhinein betrachtet wohl ungeschickt gewesen, niemand habe mit einem solchen Shitstorm in den sozialen Netzwerken gerechnet. Und es sollte auch kein Nachtreten gegenüber den entlassenen Mitarbeitern sein, so Klensmann. Sie habe einfach nur zeigen wollen, dass man für die Tiere da sei.
Neue hauptamtliche Kräfte
Und wie geht es jetzt im Tierheim weiter? Eine neue hauptamtliche Kraft sei bereits eingestellt, eine weitere ja noch da (Anm. d. Red.: Es handelt sich um die Mitarbeiterin, die nur abgemahnt wurde). Weitere Hauptamtliche werden demnächst eingestellt. Erschüttert, schockiert und erkennbar angefressen ist das Vorstandstrio indes über die Welle, die um die ganze Thematik gemacht werde. Letzten Endes seien dem Verein schon die wildesten Vorwürfe gemacht worden, da sich die Sache offenkundig mittlerweile regelrecht verselbstständigt habe, bis hin zu dem Gerücht, im Tierheim würden gleich mehrere tote Hunde liegen. Was nun definitiv nicht der Fall gewesen sei.
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