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GZ Plus IconGoslarer Milli-Görüs-Gemeinde plant neue Moschee auf Toom-Gelände

Screenshot des Instagram-Spendenaufrufs: Die El-Aksa-Gemeinde sammelt Geld für eine neue Moschee.

Screenshot des Instagram-Spendenaufrufs: Die El-Aksa-Gemeinde sammelt Geld für eine neue Moschee. Foto: Privat

Die Goslarer Milli-Görüs-Gemeinde will umziehen. Sie plant, eine neue Moschee auf dem ehemaligen Toom-Gelände zu bauen. Bei der jetzigen Moschee an der Bäringerstraße gibt es massive Platzprobleme, vor allem Parkplatzprobleme.

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Von Petra Hartmann
Freitag, 17.01.2025, 18:00 Uhr

Goslar. Eine neue Moschee will die islamische Gemeinschaft Milli Görüs bauen. Die bisher in der Bäringerstraße ansässige Gemeinde benötige dringend mehr Platz. Vor allem gebe es „ein Riesen-Parkplatzproblem“, wie Gemeindevorsitzender Ismet Altin sagt.

Aber auch die Räumlichkeiten seien sehr beschränkt. Die Gemeinde hat laut Altin aktuell rund 200 Mitglieder – wobei nur jeweils eine Person pro Familie als Mitglied geführt werde. Die Zahl der Moscheebesucher sei demnach um ein Vielfaches höher.

Verein Emug baut 300 Moscheen

Einen Platz für die neue Moschee gibt es schon: Die Gemeinde möchte auf das Gelände des ehemaligen Toom-Marktes ziehen, auf dem kürzlich der neue Özdemir-Market eröffnet hat. Nein, die Gemeinde selbst werde das Grundstück nicht kaufen, sagt Altin. Hierfür zeichne die „Emug“ verantwortlich.

Das Kürzel steht für „Europäische Moscheebau- und -unterstützungsgemeinschaft“. Es handelt sich einen Verein mit Sitz in Köln, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, „für muslimische Vereine Moscheen zu bauen, Immobilien für religiöse Bewirtschaftung zu erwerben und die Unterhaltung dieser Objekte zu sichern“, so die Vorstellung des Vereins auf seiner Homepage. Nach eigenen Angaben hat die Emug in den vergangenen 30 Jahren mehr als 300 Gebäude in Deutschland und Europa erworben, die fast ausschließlich dem Betrieb als Moschee oder Kultur- und Bildungszentren dienen. Auch für Goslar ist laut dem Plan auf der Vereinsseite ein religiöses Bildungszentrum und die El-Aksa-Moschee geplant.

Mehr Gebetsfläche und mehr Platz für Schüler

Es handelt sich um eine Grundstücksfläche von 5507 Quadratmetern und eine Nutzungsfläche von 3817 Quadratmetern. Hiervon stehen 1690 Quadratmeter als Parkplatz zur Verfügung. Die neuen Räume sollen mehr Platz für Schüler und mehr Gebetsfläche bieten als in der Bäringerstraße.

Aligül Özdemir, Betreiber des neuen Özdemir-Markets, bestätigt auf GZ-Anfrage, dass das betreffende Areal inzwischen den Besitzer gewechselt hat: „Den hinteren Teil des Geländes haben wir verkauft, an eine Firma aus Köln.“ Ja, sagt er auf direkte Nachfrage, der neue Besitzer sei die Emug, man habe aber eine Schweigepflicht vereinbart, daher könne er zu den Einzelheiten nichts sagen. Wobei der Kauf noch nicht abgeschlossen ist, wie ein Sprecher der Emug klarstellt. Bisher sei die Kaufabsicht nur notariell beurkundet.

Grundsätzlich füge sich die geplante Moschee harmonisch in das Gesamtkonzept für das Gelände mit Markt und Indoor-Spielplatz ein, sagt Özdemir: „Die Mitglieder der Moschee-Gemeinde sind auch gleichzeitig meine Kunden“, betont er. Ein Parkplatzproblem werde es nicht geben, da der Markt und die geplante Moschee jeweils eigene Parkflächen hätten.

Einzelheiten zum Bau und zum Zeitplan könne er noch nicht sagen, so der Gemeindevorsitzende Altin. „Wir sind noch in der Planungsphase.“ Voraussichtlich im April könne er die konkreten Pläne vorstellen.

Bei der Stadt ist noch nichts bekannt

Bei der Stadt Goslar ist laut Auskunft von Stadt-Pressesprecherin Daniela Siegl noch nichts über die Moschee-Pläne bekannt. Eine Änderung des Bebauungsplans wäre für einen Moschee-Bau nicht nötig.

Auch die Emug betont, dass das Projekt sich noch in einer sehr frühen Phase der Planung befindet. Aktuell sei man noch mit dem Sammeln von Spenden beschäftigt: „Je mehr Geld wir bekommen, desto moderner wird es“, sagt der Emug-Sprecher. Selbstverständlich werde man alle Auflagen des Denkmalschutzes für das bestehende Gebäude beachten. Es soll energetisch moderne Standards erfüllen, auch gebe es eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Das Gebäude werde vor allem als Bildungszentrum dienen, werde aber auch zum Freitagsgebet als Moschee genutzt. „Und ein Minarett haben wir schon“, sagt der Emug-Sprecher mit Blick auf den bereits vorhandenen Turm auf dem Gebäude. Grundsätzlich betont er, dass sich die Emug die Gemeinden, mit denen sie zusammenarbeite, sehr genau anschaue. Man fördere nur Gemeinden, „die den Frieden und die Schönheit der Religion spiegeln“, sagt er. Dies gelte für die Goslarer Milli-Görüs-Gemeinde unbedingt.

Fördermittel für den Moscheebau gebe es nicht, alles werde ausschließlich aus Spenden finanziert.

Was im Falle eines Umzugs aus der alten Moschee in der Bäringerstraße werden soll, darüber könne er zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen, erklärt Altin. Noch seien die Pläne nicht konkret genug.

Die aktuelle El-Aksa-Moschee. Die Gemeinde hat hier inzwischen zu wenig Platz. Vor allem gibt es ein Parkplatzproblem.

Die aktuelle El-Aksa-Moschee. Die Gemeinde hat hier inzwischen zu wenig Platz. Vor allem gibt es ein Parkplatzproblem. Foto: Sowa

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