Schmiedestraße für Fußgänger gesperrt: Was sagen die Anlieger?
Statt eines Gehsteigs hat der Kirchenladen nun einen großen Berg Kies vor der Tür. Marianne Schirrmeister und Helga Eberts vom Trägerverein müssen nun Möglichkeiten finden, damit zu leben. Foto: Schlegel
Seit gut einer Woche ist die Schmiedestraße auch für Fußgänger voll gesperrt, sie wird ausgebaut und dafür wurden auch die Gehsteige weggerissen. Wie gehen die Gewerbetreibenden in der Straße mit diesem Zustand um?
Bad Harzburg. Seit dem Wochenende ist die Schmiedestraße eine komplette Baustelle, auch die Gehwege sind im Rahmen der kompletten Erneuerung weggerissen. Das soll bis Ende des Jahres so bleiben. Theoretisch ist die Straße bis zum Ende der Arbeiten auch für Fußgänger gesperrt, praktisch jedoch können sie noch durch. Mühsam zwar, aber es geht halbwegs. Doch was sagen die Anlieger der Straße? Geschäftsleute? Wochenmarkthändler? Hausbesitzer? Die Begeisterung hält sich erwartungsgemäß in Grenzen, allerdings ist die Stimmung nicht nur schlecht.
Die Gehsteige sind auf der kompletten Länge weggerissen. Die Bauarbeiten sollen (mindestens) bis Ende des Jahres dauern. Foto: Schlegel

Rudi Hoffmeister (l.) und Frank Biedehorn können nur noch mühsam lächeln. Ihre Wochenmarktstände werden wegen der Baustelle nicht mehr von Kundschaft überrannt. Foto: Schlegel

Bestes Marktwetter, aber kaum Marktkunden: Im unteren Badepark war am Donnerstag nicht viel los. Foto: Schlegel

Biergarten-Betreiber Slawomir Niemczyk sagt, er habe 70 Prozent Umsatzeinbußen durch die Baustelle. Foto: Schlegel
Badepark ist zu erreichen
Dabei ist der Badepark noch halbwegs gut zu erreichen, nämlich fußläufig über die Rudolf-Huch-Straße oder auch per Pkw über den Parkplatz an der Herzog-Julius-Straße. Der ist zwar aus der Schmiedestraße auch nicht mehr zu erreichen, wohl aber aus der Julius-Straße. Nur wüssten das mitunter noch nicht einmal Bad Harzburger.

Vor dem Kirchenladen werden Fußmatten ausgelegt, damit nicht zu viel Dreck ins Geschäft getragen wird. Foto: Schlegel
Zwar wird das „Begehen“ der Baustelle großzügig gehandhabt, doch nützt es auch nichts, wenn man auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen ist. Auch das Beliefern ist schwierig, die Helferinnen lassen sich die Ware mitunter schon nach Hause liefern.
Zu spät informiert
Der Kirchenladen hat noch das Glück, dass das 25-köpfige Helferteam ehrenamtlich arbeitet, aber dennoch hat der Verein Ausgaben. Allein der Warenbestand stelle einen Wert dar. „Hätten wir früher gewusst, dass die Gehsteige auch noch weggerissen werden, hätten wir weniger eingekauft“, sagt Eberts. So aber hätte der Verein erst aus der GZ erfahren, dass die Straße zwei Tage später komplett dicht ist. Und das auch noch in den umsatzstärksten Monaten November und Dezember. Nun hoffen die Damen auf einige Basare, die anstehen. Die sollen die Bilanzen retten. Außerdem wird mithilfe des Hauseigentümers und der Nachbarschaft versucht, einen besseren Zugang über den Badepark zu schaffen. Danach werde man sich um das Beleuchtungsproblem kümmern. Denn jetzt, in der dunklen Jahreszeit, macht es die Finsternis auch nicht unbedingt leichter, durch die Baustelle zu stapfen. Der Kirchenladen wird deshalb bereits um 17 Uhr schließen.

Fußgänger können die Schmiedestraße noch benutzen, aber das ist eigentlich nicht Sinn der Sache und auch nicht unbedingt einfach. Foto: Schlegel
Beispielsweise von Beatrice Brandt vom Pflegedienst Medica, der in Schmiedestraße vis à vis des Kirchenladens ansässig ist. Dorthin kommen auch Patienten, regelmäßig auch ganze Gruppen, und die hätten schon Probleme, so Brandt. Aber die Baufirma helfe da sehr. Wenn es matschig sei, würden auch schon einmal Teppiche ausgelegt, außerdem wurden vor alle Geschäfte Brücken und Rampen gebaut.

Der Medica-Pflegedienst kann mit der Baustelle halbwegs gut leben und lobt die Kooperation mit den Arbeitern. So haben für jedes Haus Rampen und Brücken angelegt. Foto: Schlegel