Wie geht es nach der Schließung des Schladener Horts weiter?
Zum Ende dieses Schuljahrs soll der Schladener Hort „Oker-Kids“ schließen, so der Ratsbeschluss. Wie geht es danach weiter? Foto: Gereke
Es ist beschlossene Sache: Zum Ende des Schuljahrs wird der Hort „Oker-Kids“ Geschichte sein? Wie aber soll danach eine Ganztagsbetreuung der Grundschüler möglich sein?
Schladen. Die Schließung des Schladener Horts „Oker-Kids“ und die Frage, wie es nach den Sommerferien weitergehen soll, schlägt weiterhin hohe Wellen. Das wurde im Ausschuss für Schule, Jugend, Senioren, Sport und Integration der Gemeinde Schladen-Werla deutlich.
In der Ausschusssitzung äußern Eltern ihre Bedenken was die Planungen angeht. Foto: Gereke
Noch bevor das Gremium sich überhaupt mit der Vorlage der Verwaltung befassen konnte, ergriffen die Eltern das Wort. Auch sie hatten das zur Kenntnis genommen, was als Beratungsgrundlage in die Politik kam – und die Verwaltung selbst als, Zitat, „ein gelungenes Konzept für eine Betreuung von Hortkindern in altersübergreifenden Gruppen“ ansieht. Demnach soll es ab dem 1. August die Möglichkeit geben, in der Kindertagesstätte Inselweg bis zu 20 Kinder in zwei Gruppen zu betreuen. Die Kinder sollen einer festen altersübergreifenden Stammgruppe angehören, sollen sich durch das offene Konzept jedoch frei bewegen können. Die Räumlichkeiten der Kindertagesstätte Inselweg seien großzügig und böten ein Bewegungsflur, zwei Gruppenräumen und zwei Hochebenen, heißt es.
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Da die Kindertagesstätte derzeit nur bis 14 Uhr geöffnet habe und nur ein geringer Teil diese Betreuungszeit in Anspruch nehme, sei davon auszugehen, dass die Hortkinder nachmittags ausreichend Rückzugsmöglichkeiten finden könnten. Es sei geplant, die Betreuungszeit in der Kindertagesstätte Inselweg bis 16 Uhr anzubieten. Weiterhin würde die Möglichkeit bestehen, in der Kindertagesstätte Im Winkel eine Betreuungszeit bis 17 Uhr in Anspruch zu nehmen – dort werden auch bislang schon Schulkinder betreut, weil mehr Bedarf da ist, als der Hort mit seinen 40 Plätzen hat.
„Würden Sie Ihr Kind dort zur Toilette gehen lassen?“
Was einige Eltern auf die Zinne brachte, war die Tatsache, dass bislang die sanitären Anlagen in den Kitas kein Thema seien. „Die Toiletten sind kleiner, nicht abschließbar und nicht nach Geschlechtern getrennt“, fasste es eine Mutter zusammen. „Würden Sie Ihr Kind dort zur Toilette gehen lassen?“ fragte sie in Richtung der Ausschussmitglieder. Tobias Creydt, Leiter des Fachbereichs I in der Gemeindeverwaltung, betonte, dass sich der Bauhof diese Gegebenheiten anschauen werde.

Kommt zum neuen Schuljahr ins Spiel: Der Kindergarten Inselweg soll künftig in den Nachmittagsstunden Hortkinder betreuen. Foto: Gereke
Ein Vater kritisierte die Planungen als „halb gar und nicht durchdacht“. Auch wollte er wissen, wie angesichts beengter Platzverhältnisse Tische und Stühle für 20 weitere Kinder im Inselweg gelagert werden können. Creydt hatte zuvor berichtet, dass das Mobiliar aus dem Hort aus die Einrichtungen verteilt werden soll. Außerdem, so eine weitere Klage der Eltern, seien sie bei dem ganzen Prozess nicht mitgenommen worden, obwohl sie mehrfach um Beteiligung gebeten hätten. Die Gemeindeverwaltung begründete dies in der Vorlage damit, dass sie personell stark unterbesetzt war, und daher die Vorlage nicht wie gewünscht in Zusammenarbeit mit der Elternschaft erarbeitet werden konnte.
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Eine Mutter äußerte Zweifel, ob denn die geplanten Änderungen bis August umgesetzt werden können. „Ich bin selbst im öffentlichen Dienst tätig, haben sie einen Plan, wie das funktionieren soll?“ Schließlich mündete es in der Aufforderung der Eltern, da noch keine Kündigung des Pachtverhältnisses erfolgt sei, zu überdenken, ob die Hort-Betreuung in der Werla-Schule nicht noch ein weiteres Jahr laufen könne. Unterschwellige Vorwürfe an die Gemeinde, noch zu wenig getan zu haben mit Blick auf das Hort-Aus im Sommer, wollte Marc Samel (SPD) so nicht stehen lassen. „Die Verwaltung konnte doch noch gar nicht tätig werden, weil die Politik noch keine Marschrichtung vorgegeben hat“, verteidigte er.
Finanzielle Aspekte der Gemeinde
Der Grund für den Gemeinderat, der angesichts des gesetzlich geregelten Ganztagsanspruchs ab dem Schuljahr 2026/27 – zunächst für die Erstklässler – für die Schließung des Horts stimmte, sind finanzieller Natur. Die Personalkosten von rund 370.000 Euro jährlich würden nur zu 20 Prozent vom Land gefördert, hieß es im September, als die Entscheidung fiel. Hinzu kämen jährlich 30.000 Euro Pacht für die Räumlichkeiten in der Werla-Schule. Eine Summe, die manchem im Saal staunen ließen.

In der Schladener Kita Inselweg soll künftig die Betreuung der Hortkinder erfolgen. Foto: Gereke
Creydt erklärte dazu, dass die Kosten für vorherige Umbauarbeiten in die Summe eingepreist worden waren. Zudem habe der Landkreis signalisiert, dass die Räumlichkeiten für die Schule benötigt werden. Die Gemeinde habe dem Landkreis mit dem Beschluss, den Hort zu schließen, „die Karotte vor die Nase gehalten“, fand Creydt. Sollte der nun einen Rückzieher machen, weil die Gemeinde nun doch noch nicht kündige, könnte auch für den Rest der vereinbarten Pachtzeit das Geld fällig werden, gab er zu bedenken.
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Diesem Wunsch, dem Hort eine ein Jahr längere Laufzeit zu gönnen, den auch Florian Zalesinski in einen Antrag gegossen hatte, erteilte die Mehrheit des Gremiums aber eine Absage. Allerdings modifizierte der Ausschuss die Vorlage in mehreren Punkten. Ob ein Hort-Kind künftig in Inselweg oder Winkel geht, sollte ein Losverfahren entscheiden. Das Gremium will in diesem Punkt aber auch soziale Aspekte wie Geschwisterkinder berücksichtigt wissen. Zudem soll auch im Inselweg – wenn es der Bedarf hergibt – eine Betreuung bis 17 Uhr wie Im Winkel möglich sein. Freie Plätze sollten zudem mit künftigen Erstklässlern aufgefüllt werden können.
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