Was die zwei Schlüssel für Hahausens Ortsfeuerwehr bedeuten
Gleich zwei symbolische Schlüsselübergaben feiern die Hahäuser am Samstag (v.li.): Bürgermeister Ingo Henze, Stadtbrandmeister Matthias Brunke und Ortsbrandmeister Stefan Rühmann. Foto: Gereke
Sehr selten hat Langelsheims Bürgermeister Ingo Henze zwei symbolische Schlüssel für einen Termin im Gepäck. Am Samstag war das schon der Fall – und das steckt dahinter.
Hahausen. Einen Schlüssel überreicht zu bekommen, das ist schon etwas Besonderes. Gleichzeitig für etwas Neues noch einen zweiten zu erhalten, ist außergewöhnlich. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hahausen erlebten genau diesen historischen Moment am Samstagabend: Es gab den symbolischen Schlüssel fürs neue Feuerwehrhaus und für ein neues Fahrzeug.
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Natürlich drehte es sich vor allem ums Millionenprojekt: 2,3 „Mios“ hat es gekostet – und in seinen einführenden Worten ging Architekt Christian Spahn, der mit seiner Tochter, die an diesem Tag Geburtstag hatte, zur Übergabe gekommen war, auf die Probleme ein. „Grundsätzlich gilt es immer, ein Gebäude zu entwerfen, was den Bauherren, dem Architekten und den Nutzern gefällt, was ins Budget passt und funktional ist. In Hahausen kam noch hinzu, dass dieses Gebäude aufs beengte Grundstück passen sollte.“

Hahausens neues Feuerwehrhaus kostet 2,3 Millionen Euro. Es steht an der Stelle des vorherigen Domizils der Ortsfeuerwehr. Foto: Gereke
Er dankte in diesem Zusammenhang dem Nachbarn Arne Kalbreier besonders. „Ohne ihn wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen, er duldet auf seinem Grundstück Baulasten“, betonte Spahn. Wunsch in Hahausen war es, dass das neue Feuerwehrhaus wieder im Dorf entstehen soll. „Allgemein geht die Tendenz nämlich dahin, auf der grünen Wiese zu bauen.“ Beim Entwurf sei Funktionalität ein entscheidendes Kriterium gewesen. „Die Feuerwehr muss das Gebäude nutzen, wenn keine Zeit zum Nachdenken besteht.“

Ein Geschenk vom Architekten: Christian Spahn überreicht dem Feuerwehr-Nachwuchs auch ein neues Feuerwehrgerätehaus – als Lego-Bausatz. Foto: Gereke
Aber die Herausforderung, dass die Feuerwehr mitten im Dorf bleiben kann, ist gemeistert worden. „Der Auftrag an den Architekten lautete: Bau auf diese Fläche ein Gebäude mit drei Stellplätzen. Die Fahrzeuge sollen alle zur Straßen ausrücken können – und nutze jeden zur Verfügung stehenden Quadratmeter“, fasste Langelsheims Bürgermeister Ingo Henze zusammen. „Es ist schon der dritte Feuerwehrbau an dieser geschichtsträchtigen Stelle“, merkte er an. „Wir haben nun ein Haus, das die gültigen Normen erfüllt, ohne Luxus.“
„Platzprobleme hatten bei uns also Tradition“
Das Vorgängerhaus an dieser Stelle hatte zwei kleine Einstellplätze und einem beengten Schulungsraum, „das neue Gebäude verfügt über drei Stellplätze, einen adäquaten Schulungsraum und Umkleiden – das sind deutliche bessere Verhältnisse für die Ortsfeuerwehr“, unterstrich Stadtbrandmeister Matthias Brunke.
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Hahausens Ortsbrandmeister Stefan Rühmann ging auf die Geschichte der Feuerwehr an diesem Ort in der Dorfmitte ein. 1974 begann der Bau des Vorgängerbaus – er bot Platz für ein Fahrzeug und 25 Kameraden. Schon fünf Jahre später bestand Handlungsbedarf, denn die Feuerwehr bekam ein weiteres Fahrzeug, einen Unimog als Tanklöschfahrzeug, „der bis heute im Dienst ist“, erzählte Rühmann. „Platzprobleme hatten bei uns also Tradition.“ Die löste zunächst ein Erweiterungsbau mit Gruppenraum im Obergeschoss, der 1986/87 entstand.

