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Gemeinde Liebenburg

GZ Plus IconWarum in Othfresen die Untersuchung des Kanalnetzes ansteht

Ein Aufsteller mit der Aufschrift Kanalarbeiten steht am Straßenrand, im Hintergrund fährt ein Trecker mit Anhänger.

Auf der Ortsdurchfahrt Othfresen im Zuge der Landesstraße 500 wird derzeit mit Blick auf eine Sanierung der Fahrbahn das Kanalnetz untersucht. Foto: Gereke

In der Gemeinde Liebenburg laufen Kanaluntersuchungen. Für welches lang ersehnte Projekt das die Vorarbeiten sind und in welch neuralgischem Punkt es weitergehen soll.

Von Andreas Gereke Donnerstag, 12.03.2026, 04:00 Uhr

Liebenburg. Es sind im Liebenburger Bauausschuss oftmals die kleinen Randnotizen, die aufhorchen lassen. So verwies Bauamtsleiter Alexander Barke am Montagabend in der Sitzung des Gremiums auf Untersuchungen, die auf der Landesstraße 500 für Verkehrsbehinderungen sorgen könnten. Vorarbeiten für ein im Dorf langersehntes Projekt.

Konkret geht es um Kanaluntersuchungen im Zuge der Ortsdurchfahrt Othfresen. Dort werden mit Kameras Schmutzwasser- und Regenwasserkanal auf Schäden untersucht. Hintergrund der Aktion: „Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Goslar hat die Gemeinde informiert, dass die Sanierung der Ortsdurchfahrt Othfresen vorgesehen ist“, berichtet Barke. Es ist ein im Dorf westlich des Flöthebergs langersehntes Projekt, wo schon seit Jahren der schlechte Fahrbahnzustand moniert wird.

Ein Fahrzeug von Eurawasser steht an einer Straße, Kabel führen in einen geöffneten Kanaldeckel.

Kanalarbeiten sorgen derzeit auf der Ortsdurchfahrt Othfresen für Verkehrsbehinderungen. Foto: Gereke

„Wir wollen vorbereitet sein, wenn die Arbeiten anstehen. Denn fast nichts wäre schlimmer, als eine frisch sanierte Fahrbahn aufreißen zu müssen, weil Arbeiten an der Kanalisation notwendig sind“, erklärte Barke. Wann allerdings die Erneuerung der Hauptstraße erfolgen soll, dazu gibt es noch keine Aussage. Günter Hartkens, Leiter des Geschäftsbereichs Goslar der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, bestätigte auf GZ-Nachfrage nur, dass die Ortsdurchfahrt auf der To-do-Liste stehe, auf einem konkreten Zeitpunkt wollte er sich aber noch nicht festlegen lassen.

Wieder Bewegung soll auch in einen weiteren neuralgischen Liebenburger Punkt kommen: die Reparatur der Straßen- und Gehwegschäden, die durch den Glasfaserausbau entstanden sind. „Die von der Telekom beauftragte Firma wird diese Woche die Baustelleneinrichtung vornehmen und ab Montag mit einer Kolonne in Heimerode die Arbeiten aufnehmen“, kündigte Barke im Nachgang der Sitzung nach einer Baustellenbesprechung an.

Immer wieder Probleme in der Vergangenheit

In der Vergangenheit hatte es mit den Firmen, die mit der Behebung der Schäden beauftragt waren, immer wieder Probleme gegeben. „Wir haben deshalb der Telekom mitgeteilt, dass bis zur Behebung der Altschäden keine weiteren Straßen aufgerissen werden dürfen“, erklärt Barke. Hintergrund: „Es sind noch viele Hausanschlüsse herzustellen, für die Querungen von Straßen notwendig sind“, erläuterte er. Zudem gab es Beschwerden zu Container-Stellplätzen der Firmen. „Es gab etliche Probleme hinsichtlich der Absicherung, des Zustandes und der Größe der Lagerplätze. Beispiel Parkplatz am Sportplatz Othfresen: Dort hatte die damalige Firma den Parkplatz entgegen der Absprachen fast komplett für das Baumaterial sowie die Schüttgüter in Anspruch genommen, sodass kaum noch Parkflächen zur Verfügung standen. Darüber hinaus war auch der Zustand sowie die Absicherung des Lagerplatzes katastrophal“, lieferte Barke auf GZ-Nachfrage ein Beispiel.

Lob hat er hingegen für die Arbeit der Firma übrig, die für die Hausanschlüsse zuständig ist. Nach seinen Informationen sind noch knapp 100 Hausanschlüsse offen, die ohne eine Querung der Straße abgearbeitet werden können. Dazu kommen etliche Anschlüsse die sich „spontan“, so Barke, ergeben hätten.

Übrigens sollte das Projekt Glasfaserausbau der Telekom in der Gemeinde Liebenburg eigentlich schon längst abgeschlossen sein. Juli 2023 war mal als Fertigstellungstermin genannt worden. Auch dieser Termin war schon nach hinten geschoben worden. Im Frühjahr 2025 ließ eine Telekom-Sprecherin verlautbaren, dass die Asphaltarbeiten und die Arbeiten für die restlichen Hausanschlüsse bis Ende 2025 erledigt sein sollten – doch auch daraus wurde nichts.

Pleiten, Pech und Pannen beim Projekt

Tatsächlich könnte das Projekt auch unter der Überschrift „Pleiten, Pech und Pannen“ stehen. Nach dem offiziellen Startschuss im September 2021 sollte das Verlegen der Kabel in einem Pilotverfahren erfolgen – Trenching genannt. Einfach nur Schlitzen, Kabel rein – und wieder schließen. Doch das Liebenburger Wegenetz erwies sich als zu marode, die Technik nicht anwendbar. Folge: Ausbau im klassischen Verfahren mit Bagger. Teurer und es dauert länger. Zu allem Überfluss ging auch noch das beauftragte Unternehmen pleite. Und als Krönung beklagten Telekom-Kunden, nachdem Firmen gefunden waren, die die Arbeiten fortsetzen konnten, eine schlechte Bauausführung.

Kaputter Gehweg nach Bauarbeiten

Der Glasfaserausbau in der Gemeinde Liebenburg hat deutliche Spuren an vielen Gehwegen hinterlassen. Foto: Gereke (Archiv)

Auch die Gemeinde stimmte in das Klagelied ein. Mal musste das Bauamt Baustellen ganz stilllegen, weil die Verkehrssicherungspflicht nicht beachtet worden war, dann hatte er sich um immer neue Schadstellen zu kümmern, die beim Ausbau entstanden. Das ging alles so weit, dass die Gemeinde rechtliche Schritte gegen die Telekom prüfte. Das Telekommunikationsunternehmen selbst hatte aufgrund der angespannten Lage auf dem Tiefbaumarkt wiederum Schwierigkeiten, Firmen für die Arbeiten zu finden.

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