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GZ Plus IconKein Crime: Jens Vinnen schreibt ermutigende Stories aus dem Harz

Buchautor Jens Vinnen lebt und schreibt in der denkmalgeschützten Alten Försterei.

Buchautor Jens Vinnen lebt und schreibt in der denkmalgeschützten Alten Försterei. Foto: Nachtweyh

Im Harzer Bergdorf Hohegeiß hat Jens Vinnen sich ein Zuhause geschaffen, in dem er Muße zum Schreiben findet. Erzählen will er keine Mordsgeschichten – im Gegenteil.

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Von Berit Nachtweyh
Samstag, 07.03.2026, 11:00 Uhr

Hohegeiß. Ermutigende Geschichten will Jens F. K. Vinnen erzählen. Anekdoten und Kurzgeschichten, „die geschrieben werden wollen“, so beschreibt es der Autor selbst. Vor knapp fünf Jahren kam Jens Vinnen von Göttingen nach Hohegeiß, bezog die denkmalgeschützte „Alte Försterei“ und fand dort Zeit und Muße zum Schreiben. Jetzt hat er sein erstes Buch veröffentlicht, es trägt den Titel „Ahnen-Klee“.

In den Mittelpunkt seiner Geschichten stellt der Autor ganz unterschiedliche Menschen, die ihr Leben so oder ähnlich gelebt haben könnten. Alle Geschichten spielen im Harz – und das ist kein Zufall. Vinnens familiäre Wurzeln liegen im Harz, genauer gesagt in Hahnenklee, daran hat der 65-Jährige noch einige Kindheitserinnerungen. Aber auch nach Hohegeiß reichen diese Wurzeln. So entstand die Idee, im Bergdorf seßhaft zu werden, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
Das Cover des Buchs "Ahnen-Klee" von Jens Vinnen.

Sechs Harzer Kurzgeschichten umfasst das Buch „Ahnen-Klee“. Foto: Nachtweyh

Lehmbau und Fachwerk

Vor ziemlich genau fünf Jahren erreichte Jens Vinnen in Göttingen, wo er als Abteilungsleiter des Studierendenwerks beschäftigt war, die Nachricht vom geplanten Verkauf der „Alten Försterei“. Das Haus wurde um 1650 errichtet und zählt zu den ältesten Gebäuden im Ort. „Das ursprüngliche Aussehen blieb bis in die Gegenwart weitgehend erhalten“, wird Passanten auf einer Dennert-Tanne an der Fassade des Hauses erklärt. Die Kombination von Lehmbau und Fachwerk mache den besonderen Charme aus, sagt Jens Vinnen. Er ließ sich einen Grundofen als Herzstück in die Mitte des Hause bauen und richtete sich schon zum Winter 2021 dort ein. „Jetzt ist es mein Zuhause“ sagt er. Mit dem Schreiben beschäftigt sich Jens Vinnen schon seit 2010. Von der Idee bis zur Veröffentlichung von „Ahnen-Klee“ Ende vorigen Jahres sei es dennoch ein langer Weg gewesen. Seine Kurzgeschichten sind den 1940er bis 1960er Jahren entlehnt, stammen auch Kriegs- und Nachkriegszeiten, wollen aber etwas Grundsätzliches abbilden: Erfahrungen, die Menschen in ihrem Menschsein auf die Probe stellen.

Ein wahrer Kern

Die Harzer Landschaft und ihre Orte bilden gewissermaßen den Hintergrund für seine Erzählungen, die Liebe und Krieg, Hoffnung und Dankbarkeit, Leid und Hoffnung abbilden. „Es geht um Menschen, die ihr Leben leben, so gut sie es eben vermögen und die darin bestätigt oder überrascht werden“, sagt der Autor. Seine Figuren erleben Umbruchsituationen und müssen darin auch mit Ängsten umgehen. Beim Schreiben folge er immer einer Grundidee: „Ich versuche, Zuversicht anzubieten“.
Das Logo des Autors heißt "Vinnen Schreibt"

Unter „Vinnen Schreibt“ ist der Autor auch im Internet zu finden. Foto: Nachtweyh

In jeder der sechs „Ahnen-Klee“-Erzählungen steckt ein wahrer Kern, verrät Vinnen. Den Prozess ihrer Entstehung beschreibt er wie ein „Beleben“ von historischen Fotos, aus Bildern versuche er Geschichten zu entwickeln. Eine „geschichtenschreibende Geschichtsschreibung“ nennt er das. Stilistisch erzählt Vinnen all das meist mit einem Augenzwinkern, er will seine Leser nachdenklich machen, aber „niemals bedrückt zurücklassen“. Und noch eines will er mit seiner Art von Harz-Literatur zeigen: „Der Harz ist mehr als Mordsgeschichten und Harter Brocken“.

Gast in der Bücher-Heimat

Das Buch ist zum Preis von 9,90 Euro in der Buchhandlung Bonewitz in Braunlage, in der Bücher-Heimat in Bad Harzburg sowie in der Hahnenkleer Bücherkiste erhältlich. Außerdem kann man es direkt beim Autor über dessen Homepage www.vinnenschreibt.de bestellen. Erleben kann man den Autor bei einer Lesung in der Bücher-Heimat am Donnerstag, 25. Juni, ab 19 Uhr. Der Abend wird von Vinnens Lektor Boris Kositzke moderiert.

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