Alle Teilnehmer der Feierlichkeiten im neuen Feuerwehrhaus Hahausen unterschreiben auf einer Erinnerungstafel. Foto: Gereke
Aber die Aufgaben der Feuerwehr wurden immer vielfältiger und so wagten 2010 die Hahäuser Blauröcke bei der damaligen Samtgemeinde Lutter einen Vorstoß zu einer weiteren Vergrößerung. „Biete Eigenleistung, wünsche Anbau“, las Rühmann die Überschrift des damaligen GZ-Artikels vor. Aber ein Anbau kam damals nicht zustande – und bei der Beschaffung des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs vor gut zehn Jahren musste auf Allrad verzichtet werden, damit es in die Garage passt. Neue Überlegungen zu einem Anbau dann in der Samtgemeinde-Endphase – die aber nach der Fusion verworfen wurden. Alles wurde seitens der neuen Stadt Langelsheim noch mal auf Null gedreht und die Weichen Richtung Neubau gestellt.
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Die Öffentliche Versicherung unterstützt den Neubau finanziell mit 9000 Euro. Foto: Gereke
„Ausziehen. Abreißen. Aufbauen. Einziehen.“
Goslars stellvertretender Kreisbrandmeister Christoph Schubert fasste die Geschehnisse seit Anfang 2024 in vier Worten zusammen: „Ausziehen. Abreißen. Aufbauen. Einziehen.“ Vorübergehende Heimat der Ortswehr für die Fahrzeuge war eine mobile Halle vorm Dorfgemeinschaftshaus, im DGH hing die Einsatzkleidung. Aber nun ist das neue Domizil fertig – wegen eines Wasserrohrbruchs während der Bauphase etwas später als einstmals geplant. Die Bedeutung aber die gleiche: „Die Übergabe eines neuen Feuerwehrhauses ist ein ziemlich einmaliger Akt im Leben eines Feuerwehrmitglieds – und noch seltener als eine Fahrzeugübergabe. Und wenn beides gleichzeitig stattfindet, ist es sehr einmalig.“

Für das Rahmenprogramm ist der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Langelsheim an diesem Abend zuständig. Foto: Gereke
Das Schlusswort zum neuen Feuerwehrhaus hatte übrigens Pfarrer Sebastian Schmidt, der den Segen sprach. Im Anschluss ging es aus der Fahrzeughalle nach draußen zur Fahrzeugübergabe. Dort stand der Mannschaftstransportwagen, den nun die Ortsfeuerwehr nutzen kann. Ein Fahrzeug, wie es die Hahäuser Blauröcke noch nicht in ihren Reihen hatten. Aber damit endet auch die Zeit, in der Einsatzkräfte in ihren Privatwagen zum Einsatzort hinterherfahren mussten, weil in den beiden Fahrzeugen der Wehr kein Platz mehr für die Aktiven war, wie Ortsbürgermeister Eckhard Ohlendorf anmerkte.

Neues Fahrzeug: Erstmals verfügt die Ortsfeuerwehr Hahausen über einen Mannschaftstransportwagen. Foto: Gereke
Bei dem MTW handelt es sich um einen Mercedes-Benz Sprinter mit 177 PS. Er bietet Platz für neun Insassen. Ganz fabrikneu ist er nicht: Baujahr 2024, etwa 4000 Kilometer hat er auf dem Tacho, wie Ortsbrandmeister Rühmann bei der Vorstellung des neuen Mobils vortrug. Die Beschaffung kostete 74.000 Euro. Es ist das letzte in einer Reihe von fünf Fahrzeugen, die die Stadt in den vergangenen Monaten an die Wehren im Stadtgebiet übergeben hat – die Gesamtausgabe für die fünf Autos liegt bei 1,3 Millionen Euro.

Im Stehen singen die Teilnehmer der Feuerwehrhaus-Übergabe in der neuen Fahrzeughalle das Niedersachsenlied. Foto: Gereke
In einigen Wochen soll das neue Feuerwehrhaus dann auch der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Hahäuser Ortswehr plant dazu einen Tag der offenen Tür. Termin ist am Samstag, 13. Juni. Ab 11 Uhr können dann Interessierte einen Blick ins Innere werfen. Fahrzeugschau sowie Spiel und Spaß für die Kinder runden das Angebot ab. Für Unterhaltung sorgt der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Langelsheim.
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