Clausthaler Hort: So läuft die Betreuung nach der Venito-Übernahme
Malen und Basteln stehen beim Kinderhort in Clausthal-Zellerfeld ganz hoch im Kurs. Foto: Anspach/dpa
Nach anderthalb Jahren zeigt sich, wie die Venito-Jugendhilfe den Schulkinderhort in Clausthal-Zellerfeld entwickelt hat. Der Betreiber räumt zudem mit einem Gerücht auf.
Clausthal-Zellerfeld. Eine gute Nachricht für Eltern in Clausthal-Zellerfeld: Im Venito-Schulkinderhort Clausthal-Zellerfeld sind aktuell noch Plätze frei. Insgesamt bietet der Hort 40 Betreuungsplätze, sechs bis sieben davon sind derzeit nicht belegt. „Es gibt immer mal wieder Wechsel“, sagt Manuela Dickel, die seit Herbst bei der Venito-Jugendhilfe Oberharz arbeitet und die Leitung des Horts übernommen hat.
Spenden an fünf Vereine
Wenn Glücksschweinchen zu Tränen rühren: Rekorderlös im Oberharz
Rund anderthalb Jahre ist es her, dass Venito den Betrieb des Schulkinderhorts übernommen hat. Vorausgegangen war eine bewegte Phase: Der gemeinnützige Trägerverein des Schulkinderhorts Klepperberg hatte den Vertrag mit der Berg- und Universitätsstadt zum 31. Dezember 2023 gekündigt. Die Stadt musste daraufhin kurzfristig handeln, um die Nachmittagsbetreuung für Schulkinder weiter sicherzustellen. In der Elternschaft und auch beim Personal gab es damals Sorgen, ob das Angebot in dieser Form überhaupt fortgeführt werden könne.
Julian Tobias Stumpf (50)
„Das war episch“: Salzgitteraner kitet durch den Oberharzer Winter
Über eine europaweite Ausschreibung kam schließlich Venito zum Zug, die bereits frühzeitig ihr Interesse signalisiert hatte. Seit August 2024 betreibt sie den Hort. Mit dem Betreiberwechsel wurde das Angebot sogar ausgeweitet: Statt zuvor 32 stehen nun wieder 40 Hortplätze zur Verfügung.
Ganztagsbetreuung ab 2026 verpflichtend
Der Hort arbeitet mit zwei Gruppen. Betreut werden überwiegend Grundschulkinder, theoretisch ist eine Betreuung bis zum 14. Lebensjahr möglich. „In der Praxis merken wir aber, dass viele Kinder ab der fünften Klasse zunehmend selbstständig werden und die Betreuung nicht mehr in dem Umfang benötigen“, erklärt Dickel. Der Hort befindet sich direkt an der Grundschule Clausthal, wird aber auch von Kindern der Grundschule Zellerfeld genutzt, die dafür einen kleinen Fußweg in Kauf nehmen.
Die Betreuungszeiten liegen – abhängig vom Schulschluss – etwa zwischen 12.15 und 17.30 Uhr. Auch in den Ferien bietet der Hort eine Betreuung an, abgesehen von den Schließzeiten, die sich an denen der Kindergärten orientieren. Die Kosten für einen Hortplatz liegen bei 250 Euro im Monat.
Geschichten aus Torfhaus
Oberharz: Wenn der Ski-Ausflug im DDR-Knast endet
Ein Gerücht will Venito klar entkräften: Der Schulkinderhort wird nicht mit der Einführung der Ganztagsbetreuung verschwinden. Zwar startet in Niedersachsen ab dem kommenden Schuljahr die verpflichtende Ganztagsbetreuung für Erstklässler, doch laut Venito-Regionalleiter Daniel Knackstedt sind im Oberharz noch viele Fragen offen. So wurde, wie berichtet, mit dem Bau der geplanten Schulmensa am Alten Bahnhof, die für den Ganztagsbetrieb zentral wäre, noch nicht einmal gestartet. Zudem wird der Ganztagsanspruch stufenweise eingeführt, sodass der Bedarf an ergänzender Betreuung mindestens bis 2029 bestehen bleibt. „Es gibt einen gesetzlichen Anspruch, dem die Stadt gerecht werden muss. Aber die Umsetzung ist komplex“, sagt Knackstedt. Das Signal sei deshalb klar: Der Hort bleibt bestehen.
Programm richtet sich nach den Kindern
Konzeptionell befinde sich der Schulkinderhort in einer stetigen Weiterentwicklung, macht Leiterin Dickel deutlich. Venito bringt ihre mehr als 50-jährige Erfahrung in der Jugendhilfe ein. In enger und guter Zusammenarbeit mit der Stadt sei bereits ein Gruppenraum renoviert worden. Personal und Räumlichkeiten wurden vom früheren Träger übernommen. Zum Team gehören sieben pädagogische Fachkräfte sowie die Hortleitung.

Venito hat in Kooperation mit der Stadt einen Gruppenraum neu gestaltet. Eine weitere Verschönerung durch die Kinder ist noch in der Findungsphase. Foto: Venito
Wie der Alltag im Hort aussieht, hängt laut Dickel stark von den Bedürfnissen der Kinder ab. Nach Schulschluss gibt es zunächst ein warmes Mittagessen, das vom Caterer „Besser essen“ aus Quedlinburg geliefert wird. Über eine App können Eltern ihre Kinder dafür anmelden. Anschließend folgt die Hausaufgabenzeit, bei der die Schülerinnen und Schüler begleitet werden. Danach beginnt die Freizeitphase, und die ist bewusst offen gestaltet. Einige Kinder zieht es nach draußen, etwa auf den Fußballplatz der Grundschule Clausthal, andere bleiben lieber drinnen, lesen oder basteln. Gelegentlich stehen auch gemeinsame Ausflüge auf dem Programm, zum Beispiel zur Stadtbibliothek, um neuen Lesestoff auszuleihen. „Beziehungsarbeit spielt dabei eine große Rolle“, sagt Dickel. Entscheidend sei immer die Frage: Was brauchen die Kinder gerade?
Copyright © 2026 Goslarsche Zeitung | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.