Goslarer Friedensbündnis wünscht deutliches Signal für anderen Kurs
Gewalt hat (Gegen-)Gewalt zur Folge: Ein israelischer Soldat geht durch die Trümmer nach einem iranischen Raketenangriff. Foto: picture alliance/dpa
Ostermarsch an Karsamstag: Goslars Friedensbündnis wünscht sich „Mut zum Frieden“ – und einen anderen Kurs mit mehr Geld in Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit.
120 Teilnehmer am Ostermarsch
Goslars scharfer Protest gegen Aufrüstung und Angstmache
Gute Zukunft für die Kinder
Israelische und US-Bomben auf den Iran, von dort starten die Revolutionsgarden Vergeltungsschläge gegen die Angreifer und andere arabische Staaten, nicht zu vergessen der Ukraine-Krieg und das Geschehen im Nahen Osten im Gaza-Streifen und im Südlibanon – was ist los auf der Welt? Für das Friedensbündnis unterstreicht Mitinitiator Gerhard Stein noch einmal die aktuelle Bedeutung des Ostermarsches: „Die Friedenstaube steht aus allen Richtungen unter Beschuss. Deshalb ist es wichtig, am Karsamstag in großer Zahl auf die Straße zu gehen, um der Politik zu zeigen, dass wir mehr Diplomatie und nachhaltige Friedenslösungen brauchen, wenn unsere Kinder eine gute Zukunft haben sollen.“
Mit KI generiert: Das Friedensbündnis ruft mit einer schwer ramponierten Friedenstaube zur Teilnahme am Ostermarsch auf. Foto: Friedensbündnis Goslar
Dr. Herle Tonon ist bei der Organisation „Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)“ aktiv. Sie betont: „Nur auf friedlichem Weg bekommen wir die enormen Ressourcen frei, die wir dringend für Bildung, Gesundheit, Soziales, Umwelt- und Naturschutz benötigen.“ Ulrike Schmitz ergänzt für das Goslarer Bündnis: „Das Friedensgebot des Grundgesetzes sollte endlich glaubwürdig umgesetzt werden. Die friedliche Kooperation aller Staaten muss unser Ziel sein.“
Gewerkschafter und Abgeordneter

Cem Ince. Foto: Marc Schumann
Pazifisten fordern Frieden
Friedenstaube-Demos: Tausende machen bei Ostermärschen mit
Überparteiliche Veranstaltung
Für den Ablauf wichtig: Das Friedensbündnis sieht sich als überparteilicher Veranstalter und setzt deshalb darauf, keine Nationalflaggen oder Parteifahnen mitzuführen. Fahnen, Banner und Schilder zum Thema des Ostermarsches sind in Vielfalt und Buntheit willkommen. Der Einsatz von Musikinstrumenten aller Art ist sogar erwünscht. Worum geht es dem Bündnis? Globale Spannungen verschärften sich immer mehr. Die Stärke des Völkerrechts sei zum Recht des Stärkeren verkommen. Die EU entwickele sich zunehmend zu einem militaristischen Projekt. Deutschland strebe die stärkste konventionelle Armee Europas an, sogar Forderungen nach eigenen Atomwaffen würden laut, erklären die Veranstalter. Dieser konfrontative Kurs erhöhe die Gefahr eines Krieges in Europa – mit verheerenden Folgen. Sozialabbau und Einschränkungen demokratischer Rechte, etwa der freien Rede, gingen mit dieser Politik einher.
Selbsterklärend: So hat Goslar im Vorjahr für Frieden auf der Welt demonstriert. Foto: Epping (Archiv)
Die Wurzeln der Bewegung
Die Ursprünge der Ostermärsche liegen in den 1960er-Jahren. Damals schürten Kubakrise und Ost-West-Konflikt die Angst vor einem atomaren Weltkrieg und ließen die Ostermärsche zu einer Massenbewegung anwachsen. Sie erlebten ihren Höhepunkt Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre rund um den „Nato-Doppelbeschluss“ und einer immensen Aufrüstungsdynamik. Aktuell geht es dem Friedensbündnis um die Gefahren der Missachtung des Völkerrechts, um die Verhinderung der Stationierung neuartiger Mittelstreckenraketen und Marschflugkörper sowie um die Ablehnung einer umfassenden Militarisierung zulasten des Sozialstaats.
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