Zähl Pixel
SPD in Goslar nominiert Amtsinhaber

GZ Plus IconKommentar: Großes Vertrauen, aber Zweifel bleiben

Ein Mann im grauen Anzug und im hellblauen Hemd mit offenem Mund.

Bleibt Dr. Alexander Saipa im Landratsamt? Foto: picture alliance / Mohssen Assanimoghaddam

Am Samstag nominierte die SPD in der Kaiserstadt Dr. Alexander Saipa für das Amt des Landrates. Er bekam 112 von 123 Stimmen. Ein Kommentar.

author
Von Oliver Stade
Sonntag, 12.04.2026, 12:23 Uhr

Goslar. Der Vertrauensvorschuss, den Dr. Alexander Saipa abermals als Landratsbewerber erhalten hat, ist groß. Und nach Lage der Dinge dürfte aus Sicht der Sozialdemokraten nichts schiefgehen: Seit Ewigkeiten stammt der Landrat im Landkreis Goslar aus ihren Reihen, ebenso die meisten Bürgermeister. Doch das kann sich ändern, zumal die Unzufriedenheit in der Bevölkerung gegen die etablierte Politik und ihre Akteure weit verbreitet ist und sich dies ein ums andere Mal bei Wahlen zeigt. Saipa, der es 2021 mit einem CDU-Kandidaten zu tun hatte, der nicht einmal in seiner eigenen Partei über großes Vertrauen verfügte, trifft nun auf Erik Homann, der bei den Christdemokraten auf reichlich Rückhalt bauen kann und langjährige Erfahrung als Bürgermeister von Seesen mitbringt. Die aktuelle Aufgabe dürfte für Alexander Saipa also schwieriger werden.

Vor fünf Jahren hielt die GZ ihm wegen seines als sehr unauffällig empfundenen Wahlkampfs vor, im Schlafwagen ans Ziel gekommen zu sein, und riet ihm, sein Amt so auszufüllen, dass er künftig deutlicher wahrgenommen wird. Ob ihm das gelungen ist, darüber entscheidet der Wähler. Zumindest fällt auf, dass der Landrat und SPD-Bewerber Saipa seit einiger Zeit häufiger in den sozialen Medien aktiv ist und sich auch zu Themen abseits des üblichen Landrats-Terminkalenders zu Wort meldet. Die Rede, mit der er sich bei den SPD-Mitgliedern bewarb, war nicht mitreißend, aber sie war weder schaumschlägerisch noch auftrumpfend, sondern sie beschrieb sachlich, was erledigt wurde. In diesen aufgeregten Zeiten kann man darin etwas Gutes erkennen. Zweifel bleiben dennoch. Etwa die, ob Projekte, Ideen und Tatkraft ausreichen, um die drängenden Probleme zu bewältigen. Dazu gehört, dem anhaltenden Bevölkerungsschwund wirksam zu begegnen, der mit einem Fachkräftemangel einhergeht.

Die Redaktion empfiehlt