CDU kritisiert GZ-Kommentar über die Ortsratsarbeit in Wildemann
Michel Hus, stellvertretender Ortsbürgermeister von Wildemann, kritisiert die GZ-Berichterstattung über die Arbeitsweise des Ortsrats. Foto: Neuendorf/Privat
Wildemanns stellvertretender Ortsbürgermeister Michel Hus verteidigt die Arbeit des Ortsrats. Er wirft der GZ vor, Anträge nur für Schlagzeilen sehen zu wollen.
Wildemann. Der Kommentar der Goslarschen Zeitung zur Arbeit des Ortsrates Wildemann bleibt nicht ohne Widerspruch. Ortsratsherr Michel Hus (CDU), der zugleich stellvertretender Ortsbürgermeister ist, hat sich nun mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet und weist die Kritik an mangelnder Aktivität deutlich zurück.
In dem Kommentar war den Fraktionen von CDU und SPD vorgeworfen worden, seit Ende 2024 keine eigenen Initiativen auf die Tagesordnung gebracht zu haben. Ironischerweise ging es in dem damaligen Antrag der SPD genau um die Auflösung des Ortsrates, weil die Sinnhaftigkeit des Gremiums infrage gestellt wurde. Abgesehen von diesem Antrag seien seitdem nur Kenntnisnahmen und Haushaltsreste behandelt worden, lautete der kritische Tenor. Darum forderte der Kommentar die Mitglieder auf, in Zukunft ein bisschen ambitionierter an die Sitzungen heranzugehen.
Entschuldigung beim Bürger
In seiner Pressemitteilung formuliert Hus zunächst bewusst zugespitzt: Er müsse sich wohl bei den Wildemanner Bürgern entschuldigen, dass er deren Anliegen nicht wochen- oder monatelang zurückhalte, um sie gesammelt in Sitzungen vorzutragen und so die Tagesordnung „künstlich aufzublähen“. Damit spielt der Christdemokrat direkt auf den Kommentar an, der dem Gremium zu wenig eigene Impulse vorgeworfen hatte.
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Tatsächlich, so Hus, erfolge ein Großteil der Ortsratsarbeit im Hintergrund – per E-Mail oder Telefon. Diese Abläufe seien wenig spektakulär, gehörten aber zum politischen Alltag vor Ort. Die Ortsratssitzung selbst verstehe er vor allem als Instrument, um Bürgern und Ortsratsmitgliedern den direkten Austausch mit der Verwaltung zu ermöglichen.
„Nicht immer ist ein Antrag nötig“
Fielen zu einem Termin keine Anträge oder Bürgerfragen an, könne eine Sitzung auch bewusst straff geführt werden. „Nur Reden um des Redens Willen ist nicht immer zielführend“, schreibt Hus. Manche Anliegen würden sich zudem auf direktem Weg klären, ohne dass dafür ein formaler Antrag nötig sei. Dieses Vorgehen ist seiner Auffassung nach in anderen Bergstädten ebenso üblich – auch wenn der Kommentar darauf hinweist, dass es in Altenau-Schulenberg anders funktioniere.
Gleichzeitig enthält die Stellungnahme der CDU eine deutliche Spitze gegen die GZ. Hus unterstellt, dass die Redaktion vor allem auf Anträge und eine volle Tagesordnung aus sei, damit sie „weniger Probleme hat, ihre Seiten zu füllen“. Der Christdemokrat macht deutlich, dass die unspektakuläre Handlungsweise des Ortsrates keine Grundlage liefere, um der Zeitung seitenlange Artikel und damit ihre Daseinsberechtigung zu verschaffen. Für eine hilfreiche Berichterstattung plädiert Hus stattdessen dafür, wichtigeren und weitreichenderen Themen mehr Raum zu geben.
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