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Vorstellungen sind ausverkauft

GZ Plus IconTheater in Wildemann: Vier Leichen

Das Foto zeigt eine Frau mit einem Gewehr und drei weitere Personen, die an einer Theke stehen.

Xenia (l. Michaela Urlaub) hat gerade „versehentlich“ Gabriele (Nicole Metzger) erschossen und spricht darüber mit (v.l.) Conny (Martin Urlaub), Trine (Miriam Neumann) und Lotte (Frauke Blättermann). Foto: Eggers

Drei ausverkaufte Vorstellungen hintereinander: Wenn in Wildemann Theater gespielt wird, ist das Interesse groß, zumal es diesmal vier Leichen gibt.

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Von Michael Eggers
Montag, 30.03.2026, 09:00 Uhr

Wildemann. Nicht ganz typisch verlief das Klassentreffen, das die elf Akteure des Kultgestöbers Wildemann am Wochenende auf die Bühne brachten. Zwar wurden Neuigkeiten ausgetauscht und kräftig getrunken, aber dann wurde gestorben. Natürlich nicht richtig und sehr zur Freude des Publikums auch komisch. Die Krimikomödie „Die Satansweiber“ von Bernd Spehling kam an.

Das Foto zeigt zwei Frauen, die sich zuprosten.

„Zum Wohl“: Bei einem Klassentreffen wird viel getrunken, und so stoßen auch Trine (l. Miriam Neumann) und Lotte (Frauke Blättermann) an. Foto: Eggers

An drei Tagen hintereinander waren die Aufführungen im Gemeindehaus Wildemann ausverkauft. Jeweils 60 Besucherinnen und Besucher kamen Freitag- und Samstagabend sowie Sonntagnachmittag und klatschten kräftig Beifall. „Das war prima“, sagt Christiane Hemschemeier vom Kirchenvorstand. Sie wirkte diesmal hinter den Kulissen als Souffleuse mit, musste aber nur bei der Premiere am Freitag einmal kurz an einer Stelle den Text zuflüstern.
Das Foto zeigt drei Frauen, die einen Tanz vorführen.

Kein Theater ohne Tanz (v.l.): Trine (Miriam Neumann), Felizitas (Silvia Teichmann) und Xenia (Michaela Urlaub) haben ihn einstudiert und sichtlich viel Spaß bei der Vorführung. Foto: Eggers

Seit dem vergangenen Jahr haben sich die Schauspieler auf die Vorführungen am Wochenende vorbereitet. „Wir haben uns einmal in der Woche getroffen, und das Stück einstudiert“, sagt Martin Urlaub. Er ist auch Ortsbrandmeister in Wildemann und hat sichtlich Freude daran, auf der Bühne zu stehen. Im Stück spielt er den Conny, der als einziger Junge in eine Mädchenschule ging. Keine Frage also, dass er zum Klassentreffen kam, das auf die Bretter gebracht wurde, die für viele die Welt bedeuten. Weiter wirken Frauke Blättermann als Wirtsfrau Lotte, Silvia Teichmann als Felizitas, die Organisatorin des Klassentreffens, Miriam Neumann als Trine, Michaela Urlaub als Xenia, Nicole Metzger als Gabriele, Frank Metzger als Kriminalhauptkommissar und Petra Schröder als Kriminalkommissarin mit. Für den Ton war Mario Knorr verantwortlich, und Manfred Schröder fungierte nicht nur als Moderator, er erklärte dem Publikum auch, worum es in dem Stück ging und zog den Vorhang der Bühne auf und zu, weil es dafür im Gemeindehaus keine Automatik gibt.
Das Foto zeigt viele Menschen, die Beifall klatschen.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer im ausverkauften Gemeindehaus Wildemann applaudieren den Akteuren des Kultgestöbers begeistert bei der Vorführung der Krimikomödie "Die Satansweiber". Foto: Eggers

Liebevoll gestaltete Bühne

Im Publikum saßen viele Besucherinnen und Besucher aus Wildemann, die auch deshalb viel Spaß an der Vorführung hatten, weil sie die Schauspieler auf der Bühne persönlich und in einem ganz anderen Zusammenhang kennen. Aber auch die Gäste, die keinen der Darsteller kannten, amüsierten sich köstlich. Das lag vor allem an der Spielfreude der Akteure.

Das Foto zeigt einen Mann, der etwas vorliest.

Manfred Schröder moderiert die Theatervorführungen des Kultgestöbers Wildemann und erklärt, worum es geht. Foto: Eggers

Die Mitglieder des Kultgestöbers, einer Abteilung der Kirchengemeinde Wildemann, hatten sich gut auf die Krimikomödie vorbereitet. Sie sprachen so natürlich miteinander, dass eine Distanz zum Publikum erst gar nicht entstehen konnte. Immer wieder und auch an den richtigen Stellen kam es zu Gelächter im Zuschauerraum. Zudem spendete das Publikum hin und wieder Zwischenapplaus. Die Theatergruppe hat die Bühne liebevoll gestaltet und im Gemeindehaus den Schankraum einer Gaststätte entstehen lassen. Passend zur Geschichte sind auch die Kostüme ausgewählt worden. Die lange graue Perücke, die Martin Urlaub trug, verwandelte den Ortsbrandmeister in einen Lebenskünstler, der immer wieder neuen Ideen nachjagt. Zudem hatten die Wildemanner auch den Blick für ein weiteres Detail. Mit Merle Neumann gab es eine Kosmetikerin, die für das passende Make-up der Darstellerinnen und Darsteller sorgte.

Weitere Aufführungen denkbar

In dem Stück der Künstlergruppe geht es um ein Klassentreffen der Lisbeth-Humbold-Mädchenschule, zu dem aber nur fünf ehemalige Schüler kommen. Dabei werden schnell alte Animositäten wieder aufgewärmt und die mittlerweile erfolgreiche Gabriele, die in den Vereinigten Staaten lebt und mit einem Bentley anreist, verspricht der Gruppe eine Million Euro, wenn Felizitas tot ist. Diese hatte sie in der Schulzeit unter anderem immer in den Papiercontainer gesteckt.

Xenia erschießt aber Gabriele versehentlich, und bei dem Versuch, die Leiche zu beseitigen, verunglückt Conny tödlich, der zuvor aber von Lotte vergiftet wurde. Daraufhin begeht Xenia Selbstmord, und bei einem Autounfall, bei dem der Wagen vorher manipuliert worden ist, stirbt auch Felizitas. Es gibt also vier Leichen und jede Menge Geld, das zuletzt schließlich die arme Bäuerin Trine bekommt. Abschließend berichtet Christiane Hemschemeier vom Kirchenvorstand, dass es durchaus Überlegungen gebe, noch zwei weitere Vorführungen des Stücks „Die Satansweiber“ anzubieten. Gerade auch, weil drei Vorstellungen ausgebucht waren und viele Interessierte die Krimi-Komödie nicht sehen konnten, sei eine Wiederholung wahrscheinlich. Die Akteure des Kultgestöbers bieten regelmäßig ein Bühnenprogramm. Unter anderem haben sie bereits das Stück „Im Wirtshaus zum Schmutzigen Löffel“, eine Playback-Show oder auch das Märchen „Schneewittchen“ aufgeführt.

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