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Was ist am Goslarer Hausberg los?

GZ Plus IconRammelsberg: Kündigung für den Vorsitzenden des Betriebsrates

Innenraum mit großem, radial angeordnetem Metallrad und beleuchteten Bildern an den Wänden

Der Rammelsberg birgt manches Highlight der Bergbauhistorie – hier einen spannenden Blick in die alten Rührwerke. Foto: Kleine

Die Suche nach einem neuen Chef läuft bislang ohne Erfolg. Jetzt wird der nächste personelle Hammer bekannt: Am Rammelsberg wurde dem Betriebsratsvorsitzenden gekündigt.

Von Frank Heine Samstag, 24.01.2026, 04:00 Uhr
Was ist denn nur am Rammelsberg los? Bei der holprigen Suche nach einem neuen Chef hat sich das Goslarer Welterbe bislang nur Absagen eingehandelt und wie berichtet deshalb inzwischen eine Agentur eingeschaltet. Jetzt folgt der nächste personelle Hammer: Nach nicht offiziell bestätigten GZ-Informationen hat die Geschäftsführung dem Vorsitzenden des Betriebsrates fristlos gekündigt. Und dieser Mann ist nicht nur nach innen für die Mitarbeiter eine wichtige Stimme (gewesen), sondern hat dem Rammelsberg an exponierten Stellen auch nach außen ein Gesicht gegeben.

Weder bestätigt noch dementiert

Was ist passiert? Da hüllen sich alle Beteiligten in Schweigen. Sowohl Interimschef Oliver Kasties als auch der Betroffene selbst wollten sich auf Anfrage nicht äußern. Immerhin: Es gab von beiden Seiten auch kein Dementi. Kasties ist erst seit dem Jahreswechsel kommissarisch mit der Rammelsberg-Leitung betraut – und quasi in doppelter Kommissar-Rolle unterwegs, weil er nach der Verrwaltungsreform der Stadt inzwischen auch als Geschäftsbereichsleiter für das zentrale Verwaltungsmanagement (noch) kommissarisch verantwortlich zeichnet. Der vorherige Rammelsberg-Chef Dr. Johannes Großewinkelmann war auf eigenen Wunsch ausgeschieden.

Frage im Verwaltungsausschuss

Einer ersten naheliegenden Vermutung, dass neue Besen eisern oder zumindest anders kehrten, wurde bei GZ-Recherchen wiederholt widersprochen. An dieser Konstellation soll es nicht liegen. Die Politik erfuhr nach GZ-Informationen vom Vorgang am Dienstag durch eine Anfrage des Linken Michael Ohse im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss. Dort wurden demnach zwar keine Gründe genannt, aber erklärt, dass die Entscheidung im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat gefallen sei. Dessen Vorsitzende ist Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner (SPD).

Die Kündigung eines Betriebsratsvorsitzenden obliegt hohen Hürden. Eine ordentliche Kündigung ist meist ausgeschlossen, nur eine außerordentliche (fristlose) Kündigung bei sehr schwerwiegenden Verstößen möglich. Der Betriebsrat muss in diesem Fall zustimmen. Tut er das nicht, kann der Arbeitgeber dieses Votum notfalls gerichtlich ersetzen lassen.

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