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Deutsch-französische Partnerschaft

GZ Plus IconLiebenburg bekommt Besuch von französicher Partnerstadt

 Straßenschild, gerahmt von deutscher und französischer Nationalflagge

Die Freundschaft zwischen St.-Aubin-sur-Mer und Liebenburg nimmt 1984 ihren Anfang. 2026 werden zwei Gastgruppen die Nordharzgemeinde besuchen. Foto: Leifeld ( Archiv)

Während sich der Gastbesuch der Erwachsenen aus der französischen Partnerstadt in den Herbst verschiebt, werden Mitte April einige französische Jugendliche Liebenburg erkunden.

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Von Andrea Leifeld
Dienstag, 24.03.2026, 11:00 Uhr

Liebenburg. Viva la France, heißt es weiterhin in der Gemeinde Liebenburg. Die Freude über die seit über 40 Jahren bestehende Freundschaft zum französischen St.-Aubin-sur-Mer ist ungebremst – und daran ändern auch spontane Umplanungen im Freundschaftskalender nichts. „Eigentlich stand für den geplanten Besuch der Franzosen über Himmelfahrt schon alles fest“, erinnerte Heike Rühling als 1. Vorsitzende des Liebenburger Fördervereins St.-Aubin-sur-Mer, im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Othfresener Dorfgemeinschaftshaus.

Bereits seit November hatte es für die Planung des Gastbesuches einen regen Austausch mit ihrem französischen Pendant, Alain Tranquart, gegeben. Der Besuch in Deutschland wurde von der französischen Mitgliederversammlung im Januar noch einmal einhellig bestätigt und von deutscher Seite stand das Programm alsbald fest: Alle Tage waren geplant, die Ausflüge organisiert und Dolmetscher für fachliche Führungen gebucht. Ebenso waren der Festabend im Restaurant Waldcafé und ein Empfang im Kulturverein Lewer Däle festgezurrt.

Auch ein Förderantrag für einem finanziellen Zuschuss des deutsch-französischen Besuchs lag bereits ausgefüllt parat, als die Gäste aus der Normandie ihre Reise überraschend absagten. „Durch eine kurz zuvor stattfindende, andere Feier in St. Aubin können unsere Gäste leider nicht kommen“, erklärte Heike Rühling.

Zwischen Nordharz und Normandie

Ein Besuch über die Himmelfahrttage Mitte Mai sei leider nicht möglich. Aber gerne würden die Franzosen zu einem anderen Zeitpunkt ihre deutschen Freunde im Nordharz besuchen, hieß es weiter aus der Normandie.

Denkbar wäre das Wochenende über Halloween/Allerheiligen. Oder – vielleicht noch schöner – ein paar Tage im Dezember, an denen ein stimmungsvoller Besuch auf dem Goslarer und Braunschweiger Weihnachtsmarkt möglich wäre. So oder so: „Unsere französischen Freunde sind jederzeit willkommen, auch an jedem anderen Tag“, betone Heike Rühling.

sechs Personen schütteln sich gegenseitig die Hände.

Die gewählten Vorstandsmitglieder freuen sich auf ihre gemeinsame Aufgabe und die französischen Gäste. Foto: Leifeld

Glücklicherweise hatte sie den Zuschussantrag noch zurückziehen können und das Geld sei für die nun neuen Planungen weiterhin abrufbar, erklärte sie.

Und dort, wo der Besuch der Erwachsenengruppe sich verzögert, werden Gemeindejugendpfleger Gerold König und sein Team die Jugendlichen vom 11. bis 16. April beherbergen. „Es ist diesmal eine große Gruppe mit jungen Teilnehmern. Viele von ihnen sind gerade mal 12 /13 Jahre“, erklärte der Jugendpfleger erfreut zur Gastgruppe aus der Partnergemeinde. Als Dolmetscherin werden ihm Elly Berkefeld (17) aus Neuenkirchen zur Seite stehen, die aktuell von einem mehrmonatigen Austausch aus Französisch-Kanada zurückgekehrte – und die gebürtige Liebenburgerin Inken Schmidt ( geb. Schröder), die unter seinen Fittichen einst selbst als Jugendliche an dem Austauschprogramm mit St. Aubin teilnahm. Heute unterrichtet sie Französisch am Ratsgymnasium, erinnerte König – durchaus mit Stolz.

Auf dem sechstätigen Jugendaustauschprogramm im April wird ein Besuch an der Liebenburger Oberschule „Schule an Schloss“ stehen, Fahrten nach Braunschweig, in den Heidepark und nach Berlin (Stasimuseum) an. Auf Wunsch der französischen Jugendlichen wird es auch eine Führung im heimischen Wald zum Thema Borkenkäfer geben.

Vorstandswahlen und Dank

Und dort, wo die Jugend beginnt, das Feld der Freundschaft zu übernehmen und zu pflegen, galt es auch den langjährigen Mitgliedern der Deutsch-Französischen Partnerschaft zu danken:

Frau überreicht zwei Urkunden.

Die 1. Vorsitzende des Fördervereins St.-Aubin-sur-Mer, Heike Rühling (Mitte), überreicht Urkunden an die langjährigen Mitglieder, Hartmut und Helgard Bunk Foto: Leifeld

Hartmut und Helgard Bunk, sowie Albrecht und Christa Hanke wurden für ihre 25-jährige Treue zum Förderverein ausgezeichnet. Die anstehenden Vorstandswahlen brachten kaum Veränderungen: Als neue Schriftführerin löst Elke Ciomperlik aus Döhren nach 25 Jahren den Liebenburger Dietmar Werner ab. Bestätigt wurden: Heike Rühling (1. Vorsitzende) sowie Heinz-Dieter Brandt und Bürgermeister Alf Hesse als ihre zwei Stellvertreter. Anika Sobania wird weiterhin die Kasse führen. Neu gewählt wurde Manuale Traube als Kassenprüferin. Der Förderverein zählt 71 Mitglieder.

Als kommende Projekte soll die Freundschaft mit dem Französischen Partnerschaftsverein Pay de Guitre (das liegt bei Bordeaux) aus Schladen bei gemeinsamen Boule-Spielen vertieft werden. Auch in Liebenburg soll einen Boule-Bahn für das gesellige, aus Frankreich stammende Spiel gebaut werden. Die Planungen dazu laufen. Nicht zuletzt soll 2026 der Ginkgo-Baum, einem Gastgeschenk der Franzosen bei einem zurückliegenden Besuch, gepflanzt werden. Noch wird ein Standort gesucht. Der Baum wird bis dahin auf dem Liebenburger Bauhof gepflegt.

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