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1400 Lichtjahre entfernt

GZ Plus IconGoslarer Astrofotograf entdeckt „Juwel am Winter-Sternenhimmel“

Nahaufnahme einer farbigen Nebelwolke mit mehreren hellen Sternen vor schwarzem Hintergrund

Der Orion-Nebel zählt zu den schönsten Wintersternbildern. Foto: Bierdel

Der Orion-Nebel ist 1400 Lichtjahre entfernt, rund drei Millionen Jahre jung und nur sichtbar, wenn man viel Geduld und die richtige Technik hat.

Von Bierdel Sonntag, 25.01.2026, 14:00 Uhr

Goslar. Der Orion-Nebel als ein Teil des Sternbildes Orion, zählt zu den schönsten Wintersternbildern und ist relativ gut am Nachthimmel in den Winter-Monaten Dezember bis März zu beobachten.

In diesem Winter waren allerdings bei uns die Voraussetzungen für Himmelsbeobachtungen und Astrofotografie bislang recht dünn gesät.

Der Himmel hat ein Einsehen

Doch dann hatte der Himmel ein Einsehen für Astrofotografen und bescherte einen weitgehend wolkenlosen Himmel in zwei aufeinanderfolgenden Nächten.

Für mich die Gelegenheit, den imposanten Orion-Nebel (M42) zu fotografieren. Der Name Orion an sich hat seinen Ursprung, wie viele andere Namen bekannter Sternbilder auch, in der griechischen Mythologie. Demnach war Orion, Sohn von Poseidon, ein mächtiger aber auch gleichsam ein übermütiger Jäger und Krieger. Einer von mehreren Legenden nach wurde er schließlich von einem Skorpion getötet.

Von der Mythologie zur Astronomie

Der Orion-Arm ist ein kleiner Teil unserer Galaxie, der Milchstraße. Die Sterne des Sternbildes Orion liegen innerhalb dieses Arms. Auch unser Sonnensystem einschließlich der Planeten (Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun) ist hier verortet.

Das Sternbild Orion

Zu sehen ist das Sternbild Orion bei klarem Himmel am südlichen Sternhimmel und hat in etwa die Form einer Sanduhr. In der Mitte liegt der markante und gut auszumachende „Gürtel des Orion“ mit seinen drei Sternen. Etwas unterhalb dieser drei Gürtelsterne befindet sich der eindrucksvolle Orion-Nebel.

Riesige Wolken aus Staub und Gas

Der Orion-Nebel ist ein Sternentstehungsgebiet gigantischen Ausmaßes, dessen Emissionsnebel (riesige Wolken aus Staub und Gas) sogar nur mit bloßem Auge in klaren Nächten als verschwommener blasser Fleck wahrzunehmen ist.

Seine ganze Pracht kommt jedoch nur durch ein Teleskop in Verbindung mit einer Astrokamera, langer Belichtungszeit und entsprechender Astro-Bildbearbeitung zum Vorschein.

Vier Sterne bilden das Trapez

Besonders auffallend neben den vielen Details und Strukturen des farbenreichen Nebels sind vier Sterne in dem hellen weißen Fleck des Nebels, die das sogenannte Trapez des Orion-Nebels in diesem Sternentstehungsgebiet bilden.

Sterne sind drei Millionen Jahre alt

Sowohl die Sterne als auch der Orion-Nebel selbst sind etwa 1400 Lichtjahre von der Erde entfernt. Sein Durchmesser beträgt etwa beachtliche 24 Lichtjahre. Das Alter jedes dieser Sterne wird auf ungefähr drei Millionen Jahre geschätzt.

Nach menschlicher Sichtweise ein gewaltiges Alter, für einen Stern jedoch nur ein Wimpernschlag im Universum.

Für mich als ambitionierter Astrofotograf und sicherlich auch für viele andere ist der Orion-Nebel mit all seinen Facetten ein weiters Juwel am Winter-Sternenhimmel.

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