Stadtbus Goslar: Sechs Prozent weniger Erlöse
Der Goslarer Stadtbus kämpft mit sinkenden Fahrgastzahlen und will seine E-Bus-Flotte erweitern. Foto: Stadtbus Goslar
Weniger Fahrgäste, weniger Einnahmen: Die Stadtbus Goslar GmbH hat 2024 ein Minus von fast 68.500 Euro verbucht. Laut Geschäftsführerin Anne Sagner ist durch den Umbruch durch das Deutschland-Ticket vieles ungewiss. Was jetzt geplant ist:
Goslar. Die Goslarer Stadtbus GmbH kämpft mit sinkenden Fahrgastzahlen. „Es brachen nahezu alle Ticketformate im Freiverkauf ein“, schreibt Geschäftsführerin Anne Sagner im Bericht zum Geschäftsjahr 2024. Etwa 760.000 Gäste haben die Goslarer Busse demnach 2024 transportiert, 200.000 weniger als im Vorjahr.
Unterm Strich bedeutet das einen Einnahmerückgang von etwa sechs Prozent, erläutert die Geschäftsführerin. Die Umsatzerlöse sind demnach von 5,75 auf 5,14 Millionen Euro gefallen. Dieses Minus habe auch nicht durch die bessere Nachfrage nach dem Deutschland-Ticket aufgefangen werden können, obwohl die Einnahmen in diesem Bereich um 37 Prozent gestiegen seien. Insgesamt schließt die Stadtbus Goslar GmbH das Jahr mit einem Minus von fast 68.500 Euro ab.
Das Deutschland-Ticket
Bei der Ursachenforschung für die Zahlen nennt Sagner zum einen die Einführung des Deutschland-Tickets, das für das Jahr 2024 mit 49 Euro pro Nutzer und Monat abgerechnet werde. Als Ausgleich für die entgangenen Einnahmen habe der Stadtbus-Betrieb bisher Abschlagszahlungen von Bund und Land in Höhe von 272.000 Euro erhalten. Nach einer langen Phase „großer Unsicherheit“ sei nun klar, dass das Deutschland-Ticket weitergeführt wird, mindestens bis Ende 2026 und mittlerweile zum Preis von 58 Euro.
Weiter auf Wachstumskurs befindet sich laut Geschäftsbericht das kostenfreie Gästeticket Hatix. Sagner schreibt: „So konnten 2024 insgesamt 34.343 Hatix-Nutzungen im Netz der Stadtbus Goslar GmbH registriert werden.“ Das entspreche einem Plus von acht Prozent gegenüber 2023.
Die Fahrleistung der Busse ist vergangenes Jahr gesunken, was ebenfalls negative Auswirkungen auf die Einnahmen hat. Denn die gefahrenen Kilometer bekommt der Verkehrsbetrieb im Rahmen des Stadtwerke-Verbundes vergütet. Insgesamt haben die Goslarer Stadtbusse laut Bilanz 949.000 Kilometer zurückgelegt, 31.000 weniger als 2023. Sagner nennt als Gründe die Einstellung des Welterbe-Shuttles Ende August sowie drei Streiktage, an denen kein Bus gefahren ist. Im Schnitt waren 51 Mitarbeiter bei dem Unternehmen beschäftigt und 19 Busse im Einsatz, davon drei mit Elektroantrieb.
Wie stoppt man den Trend?
Wie kann der Abwärtstrend bei den Fahrgästen gestoppt werden? Ein Blick in die Zukunft sei aufgrund der „Revolution der Tarifangebote“ durch das Deutschland-Ticket schwierig, schreibt Sagner. Immerhin stehe fest, dass es einen erneuten ÖPNV-Rettungsschirm durch Bund und Land geben werde. Doch es gebe jede Menge Kostentreiber: die „auf hohem Niveau stagnierenden Treibstoffpreise“, eine durch die wirtschaftliche Krise zunehmende „Preissensibilität der Kunden“, aber auch hohe Tarifabschlüsse.
So habe es ab März 2024 im Schnitt Gehaltssteigerungen zwischen 11 und 13 Prozent beim Stadtbus gegeben. Trotzdem sei der Fachkräftemangel eines der „größten und langfristigsten Probleme aller Verkehrsunternehmen“. Im Verbund mit anderen kommunalen Busbetrieben werde unter anderem eine gezielte Anwerbung ausländischer Fahrer angestrebt.
Und auch die Busflotte soll weiter modernisiert werden. Im Sommer 2025 ist der Kauf eines weiteren Elektrobusses geplant. Weitere Förderanträge für die Jahre 2026 und 2027 seien bereits gestellt und bewilligt worden.
Das „wichtigste Projekt für 2025“, so Sagner, bleibe aber die Neuausrichtung des aktuellen Liniennetzes. Ab Dezember 2025 soll ein neuer Fahrplan gelten.
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