Oliver Junk bewirbt sich als Regionspräsident in Hannover
Oliver Junk voriges Jahr bei einer Veranstaltung des Harzklubs in Clausthal-Zellerfeld in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt. Junk ist Präsident des Harzklubs. Foto: Eggers
2021 verlor Amtsinhaber Dr. Oliver Junk die Oberbürgermeisterwahl in Goslar. Aktuell arbeitet er als Professor für Verwaltungsrecht. Jetzt will er zurück in die Politik.
Goslar/Hannover. Goslars ehemaligen Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk (CDU), der als Professor für Verwaltungsrecht an der Hochschule Harz arbeitet, zieht es offenbar zurück in die Politik. Der 50-Jährige, der weiter in Goslar lebt, ist als CDU-Kandidat für das Amt des Regionspräsidenten in Hannover im Gespräch und wirbt bereits für sich.
Über Junks Kandidatur berichtete am Montag das Politik-Journal „Rundblick“ aus Hannover. Seine Bewerbung wird aus CDU-Kreisen in Hannover hinter vorgehaltener Hand bestätigt, seine Kandidatur sei sicher, heißt es. Einen anderen Kandidaten gebe es nicht. Der „Rundblick“ berichtet hingegen, es gebe mehrere Bewerber.
Verfrühte Eigenwerbung
Offiziell gibt es dazu hingegen noch keine Auskunft. Uwe Rebitzky, Geschäftsführer des CDU-Regionsverbandes Hannover, bestätigt aber, dass der Vorstand sich an diesem Dienstag mit der Bewerberfrage befasst und auch einen Termin zur Nominierung festlegen will. Nach GZ-Informationen ist für den 17. Februar eine Mitgliederversammlung geplant.
Allerdings ist Junks Kandidatur kein großes Geheimnis mehr. Auf seiner Internetseite hat der Bewerber bereits einige Zeilen zu seiner Bewerbung vorbereitet, und er ist guter Dinge. Offenbar rechnet Junk fest mit seiner Nominierung. Auf seiner Homepage ist bereits seine Unterschrift zu finden, dort steht: „Ihr Regionspräsident Oliver Junk“, auch dies ist wohl eher ein Hinweis darauf, dass Junks Nominierung feststeht und es keinen weiteren CDU-Anwärter für das Amt gibt. Im Folgenden hat er unter der Überschrift „Mehr für die Region“ schon einige Wahlslogans vorbereitet: „Und diese Region kann mehr. Mehr Gestaltungsraum und Möglichmachen. Mehr Verlässlichkeit. Mehr handwerklich sorgfältige Verwaltungsarbeit.“ Auch eine E-Mail-Adresse hat er bereits angelegt: region@oliver-junk.de. Möglicherweise hat Junk seine Homepage irrtümlicherweise zu früh scharf gestellt.
CDU-Kandidat im SPD-Revier
Junks Kandidatur überrascht auch Weggefährten. Aus der CDU im Landkreis Goslar heißt es, Junk habe eigentlich erklärt, er wolle nicht mehr zurück in die Politik. Der Regionspräsident in Hannover wird am 13. September per Direktwahl gewählt. In CDU-Kreisen heißt es, dass die Kandidatur für einen Bewerber der Christdemokraten eine „herausfordernde Aufgabe“ sei. Denn die Region gilt als sozialdemokratisch geprägt. Der aktuelle Regionspräsident Steffen Krach gehört ebenso der SPD an wie sein Vorgänger Hauke Jagau, dieser war von 2006 bis 2021 für zwei Amtszeiten Regionspräsident. Auch die Stadt Hannover gilt eher als sozialdemokratisch, wenngleich der aktuelle Oberbürgermeister Belit Onay, der aus Goslar stammt, den Grünen angehört.
