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Umbau soll im Spätsommer beendet sein

GZ Plus IconDie Verwandlung: Wie das Goslarer Odeon zum Wohnhaus wird

Odeon-Investor Dirk Felsmann präsentiert die Baupläne für das prestigeträchtige Wohnprojekt.

Odeon-Investor Dirk Felsmann präsentiert die Baupläne für das prestigeträchtige Wohnprojekt. Foto: Epping

Die Baustelle im Denkmal brummt: Im Spätsommer will Investor Dirk Felsmann mit dem 14-Millionen-Euro-Umbau im Odeon-Theater fertig werden. Das Projekt hatte schon viele Überraschungen für den Bauherrn parat.

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Von Hendrik Roß
Donnerstag, 06.03.2025, 18:00 Uhr

Goslar. Die Gerüste um das ehemalige Odeon-Theater stehen seit Monaten, doch die meiste Arbeit läuft im Inneren des denkmalgeschützten Gebäudes. So langsam biegt die prestigeträchtige Baustelle auf die Zielgerade ein. „Spätsommer“ nennt Investor Dirk Felsmann als Zieltermin für die Fertigstellung, die man durchaus als Kraftakt bezeichnen kann. In wenigen Monaten sollen die 30 Wohnungen sowie eine Büroeinheit bezugsbereit sein. Aktuell werden Versorgungsleitungen im Odeon verlegt, in einigen Räumen laufen bereits die Putzarbeiten.

Überraschungen sind durch

„Die Überraschungen sind durch“, sagt Felsmann und meint damit eine ganze Reihe von ungeplanten Entdeckungen, die ein 120 Jahre altes Denkmal eben so mit sich bringt. Hier ein versteckter Rundbogen, der in keinem Bauplan zu finden ist, dort eine bisher unbekannte Wandmalerei: Beim Entkernen des Gebäudes sei vieles ans Tageslicht gekommen, berichtet der Bauherr.

In einigen Wohnungen laufen bereits die Putzarbeiten.

In einigen Wohnungen laufen bereits die Putzarbeiten. Foto: Epping

Das klingt spannend, ist aber auch zeitaufwendig und teuer. Seit Mai 2023 ist Betrieb auf der Odeon-Baustelle, in der Spitze würden dort 120 Personen arbeiten, schätzt Felsmann. Er geht mittlerweile von Umbau-Kosten in Höhe von 14 Millionen Euro aus, es waren mal zwölf. Zwei Millionen Euro kommen als Förderung von der öffentlichen Hand.

Keine einfache Baustelle

Dass das Odeon keine ganz einfache Baustelle werden wird, war von Anfang an klar. Schließlich hängen viele Goslarer Emotionen an dem ehemaligen Theater, das sich nun in ein Wohnhaus verwandelt.

An der Westseite des Gebäudes werden Fensterbänder installiert, um mehr Tageslicht ins Gebäude zu lassen.

An der Westseite des Gebäudes werden Fensterbänder installiert, um mehr Tageslicht ins Gebäude zu lassen. Foto: Epping

Ende 2017 stellte Felsmann zusammen mit seinem Projektpartner Dr. Gert Meinhof die Umbaupläne für das Denkmal vor, in dem bereits 2012 der letzte Vorhang gefallen war und über dessen Zukunft in den Folgejahren heftig gestritten wurde.

Dach bleibt zu

Die Pläne des Duos Felsmann/Meinhof kamen in der Welterbe-Stadt gut an. Das Odeon ging schließlich für einen symbolischen Euro an die Investoren, die schnell loslegen wollten, aber dann doch nicht durften. Das Landesamt für Denkmalpflege grätschte dazwischen. Gegen die geplante Öffnung und Verglasung eines Dachteils legten die Denkmalschützer ihr Veto ein. Im Juni 2021 stand fest, dass ein neuer Bauantrag hermusste.

Große Fenster gehören beim ehemaligen Theatergebäude dazu.

Große Fenster gehören beim ehemaligen Theatergebäude dazu. Foto: Epping

Damit konnten die Investoren schließlich auch dienen. Statt der ursprünglich geplanten 21 Wohnungen entstanden 31 kleinere Einheiten, alle barrierefrei und über einen Fahrstuhl erreichbar. Durch das geschlossene Dach gibt es jedoch ein Problem mit dem Tageslicht, das nach den neuen Plänen nur noch von einer Seite ins Wohngebäude scheint. Abhilfe sollen Fensterbänder schaffen, die noch in die Westseite des Gebäudes integriert werden.

1900 Quadratmeter Wohnfläche bietet das Odeon, das auch als Wohnhaus seinen Namen behält. Schließlich ist es nicht nur eine traditionelle Kulturstätte, sondern hat auch Historisches zu bieten: Die Bundes-CDU gründete sich 1950 im Goslarer Odeon gegründet, 2003 erklärte Bundeskanzler Gerhard Schröder sein Nein zum Irak-Krieg in dem Theater. Wann die ersten Mieter einziehen, ist noch ungewiss, doch bis zum nächsten Odeon-Kapitel sind es nur noch ein paar Monate, wenn wirklich keine Überraschungen mehr warten.

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