Kommentar: ... und eigentlich wollen alle nur das Beste
Tierschützer haben ein Ziel: das Wohl der Vierbeiner. Nur sind sie sich mitunter nicht einig, wie sie dieses Ziel erreichen sollen. Foto: Marcus Brandt/dpa
Immer wieder gibt es Stress unter Tierschützern. In einem Kommentar meint GZ-Redakteur Holger Schlegel, dass letzten Endes einzig und allein die Tiere die Leidtragenden sind.
Es ist also mal wieder so weit: Bad Harzburgs Tierschutz macht negative Schlagzeilen. Zum wievielten Mal? Man kann es nicht mehr zählen. Genau wie die vielen Vorstandsmitglieder, die kamen und gingen, und letzteres nicht immer in Frieden. Bekommt noch jemand all die Namen zusammen? Oder: Ist da jemand mal länger als ein paar Jahre bei der Stange geblieben? Nein. Wenn weg, dann weg, und das nicht selten mit einem bösen Blick zurück im Zorn.
Holger Schlegel Foto: GZ
Und immer wieder Streit. Mal waren es einfach nur gegenseitige Vorwürfe, dann drohte eine Pleite. Vor ein paar Jahren wurden die Importe armer Tiere aus dem Ausland dem Verein als Geschäftemacherei vorgeworfen.
Es gab auch schon Vorstandsmitglieder, die den Verein auf gänzlich neue Füße stellen wollten, ihn dann aber Hals über Kopf verließen, um postwendend die Nachfolger anzuschwärzen, weil die Unterbringung der Tiere (auf einmal) nicht gesetzeskonform war. Da haben sich oft die Emotionen hochgeschaukelt.
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Stress im Tierheim: Gefeuerte Belegschaft und ein toter Welpe
Und was haben wir jetzt gerade für eine Misere? Wieder „Tierschützer vs. Tierschützer“ und die Frage, wer mehr Ahnung hat. Oder meint, mehr Ahnung zu haben. Dazu kommt noch eine gehörige Portion Ungeschick und offenkundig auch Überforderung. Sowie ganz nebenbei eine massive Fehleinschätzung, wie soziale Netzwerke funktionieren und wie schnell sich Nachrichten verbreiten. Besonders die üblen und gern auch mal die falschen.
Und wieder wird das auf dem Rücken der Tiere ausgetragen. Alle Beteiligten wollen sie schützen, das klappt bloß nicht ganz reibungslos.