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Bauamtsleiter listet Projekte auf

GZ Plus IconWas Bad Harzburg für Radfahrer getan hat und noch tun will

Wo sind Fahrradfahrer in diesem Jahr besser unterwegs, weil die Stadt ihr Radwegekonzept weiter umsetzt? 

Wo sind Fahrradfahrer in diesem Jahr besser unterwegs, weil die Stadt ihr Radwegekonzept weiter umsetzt? Foto: Schlegel

Die Stadt hat ein Konzept in der Schublade, wie Bad Harzburg fahrradfreundlicher wird. Was wurde in jüngster Vergangenheit umgesetzt? Und was soll noch kommen?

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Von Holger Schlegel
Montag, 02.02.2026, 10:00 Uhr

Bad Harzburg. Die Stadt soll radfahrerfreundlich werden, ein entsprechendes Konzept wurde erarbeitet und liegt in der Schublade der Stadtplaner. Dass es dort nicht verstaubt, hat jetzt Bauamtsleiter Tobias Brandt im Bau- und Verkehrsausschuss mit einer Liste von Maßnahmen belegt, die entweder schon umgesetzt wurden oder noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Einige Maßnahmen liegen auch in der Verantwortung des Landkreises. Bis auf wenige Ausnahmen sind die vergangenen und künftigen Vorhaben neue Beschilderungen und Fahrbahnausbesserungen. Der Bau echter Radwege ist eher die Seltenheit.

Was schon umgesetzt wurde

Der einzige echte neue Radweg ist der entlang der Straße „An der Rennbahn“, der dann weitergeht via Herbrink und Ellernweg. Dort, an der Rennbahn, gab es zwar schon einen Radweg, aber auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der war jedoch eng und kaputt. Und noch ein zweiter wirklich neuer Radweg beziehungsweise ein Fahrradschutzstreifen wurde im vergangenen Jahr im Zuge der Fahrbahnerneuerung der Schmiedestraße geschaffen.
Der Landkreis hat den Radweg hinunter nach Westerode erneuert. 

Der Landkreis hat den Radweg hinunter nach Westerode erneuert. Foto: Exner

Zwei vorhandene Wege hat der Landkreis im vergangenen Jahr erneuert, zum einen den am Ortsausgang von Harlingerode Richtung Oker (am Hüttengelände vorbei) und dann den von der Geißmarstraße hinunter nach Westerode.

Ganz neu. Der Radweg entlang der Straße An der Rennbahn. Ihn hat die Stadt gebaut. 

Ganz neu. Der Radweg entlang der Straße An der Rennbahn. Ihn hat die Stadt gebaut. Foto: Exner

Dann gab es noch ein paar neue Ausschilderungen: Wer zum Beispiel mit dem Fahrrad vom Tennisweg hinüber zum Geschwister-Scholl-Ring möchte, soll nicht mehr den zu schmalen Gehweg vis-à-vis nutzen, sondern wird nun per Hinweis ein Stückchen weiter Richtung Kindergarten geleitet. Dort ist mehr Platz.

In einem Fall wurde das Radfahren auch reglementiert, nämlich auf dem Weg von der Bergbahn-Talstation hinüber zur Sole-Therme. Dort ist viel Fußgängerverkehr. Deshalb heißt es seit dem vergangenen Jahr: „Fahrradfahrer absteigen“.

Die Schmidestraße hat einen neuen Fahrradschutzstreifen. Er endet aber an der Lutherkirchenkreuzung. 

Die Schmidestraße hat einen neuen Fahrradschutzstreifen. Er endet aber an der Lutherkirchenkreuzung. Foto: Schlegel

Zum Fahrradkonzept zählt die Stadt auch klassische Straßensanierungen – nach dem Motto: Weniger Schlaglöcher helfen allen, auch Radfahrern. Und so listet die Stadtverwaltung bei den „2025 umgesetzten Maßnahmen“ auch die Fahrbahnsanierung eines Teils der Fritz-König-Straße auf, ebenso wie die Deckensanierung in der Burgstraße zwischen Abfahrt B4 und Lutherstraße.

Was noch umgesetzt wird

Neue Radwege werden in diesem Jahr nicht gebaut. Wohl aber soll es (in Verlängerung der Schmiedestraße) einen neuen Fahrradschutzstreifen auf der Lutherstraße in Höhe der Lutherkirche zwischen der Schmiedestraßenkreuzung und dem Abzweig zur Burgstraße geben. Dort muss allerdings gerade die Kreuzungssituation noch einmal unter die Lupe genommen werden. Dann steht auch ein Fahrradstreifen entlang der B4 auf ganzer Länge auf der Maßnahmenliste. Realistisch dürfte das aber zumindest für dieses Jahr nicht sein, da ist wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens.

Konkreter ist die Freigabe der Brücke von der Seilbahntalstation hinüber ins Kalte Tal. Aktuell ist sie nur für Fußgänger zugelassen, demnächst soll „Radfahrer frei“ gelten, da von dort viele hinauf in den Wald radeln.

In diesem Jahr soll die Ortseinfahrt von Schlewecke nach Harlingerode unter die Lupe genommen werden. Für Fahrradfahrer aktuell schlecht: Dort gilt für Autofahrer normales Landstraßentempo, das Ortsschild kommt erst sehr weit hinten. Eine Lösung wäre Tempo 50.

In diesem Jahr soll die Ortseinfahrt von Schlewecke nach Harlingerode unter die Lupe genommen werden. Für Fahrradfahrer aktuell schlecht: Dort gilt für Autofahrer normales Landstraßentempo, das Ortsschild kommt erst sehr weit hinten. Eine Lösung wäre Tempo 50. Foto: Schlegel

Ein wenig problematisch gestaltet sich indes eine Veränderung auf der Harlingeröder Bruchstraße zwischen dem Abzweig Landstraße bis zur Einfahrt zum Freizeitzentrum und der anschließenden Bahnunterführung. In dem kleinen Teilstück vorbei am Neubaugebiet „Vor dem Bruche“ kann jeder motorisierte Verkehrsteilnehmer ordentlich aufs Gas treten, denn das Harlingeröder Ortseingangsschild steht erst sehr weit hinten. Es zu versetzen, ist aber nicht ohne Weiteres möglich, der Landkreis lehnt das laut Brandt ab. Dort sei keine geschlossene Bebauung vorhanden. Nun wird zumindest eine Temporeduzierung auf 50 geprüft.

Im Blick haben die Radverkehrsplaner auch den weiteren Verlauf der Bruchstraße unter der Bahnunterführung hindurch: Das Tempo-30-Schild, das aktuell erst hinter der Bahnbrücke steht, soll ein Stück weiter nach vorn geholt werden. Dadurch könnte der Radverkehr sicherer im Mischverkehr mitfahren.

Und es gibt auch wieder einige Fahrbahndeckensanierungen, die nicht in direkter Verbindung mit dem Radwegekonzept stehen, aber für alle Verkehrsteilnehmer mehr Komfort bringen sollen: ein weiteres Teilstück der Fritz-König-Straße, ein Stück Burgstraße zwischen Unterer Krodostraße und Fritz-König-Straße sowie der Hopfengarten im Bereich des Friedhofs. Auch die eingedellte Pflasterung auf der Herzog-Wilhelm-Straße an den Ecken Koldeweystieg und Forstwiese soll erneuert werden. Darüber dürften sich dann aber auch in erster Linie Autofahrer freuen, denn diese Schlaglöcher sind so tief, dass dort schon so manche Frontschürze ihr Leben gelassen hat.

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