Wie es mit den Othfresener Kita-Neubauplänen weitergehen soll
Rechts vom Altbau soll der Neubau für drei Othfresener Kindergartengruppen entstehen – beide Gebäude werden mit einem Glasgang verbunden. Foto: Gereke
Um den Anforderungen an die Kinderbetreuung gerecht werden zu können, soll die Othfresener Regenbogen-Kita durch einen Neubau ergänzt werden. Wie steht es um das Projekt?
Liebenburg. In dieser Woche sollen in der Gemeinde Liebenburg die Reparaturarbeiten der Schäden fortgesetzt werden, die an Gehwegen und Straßen beim Verlegen der Glasfaserkabel entstanden waren. Der Glasfaserausbau – eine fast unendliche Geschichte für die Kommune, die seit mehr als vier Jahren andauert. Auf solche Schwierigkeiten hoffen sie beim nächsten Millionenprojekt in der Gemeinde nicht: den Neubau des Kindergartens Othfresen.
Gemeinde Liebenburg
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In der Sitzung des Bauausschusses stellte Architektin Kristina Gronau die finalen Pläne und den Zeitplan für das Projekt vor. Für rund 5,1 Millionen Euro soll ein Neubau für drei Kindergartengruppen entstehen, der durch einen Glasgang mit dem Altbau verbunden wird. In dem sollen zwei Krippengruppen beheimatet sein. Der westliche Teil des Altbaus wird zunächst ungenutzt bleiben und könnte für Zwecke der benachbarten Grundschule genutzt werden. Die Gruppenräume des Kindergartens öffnen sich nach außen, gleichzeitig soll das neue Gebäude über einen Matschzugang verfügen, um nicht dreckig nach dem Draußenspiel direkt im Gruppenraum zu landen. An jeden Gruppenraum ist zudem ein Förderraum angedockt.
Bauantrag noch im März stellen
Auf die Gruppenräume kommen Pultdächer mit PV-Anlage. Installiert wird eine Luftwärmepumpe, die auch den Altbau versorgen wird. Die alte Pelletheizung dort, die immer wieder technische Probleme bereitet, wird außer Betrieb genommen. Der Mehrzweckraum zwischen den Gruppenräumen soll mit einer Holzfassade versehen werden, der Rest des Neubaus bekommt eine klassische Klinkerverkleidung. Nach Süden hin soll es nur wenige Fenster geben, um die Gefahr des Aufheizens zu verringern. Gegen ein zunächst angedachtes Gründach auf dem Glasgang sprach sich der Ausschuss aus, der ansonsten die Planungen absegnete.

Der Ausschnitt aus der Grafik verdeutlicht, wie die neue Kindertagesstätte von Westen aus gesehen aussehen soll. Foto: Gemeinde Liebenburg (Grafik)
Laut Kristina Gronau soll noch in diesem Monat der Bauantrag gestellt werden. Im dritten Quartal des Jahres könnten dann, bei entsprechender Erteilung der Baugenehmigung, Ausschreibungen und Auftragsvergaben erfolgen. Als Termin für den Baubeginn nannte sie diesen Herbst. Die Fertigstellung samt Übergabe des Gebäudes wäre dann im Frühjahr 2028.
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Darüber hinaus votierte der Ausschuss für die Aufhebung eines Sperrvermerks. Mit dem war die geplante Investition „Ersatzbeschaffung Lkw für den Bauhof“ im vergangenen Jahr versehen worden, weil die Politik zunächst ein Gutachten zum Zustand des alten Fahrzeugs forderte. Das liegt nun vor und liefert ein niederschmetterndes Ergebnis: Im Herbst musste die Gemeinde fast 3800 Euro für die Erneuerung der Bremsanlage ausgeben, damit der Wagen überhaupt im Winterdienst eingesetzt werden konnte. Zusätzliche 60.000 Euro „müssen wir für weitere Reparaturen – beispielsweise am Getriebe – wohl oder übel in die Hand nehmen, weil wir sonst den Lkw stilllegen müssten und die Lieferzeit eines Neufahrzeugs derzeit bei rund zwölf Monaten liegt“, erklärte Bauamtsleiter Alexander Barke.
Othfresen nur noch Ort mit Eigenentwicklung
Nach diesen Informationen war im Ausschuss erst einmal Schlucken angesagt. Der neue Laster soll zudem ein Fahrzeug mit geringerem Radstand sein – damit er in die Bauhofhalle passt und wendig genug für kleine Dorfstraßen ist. Zudem reiften erste Überlegungen, ob nicht die Miete eines Lkw für ein Jahr günstiger sei als die Reparaturkosten.
Auch empfahl das Gremium eine Stellungnahme der Gemeinde zur Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramm, um bestimmte Punkte für Othfresen erhalten zu können. Hintergrund: Aufgrund der demografischen Entwicklung hat das Land Niedersachsen das „Zentrale Orte Konzept“ vorgegeben. Demnach sollen die Kernorte einer Kommune gestärkt werden, um zukunftsfähig zu bleiben – im Fall der Gemeinde ist das Liebenburg. „Ermittelt wird es über ein Punktesystem. Dabei kommt Liebenburg auf 13 Punkte, Othfresen nur auf 6“, berichtete Bürgermeister Alf Hesse. Verwaltungssitz, weiterführende Schule, mehr Einkaufsmöglichkeiten – das sind Dinge, mit denen Liebenburg punktet.
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Mit Vorgabe des Konzepts fällt aber auch die bisherige Kategorie Orte mit grundzentralen Teilfunktionen weg, zu denen Othfresen gehörte. Das Dorf ist regionalplanerisch nur noch ein Ort mit Eigenentwicklung. Das bedeutet, dass die Ansiedlung großflächiger Einzelhandel von mehr als 800 Quadratmetern nicht möglich ist. Gewerbeentwicklung ist ebenfalls kaum drin und eine Siedlungsentwicklung über den Eigenbedarf der Ortschaft hinaus, also das Ausweisen von größeren Baugebieten, ist nicht vorgesehen. Aus diesem Grund fordert die Gemeinde Bestandsschutz für den großflächigen Einzelhandel am Posthof. Zudem dürfe die Regionalplanung der Weiterentwicklung des Gewerbegebietes am Posthof nicht entgegenstehen, zumal in Liebenburg ein Erwerb geeigneter Flächen kaum möglich ist. Außerdem soll die Othfresener Siedlungsentwicklung auch über den Eigenbedarf hinaus möglich sein.
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