Die Region Hannover vertritt 1,2 Millionen Menschen, so schreibt es auch Oliver Junk auf seiner Internetseite. Es handelt sich um einen den Landkreisen gleichgestellten Verbund, der ebenfalls übergeordnete Aufgaben wahrnimmt und wie die 36 Landkreise dem Niedersächsischen Landkreistag angehört. Die 2001 gebildete Region Hannover ist ein Gemeindeverband, der aber aufgrund seiner Größe als Landkreis eine besondere Stellung einnimmt. Die Regionsverwaltung ist beispielsweise für den öffentlichen Personennahverkehr, die Abfallentsorgung, die örtliche Sozialhilfe, die Berufsbildenden Schulen und die Abfallentsorgung zuständig. Zu den bevölkerungsreichsten Städten der Region gehören Hannover, Garbsen und Langenhagen, die flächengrößte Stadt ist Neustadt am Rübenberge.
Der aktuelle Regionspräsident Steffen Krach übergibt sein Amt im März an seinen Stellvertreter. Krach lässt sich beurlauben, um sich auf den Wahlkampf zu konzentrieren, er bewirbt sich in Berlin für die SPD für das Amt des Regierenden Bürgermeisters und tritt gegen Kai Wegner von der CDU an, gewählt wird am 20. September.
Junk, wenn er also voraussichtlich am Dienstag als Kandidat empfohlen und später nominiert wird, würde am 13. September unter anderem gegen Eva Bender von der SPD antreten, sie ist Dezernentin für Kultur und Bildung in der Landeshauptstadt Hannover und laut „Rundblick“ die bisher einzige nominierte Kandidatin.
Junk kämpft an mehreren Fronten
Weiter Streit um Disziplinarverfahren gegen Ex-Oberbürgermeister
Oliver Junk stammt aus Bayreuth und gewann 2011 die Oberbürgermeisterwahl in Goslar auch dank eines engagierten Wahlkampfes. Der Christdemokrat, der seinerzeit noch der CSU angehörte, war von Haustür zu Haustür gegangen und hatte sich den Einwohnern vorgestellt. Bei den Wahlen 2021 unterlag er der SPD-Kandidatin Urte Schwerdtner von der SPD. Nach seiner Abwahl gab es einen Streit darum, ob das Innenministerium in Hannover mit Goslars früherem Landrat Stephan Manke als Staatssekretär mit einem Disziplinarverfahren in die Wahl eingegriffen hatte.
Eine ehrenamtsfreundliche Region
Junk hatte nach seiner Abwahl zunächst als Rechtsanwalt gearbeitet. 2023 wurde er zum Professor für Verwaltungsrecht mit Schwerpunkt Kommunalrecht an der Hochschule Harz in Halberstadt berufen, zuvor hatte er diese Professur 2022 vertretungsweise wahrgenommen. Junk ist außerdem Präsident des Harzklubs und engagiert sich als stellvertretender Aufsichtsrat in der länderübergreifend agierenden Ein-Harz-Gesellschaft, die er gegründet hat.
Bewerberauswahl bei Christdemokraten
Goslarer CDU-Landrat? Junk und Hoffmeister werden es nicht
Oliver Junk war am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Aber auf seiner Internetseite berichtet er schon von seinen Zielen. „Ich möchte die ehrenamtsfreundlichste Region Deutschlands schaffen“, schreibt er dort. Weiter heißt es: „Ich möchte Verantwortung für diese großartige Region Hannover übernehmen und kandidiere für das Amt des Regionspräsidenten.“

So sieht Oliver Junk seine Zukunft, auf seiner Internetseite berichtet er von seinen Ambitionen. Der frühere Goslarer Oberbürgermeister will als CDU-Kandidat für das Amt des Regionspräsidenten in Hannover antreten und wirbt mit seiner Unterschrift und dem angestrebten Amt. Empfehlung und Nominierung der Gremien stehen allerdings noch aus. Foto: Stade
Schadensersatzklage wegen Kattenberg
Stadt Goslar will nicht gegen Ex-Oberbürgermeister Junk klagen
Copyright © 2026 Goslarsche Zeitung | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.