St. Andreasberger und Hohegeißer feiern zeitgleich Schützenfest
Die Blaskapelle des Waldarbeiter-Instrumental-Musikvereins bleibt dieses Jahr in St. Andreasberg. Weil das Schützenfest in Hohegeiß zur gleichen Zeit stattfindet, fahren sie nicht ins Bergdorf. Foto: GZ-Archiv
Es ist vor allem das Fest der Einheimischen. Am ersten Augustwochenende feiern sowohl die St. Andreasberger als auch die Hohegeißer Schützenfest. Warum das so ist, und warum sie über diese Terminüberschneidung unglücklich sind, berichten die Schützen.
St. Andreasberg/Hohegeiß. In diesem Jahr ist es Anfang August wieder so wie im Vorjahr: Die St. Andreasberger feiern am gleichen Wochenende wie die Hohegeißer Schützenfest. „Diese Terminüberschneidung ist unglücklich“, findet Robert Hansmann, der stellvertretende Vorsitzende des Schützenvereins Hohegeiß. Und auch Frederik Kunze, der Schützenvogt der Bergstadt, ist nicht zufrieden damit. Eine Änderung aber sei schwer, betonen beide auf GZ-Anfrage.
Ein Grund, warum diese Änderung schwerfällt, dürfte auch der sein, dass es nicht jedes Jahr so ist. Eigentlich feiern die Hohegeißer am fünften Wochenende im Juli und die St. Andreasberger am ersten Wochenende im August. Wenn es aber kein fünftes Wochenende gibt, weichen die Schützen aus dem Bergdorf aufs erste August-Wochenende aus. Die Chance, dass die beiden Ortsteile der Stadt Braunlage an unterschiedlichen Terminen Schützenfest feiern, liegt also bei 43 Prozent oder anders ausgedrückt, in drei von sieben Jahren können sie das Schützenfest des jeweils anderen besuchen.
Sowohl bei der Schützengesellschaft St. Andreasberg als auch beim Schützenverein Hohegeiß hat der Termin Tradition. „Wir können auch nicht so einfach wechseln, weil wir in den Terminkalender des Oberharzer Schützenbundes eingebunden sind“, erklärt Frederik Kunze. Denn ebenso wenig, wie er mit den Hohegeißern an einem Wochenende gemeinsam Schützenfest feiern will, möchte er dies beispielsweise mit denen aus Sieber oder Altenau.
Ein Tauschpartner?
Die Lösung könnte sein, dass die St. Andreasberger einen Tauschpartner aus dem Oberharzer Schützenbund finden. Auch dies dürfte nicht leicht sein. Wie Hartmut Wawrzinek, der Präsident des Oberharzer Schützenbundes aus Clausthal-Zellerfeld, auf GZ-Anfrage mitteilt, haben die Termine Tradition, auch wenn natürlich die Vereine festsetzen, wann und wie Schützenfest gefeiert werde.
Das Hauptproblem dabei ist, dass beide Schützenvereinigungen unterschiedlichen Dachverbänden angehören. Die Hohegeißer sind übrigens wie auch die Schützengesellschaft Braunlage Mitglied im Kreisschützenverband Südharz. Und dessen Präsident Frank Hammer aus Herzberg findet das Problem gar nicht so dramatisch. „Es gibt nur wenige Termine im Frühling und Sommer, an denen Schützenfest gefeiert werden kann, dass es da zu Terminüberschneidungen kommt, ist normal“, sagt er.
Die meisten Schützenvereine hätten ihren angestammten Platz im Terminkalender, da zu wechseln, sei schon problematisch, „auch wenn natürlich jeder Verein den Termin selbst festlegt“, betont der Präsident. Das Herzberger Schützenfest sei beispielsweise stets zu Pfingsten. Und Traditionen seien den Schützen schon wichtig. Das Hohegeißer Schützenfest ist immer eine Woche nach dem in Braunlage.
Stellvertretender Vorsitzender Robert Hansmann bedauert den gleichen Termin mit St. Andreasberg auch in anderer Hinsicht. „Wir hätten gerne die Blaskapelle des Waldarbeiter-Instrumental-Musikvereins bei uns in Hohegeiß zu Gast“, sagt er. „Doch das geht leider nicht, wenn wir zeitgleich mit St. Andreasberg feiern“, erklärt er. Dann würden die St. Andreasberger zu Hause bleiben und nicht mit ihrer Blasmusik im Bergdorf für Stimmung sorgen.
Und Hansmann blickt schon voraus. „In zwei Jahren feiern wir unser 400. Schützenfest, da wäre es uns natürlich schon wichtig, die St. Andreasberger zu Gast zu haben“, betont er.
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