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Schüler, Eltern und Lehrer wirken mit

GZ Plus IconOberschule Braunlage will Handynutzung einschränken

Das Foto zeigt zwei Schüler vor einer beschrifteten Leinwand.

Zain Malik und Mia Hamelmann aus der fünften Klasse der Oberschule fassen die Meinungen der Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste zusammen. Foto: Oberschule

Schüler, Eltern und Lehrer haben sich abends getroffen, um demokratisch eine Schulordnung zu erstellen. Wie das Ergebnis ist und wie es weiter geht, teilt die Schule mit.

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Von Michael Eggers
Sonntag, 22.02.2026, 04:00 Uhr

Braunlage. Ständige Handy-Nutzung und Vapen (E-Zigarette rauchen), wann immer es möglich ist: Schüler, Lehrer und Eltern sind sich einig, dass dies an der Oberschule Braunlage nicht funktioniert. Sie haben am Mittwochabend eine neue Schulordnung erarbeitet, um dem Motto der Schule „Demokratie leben“ gerecht zu werden, wie Leiter Quint Gembus mitteilt. Die neue Grundlage gilt allerdings noch nicht, sie muss erst noch von der Gesamtkonferenz bestätigt werden.

Das Foto zeigt zwei Schüler vor einer beschrifteten Leinwand.

Zain Malik und Mia Hamelmann aus der fünften Klasse der Oberschule fassen die Meinungen der Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste zusammen. Foto: Oberschule

Freiwillig am Abend noch einmal in die Schule gehen, um über Regeln und den Alltag zu diskutieren? Was zunächst nicht nach einem typischen Schülerwunsch klingt, erwies sich an der Oberschule als voller Erfolg, betont Gembus. „Die Aula war mit mehr als 50 Teilnehmern gut besucht, als wir zu unserer ersten Zukunftswerkstatt eingeladen haben“, berichtet er weiter. „Ich habe sogar mehr Schüler begrüßt, als ich vorher erwartet hatte“, erklärt er weiter. Dafür sei bei den Eltern die Beteiligung leider deutlich geringer gewesen.

Offene Gesprächsatmosphäre

Das Konzept sei bewusst niedrigschwellig angelegt worden. Bei Keksen, Limonade und Kaffee waren Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Gäste eingeladen, gemeinsam über aktuelle Themen des Schulalltags ins Gespräch zu kommen. Nach einer kurzen Einführung des Schulleiters ging es direkt in die Arbeitsphase. Gembus hat die Teilnehmer in sechs Zufallsgruppen eingeteilt, jeweils zu gleichen Teilen mit Schülern, Eltern, Lehrkräften und Gästen besetzt.

Das Foto zeigt einen Mann mit einem Mikrofon.

Schulleiter Quint Gembus moderiert die Zukunftswerkstatt, die unter dem Motto „Demokratie leben“ steht. Foto: Eggers

„Gerade diese Mischung sorgte für eine offene Gesprächsatmosphäre“, berichtet der Schulleiter weiter. „Hier wurde wirklich auf Augenhöhe diskutiert“, ergänzt er. Im Mittelpunkt stand vor allem die Handynutzung im Schulalltag. Besonders bemerkenswert sei, dass viele Jugendliche selbstkritisch mit dem eigenen Umgang mit Smartphones umgingen, sagt er. Gerade in den kurzen Fünf-Minuten-Pausen, so haben sie berichtet, empfinden es viele als störend, wenn Mitschüler sofort zum Handy greifen. Darüber hinaus beschäftigten sich die Gruppen mit Themen wie Ordnung im Schulgebäude, dem zunehmenden Vapen unter Jugendlichen sowie sinnvollen Beschäftigungsmöglichkeiten in den Pausen. Das Rauchen von E-Zigaretten sei zwar verboten, aber schwer kontrollierbar. „Die Schüler gehen in eine unbeobachtete Ecke, nehmen zwei, drei Züge, stecken die E-Zigarette ein und zurück bleibt nur ein süßlicher Duft.“

Klares Meinungsbild

Dieses Vapen würde aber auch viele Schüler stören. Lehrer Thomas Westphal zeigte sich denn auch beeindruckt vom Engagement der Jugendlichen. „Es ist schön zu sehen, wie aktiv sich die Schülerinnen und Schüler einbringen und welche durchdachten Ideen dabei entstehen“, meinte er.

Nach der Präsentation der Gruppenergebnisse kam es zu einem ungewöhnlich klaren Meinungsbild. Die mehr als 50 Teilnehmer zählende Gruppe habe die Vorschläge nicht nur mit großer Mehrheit, sondern sogar einstimmig angenommen, berichtet der Schulleiter. Nun liege es an der Gesamtkonferenz der Schule, die Ideen zu priorisieren und über ihre Umsetzung zu entscheiden. Die positive Stimmung war am Ende deutlich spürbar, führt Gembus weiter aus. Und ein Vorschlag fand ebenfalls einhellige Zustimmung: Die Zukunftswerkstatt soll keine einmalige Veranstaltung bleiben, sondern künftig regelmäßig zu unterschiedlichen Themen angeboten werden.

Die neue Schulordnung, sollte sie denn von der Gesamtkonferenz beschlossen werden, gilt übrigens nur an der Oberschule. Das Oberharzgymnasium, das ebenfalls im Schulzentrum untergebracht ist, hat eine eigene Grundlage.

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