Ausschuss steht einstimmig hinter erarbeitetem Fahrplankonzept
Das neue Busliniennetz soll die Jakobikirche entlasten und den Bahnhof stärken. Foto: Sowa
Viel Lob gab es beim Betriebsausschuss der Stadtwerke Goslar für die Ausarbeitung des neuen Busliniennetzes, das am 14. Dezember in Kraft treten soll. Das neue Konzept „entstaubt“ den alten Fahrplan und soll Busfahren attraktiver machen.
Goslar. Der Betriebsausschuss der Stadtwerke verständigte sich in seiner Sitzung am Mittwoch über die neuen Buslinien, die ab Dezember bedient werden sollen. Bus-Chefin Anne Sagner stellte das neue Konzept vor, es kam zur Aussprache und zu einigen Nachfragen, am Ende plädierte das Gremium einstimmig für die Neuerungen und machte den Weg für die Ratsentscheidung am 25. Februar frei.
Die Ratsvertreter lobten Prozess und Ergebnis. „Wir werden nie alle glücklich machen, aber wir sind nahe dran – euch ist ziemlich viel gelungen“, sagte Pascal Bothe (CDU). Das sei „eine gute Sache“, die „gut gelaufen“ sei, erkannte Giovanni Graziano an; Meckerer werde es immer geben, die müsse man aushalten. Rüdiger Wohltmann (Die Linke) regte an, nach Einführung des neuen Liniennetzes zum 14. Dezember „offene Ohren“ zu behalten, um gegebenenfalls nachjustieren zu können. Dafür sprach sich auch Christian Rehse (FDP) aus, der den „sehr guten Beratungsprozess“ lobte und empfahl, Erfahrungswerte zu gewinnen, um Anpassungen vorzunehmen. Natürlich hätte er sich für Goslar den großen Wurf gewünscht, eine Anbindung von Hahndorf, Jerstedt und Immenrode, er sehe aber ein, dass das nicht gehe, sagte Rehse. „Die Vorteile überwiegen“, urteilte Renate Lucksch (SPD), das habe sie „so nicht erwartet“ und das sei „mehr, als ich erhofft habe“.
Großes Lob
„Nach dem 14. Dezember werden wir sehen, ob‘s funktioniert“, band Erster Stadtrat Dirk Becker den Sack zu. Der Prozess sei „gut gelaufen“, die Ausarbeitung sei „exzellent“, zumal auch der Blick der Busfahrer mit eingeflossen sei, lobte er Anne Sagner und Andreas Tesch von den Stadtwerken.
Das neue Liniennetz soll wirtschaftlicher werden, attraktiver für die Nutzer, am Bedarf ausgerichtet, den betrieblichen Erfordernissen gerecht werden und den Beruf des Busfahrers stärken, hatte Anne Sagner noch einmal vorausgeschickt. Großer Wert wurde auf eine „Attraktivierung bei gleichem Mitteleinsatz“ (Personal und Busse) gelegt. Der neue Fahrplan bedient neun statt sechs Linien und nutzt den Bahnhof als Dreh- und Angelpunkt (die GZ berichtete), die Busplaner sprechen von „Rendezvous-Lösung“.
Kröten schlucken
Ein besonderer Fokus wurde auf die einwohnerstärksten Stadtteile Jürgenohl/Georgenberg, die Altstadt und Oker gelegt, wobei gerade da auch Kröten zu schlucken sind, da zum Beispiel auf die Anbindung des Waldhauses verzichtet wird (allerdings betrifft das nicht den Schülerverkehr). Der Stadtbus fährt künftig bis Messingbrücke; wer weiter zum Waldhaus will, ist auf die zweistündliche Anbindung durch den Harz-Bus angewiesen.
Neue Haltestellen
Gute Nachrichten gibt es für den Adenberg/Schrevenwiesen und die Große Horst: Hier werden sogar zusätzliche Haltestellen eingerichtet. Kritik gibt es an den „Bedienzeiten“: Erol Gültepe wies auf die Trainingszeiten des VfL hin, die bis 20 Uhr gehen – der letzte Bus soll um 19.57 Uhr fahren. „Die Kids kriegen wir so nicht mehr weg“, informierte er. Ausschussvorsitzender Torsten Röpke stellte in Aussicht, dass man sicher noch „an der einen oder anderen Schraube drehen“ könne.
Verzichtet wird neben der Anfahrt des Waldhauses auch auf die Anbindung von Gut Ohlhof – hier rechtfertigten die geringen Fahrgastzahlen den Aufwand nicht.
Eine Irritation zur Anbindung von Sudmerberg wurde ausgeräumt; Sudmerberg wird nicht nur von der Linie 806 (Unteroker-Baßgeige) angefahren, sondern vor allem von der Linie 802 (Oker-Bahnhof Goslar), die im Stundentakt als Direktverbindung auch durch Sudmerberg fährt und den Stadtteil ohne Umstieg mit der Innenstadt verbindet.
Im Zuge der Neukonzeptionierung des Busliniennetzes werden einige Haltestellen wegfallen, andere hinzukommen; die Stadtbusgesellschaft macht sich Gedanken über neue (oder neu hergerichtete) Fahrgasthäuschen und Überschreitungshilfen am Krankenhaus und beim Umsteigepunkt Im Schleeke – es gibt noch viel zu tun.