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Hoffen auf Landesförderung

GZ Plus IconIm Goslarer Aquantic „lange auf Verschleiß gefahren“

Von der Pool-Party bis zur Ladies Night, die Angebote im Aquantic sind immer gut besucht. Foto: Archiv

Von der Pool-Party bis zur Ladies Night, die Angebote im Aquantic sind immer gut besucht. Foto: Archiv Foto: Aquantic

Die Stadt muss sparen, aber an manchen Stellen auch investieren. Der Fachausschuss hofft auf die Aufnahme der Sanierung des Aquantic in ein Förderprogramm des Landes. Das Flachdach und das darunter liegende Tragwerk müssen erneuert werden.

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Von Sabine Kempfer
Samstag, 07.06.2025, 14:00 Uhr

Goslar. Immer einen Besuch wert: Der Betriebsausschuss der Stadtwerke Goslar machte auf seiner Sitzung am Mittwoch bei den Stadtwerken eine Gratwanderung zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Jahresabschlüsse der Stadtwerke und der Stadtbus-Gesellschaft sowie Aktuelles aus den Bereichen Bus- und Bäderbetrieb standen auf der Tagesordnung.

Der Fehlbetrag der Stadtwerke Goslar für das Wirtschaftsjahr 2023 in Höhe von 1,39 Millionen Euro treibt den Ausschuss um, auch wenn er „230.000 Euro besser als befürchtet“ ausgefallen sei. Der Stadtrat hatte bereits eine Verlustabdeckung beschlossen, nun geht es noch um einen Fehlbetrag von rund 800.000 Euro.

Ermahnung zur Sparsamkeit

FDP-Ratsherr Christian Rehse mahnte: „Wir haben nichts unternommen, um die ständig wachsenden Verluste einzudämmen“. Davor einfach die Augen zu verschließen, hält er für „einen riesigen Fehler“. Bei der Gelegenheit beschwor er das Schreckgespenst der Bäderschließung, da in dem Bereich erhebliche Investitionen notwendig werden: „Wir können so nicht einfach weitermachen“, sagte Rehse und ließ das Wort „Luxus“ fallen. Später stellte er klar, dass Bäder und Verkehrsbetriebe auch für ihn zur „Daseinsvorsorge“ gehörten.

Erster Stadtrat Dirk Becker räumte ein, dass man sich angesichts steigender Energiepreise und Gehaltsstrukturen „Gedanken machen“ müsse, zum Beispiel mit eigenen Konsolidierungsvorschlägen der Betriebe – es ist und bleibt eine Herausforderung. „Wir leisten uns keinen Luxus in unseren Bädern“, sagte Renate Lucksch (SPD) energisch und betonte: „Ich möchte keines davon hergeben.“ Ein „Luxusbetrieb“ sei das Aquantic nun nicht, betonte auch Dirk Becker, denn um dessen Sanierungsbedarf geht es aktuell; die Stadtverwaltung hatte eine Vorlage zu Sanierung und Umbau des Bades im Rahmen des „Sportstättensanierungsprogramms 2025 des Landes für die Bäderinfrastruktur“ zur Abstimmung gestellt. „Seit zehn Jahren versuchen wir, mit möglichst wenig möglichst viel zu erreichen“, machte Becker klar; hier sei in der Vergangenheit durchaus „auf Verschleiß gefahren“ worden.

„Ich möchte davor warnen, das Wort ,Bäderschließung’ überhaupt zu denken“, sagte Holger Plaschke (Grüne Partei 42) und hatte sofort das Vienenburger Bad im Blick, das wichtig für den Schwimmunterricht der Kinder sei. Goslar habe „keine goldenen Bäder“, man sei „im richtigen Maß aufgestellt“, sagte Plaschke.

Hut in den Ring werfen

Das Thema kehrte bei besagter Sanierungsvorlage noch einmal in die Debatte zurück. Dabei geht es darum, bei einem neu aufgelegten Förderprogramm des Landes den Hut in den Ring zu werfen. Demnach sollen in Niedersachsen 20 Millionen Euro verteilt werden; 1,5 Millionen Euro sollen für Goslar beantragt werden (die GZ berichtete). Im Aquantic zeigt der ältere, noch aus den 1980er Jahren stammende Gebäudeteil deutliche Feuchteschäden – insbesondere im Bereich des Flachdachs. Vorabuntersuchungen vor drei Jahren hatten ergeben, dass vor einer Erneuerung des Daches auch das Dachtragwerk in Stand gesetzt werden muss.

Rüdiger Wohltmann (Die Linke) regte an, die Sanierung, falls möglich, stufenweise vorzunehmen. „Ich denke, wir können nicht warten“, meinte Axel Bender (CDU), und brachte das Beispiel des Aloha-Bades in Osterode ins Spiel, das am Ende 30 Millionen Euro kostete. Für ein „zeitgemäßes Sanieren“ sprach sich auch Holger Plaschke aus, „Eigentum verpflichtet.“ „Wir versuchen, den Fuß in die Tür zu bekommen“, erläuterte Dirk Becker mit Blick auf das Förderprogramm – mehr sei es momentan noch gar nicht. Auch, wenn einige Ausschussmitglieder Zweifel hegen, ob wirklich Geldmittel des Landes in Goslar ankommen, einen Versuch ist es wert. Darüber war man sich einig, die Vorlage wurde einstimmig empfohlen. Eine grundhafte Sanierung des Umkleidetraktes im Aquantic Schwimmpark soll vorbehaltlich einer Förderung der Maßnahme erfolgen – sie ist im feuchten Bad also noch lange nicht in trockenen Tüchern.

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